Ab heute ist Inzell der Nabel der Eislaufwelt - Die Vorbereitungen laufen seit Wochen

Inzell: Ein Dorf steht Kopf

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Das holländische Ehepaar Jan und Geesje Timmer genießt schon seit Tagen mit Hund Tosca vor dem Wohnmobil am Eisstadionparkplatz die Sonne.

Inzell - Mit Hilfe von Feuerwehrleitern werden die Begrüßungstore für die WM-Meile aufgebaut. Leere weiße Zelte stehen schon in der Inzeller Ortsmitte.

Am Eisstadion tummeln sich Medienleute, Sportler, Trainer, Fans und auch noch die letzten Handwerker. Entspannt sitzen währenddessen die ersten holländischen Camper in der Sonne und genießen ihren Morgenkaffee. Ganz Inzell steht spätestens seit Wochenanfang Kopf: Der Countdown zur Einzelstrecken-Eisschnelllauf-Weltmeisterschaft in der neuen Max-Aicher-Arena am heutigen Donnerstag schien das Dorf in eine fiebrige Erwartungsstimmung zu versetzen.

Die Inzeller Feuerwehr montierte mit Hilfe ihrer Leiter die Begrüßungstore für die WM-Meile der ITG.

Monatelang hatte das WM-Organisationskomitee um Eisstadionchef Hubert Graf die Logistik ausgearbeitet. 300 ehrenamtliche Helfer sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Verkehrssperrungen gibt es keine. Große Schilder weisen an den Ortseingängen zu den sechs Parkplätzen im Dorf, wo es auch eine Einweisung durch die Feuerwehr gibt. Von den Parkplätzen am Schwimmbad, am Kurpark und am Busbahnhof empfiehlt sich die Nutzung des Shuttlebusses zwischen Busbahnhof und Stadion, wo Parkplätze knapp sind. Von den Parkplätzen am ehemaligen Krankenhaus, bei der Agip-Tankstelle und an der Fritz-Gastager-Straße kann man auch in 600 bis 800 Metern zu Fuß zur Max-Aicher-Arena gehen.

Eine aufregende Generalprobe stand am Montagabend an: 75 erwachsene Trachtler-Tanzpaare aus dem ganzen Chiemgau, etwa 20 Kinderpaare und 30 Musikanten der Musikkapelle Inzell gestalten den traditionellen Teil der heutigen WM-Eröffnung. Laut Bürgermeister Martin Hobmaier sind bereits alle vier Veranstaltungstage restlos ausverkauft.

Tag der offenen Tür in der Max Aicher-Arena:

Tag der offenen Tür in der Max Aicher Arena

Das holländische Ehepaar Jan und Geesje Timmer genießt schon seit Tagen mit Hund Tosca vor dem Wohnmobil am Eisstadionparkplatz die Sonne.

Am Dienstag bezog die für die WM-Pressearbeit verantwortliche Kölner Agentur "cosmos-pps" Quartier in der Sporthalle am Eisstadion, um für den Ansturm von 300 akkreditierten Journalisten am Folgetag gerüstet zu sein. An der Max-Aicher-Arena legten die fleißigen Handwerker letzte Sonderschichten ein, etwa für die Dachrand-Verkleidung und die Montage der Eingänge.

Fern vom Trubel, mit Blick auf Falkenstein und Eisarena, tankte das holländische Ehepaar Jan und Geesje Timmer mit ihrem weißen Hund Tosca vorm Wohnmobil Sonne. Jan Timmer (63) war über 30 Jahre in der Eisschnelllauf-Szene aktiv. "Jetzt möchte ich frei sein", sagt der Frührentner und lacht: "Bei so einem Wetter kann man über 100 werden!" Mit Frau und Hund fährt er von Wettkampf zu Wettkampf.

Pünktlich zur WM wurde mit einem Autokran noch dieser Eingang montiert.

Beide sind begeistert vom geschwungenen Dach der Inzeller Arena. "Das ist ein bisschen wie die Oper in Syndey", findet Geesje Timmer. Das High-Tech-Bauwerk für 36 Millionen Euro entstand - vom Spatenstich bis zum Probebetrieb - in nur 14 Monaten; das Dach schuf die Rosenheimer Firma Großmann. Die etwa 200 mal 90 Meter große und 23 Meter hohe, stützenfreie Halle mit Rundumverglasung, Tageslicht-Beleuchtung und ausgefeilter Klimatechnik lässt ein sehr schnelles Eis erwarten. Darüber freuen sich auch die Lokalmatadoren Gabi Hirschbichler (27) und Moritz Geisreiter (23). Von der Eishalle, der WM und der heute öffnenden Eisschnelllauf-Akademie erwartet sich Bürgermeister Hobmaier wichtige Impulse für Sport, Nachwuchsarbeit, Tourismus und Wirtschaft.

Und über die WM-Partymeile im Herzen von Inzell dürften sich außer Fans und Partyvolk besonders die Geschäftsleute und Wirte freuen. Die Meile wird vom Gewerbeverein unterstützt. Einheitliche längere Ladenöffnungszeiten sind zwar nicht geplant. "Aber wenn da um 18 Uhr der Betrieb losgeht, werde ich sicher nicht um 18 Uhr zusperren", sagt beispielsweise Hans Brunner vom Lottogeschäft in der Traunsteiner Straße.

Veronika Mergenthal/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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