DNS-Untersuchung nach Vergewaltigung am Mangfalldamm

"Wir hoffen, so noch wichtige Zeugen zu finden"

Rosenheim - Am 14. und 15. Oktober wird eine großangelegte Aktion in Rosenheim stattfinden. Dabei sollen hunderte Männer überprüft werden. Denn eine DNS-Spur könnte zum Täter führen.

Nach der Vergewaltigung am Mangfalldamm im Juli konnte eine DNS-Spur herausgearbeitet werden, die offensichtlich vom Täter stammt. Aufgrund weiterer Erkenntnisse der Kriminalpolizei dürften sich unmittelbar vor, während und nach der fraglichen Tatzeit rund 800 männliche Personen in der Nähe des Tatorts aufgehalten haben.

Um einen möglichen Tatverdächtigen zu überführen beziehungsweise Unschuldige zweifelsfrei zu entlasten, wurde  in der Folge auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, eine DNS-Reihenuntersuchung angeordnet.

Einladungen sind verschickt

"Die Einladungen sind bereits verschickt worden", erklärte Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf Nachfrage von rosenheim24.de, "Es gab auch schon einige Rückmeldungen." Zudem seine bereits einige Speichelproben genommen worden. 

"Für die Teilnahme an einer solchen Untersuchung ist seitens der Betroffenen keine Vorbereitung notwendig", erläutert Thalmeier, eine Beeinflussung etwa durch Krankheiten sei nicht möglich. In einem Verhinderungsfall sei außerdem ein Ersatztermin möglich. 

Teilnahme absolut freiwiliig

"Die Teilnahme ist absolut freiwillig, das ist eindeutig gesetzlich geregelt", stellt Thalmeier klar. Aus der Weigerung zur Teilnahme darf kein Verdacht geschlossen werden. "In diesem Fall werden wir aber mit demjenigen klären, warum er sich weigert", so Thalmeier, "Das kann ja auch ganz plausible Gründe haben." 

Bevor gegen jemand, der seine Teilnahme verweigert, ermittelt werde, müsste eine ganze Reihe an Gründen vorliegen, beziehungsweise rechtliche Schritte erfolgen. Dies treffe auch zu, falls jemand permanent nicht zu erreichen oder anzutreffen sei. 

"Wir hoffen, dass wir auf diese Weise vielleicht auch noch wichtige Zeugen finden, die sich bisher nicht gemeldet haben", betont Thalmeier. Darüberhinaus könnten so auch Unschuldige zweifelsfrei entlastet werden. Die Auswertung der anonymen Speichelproben erfolgt durch das Bayerische Landeskriminalamt in München.

Ein Abgleich des gewonnenen DNA-Musters wird ausschließlich mit der gesicherten Tatortspur durchgeführt. Eine Speicherung in der DNS-Datenbank sowie ein Vergleich mit bereits einliegenden Mustern ist rechtlich nicht zulässig. Nach dem Abgleich mit der Tatortspur werden die unzutreffenden DNA-Muster nach den gesetzlichen Bestimmungen vernichtet. "Das wird dann auch ausführlich dokumentiert", betont Thalmeier.

Tat im Juli

Eine 21 Jahre alte Frau befand sich am frühen Sonntagmorgen des 23. Juli, zwischen 3 und 4 Uhr, auf dem Heimweg von der Innenstadt, als sie ein unbekannter Mann unvermittelt von hinten angriff und in ein angrenzendes Waldstück zerrte. Dort vergewaltigte er die 21-Jährige und flüchtete. Die Frau suchte im nahliegenden Wohngebiet an der Kunstmühlstraße um Hilfe, woraufhin ein Anwohner die Polizei verständigte.

Die Kriminalpolizei Rosenheim hat unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, die Ermittlungsgruppe "Mangfalldamm" gebildet. Diese ging seitdem zahlreichen Hinweisen nach und wertete sämtliche Spuren aus, die in Zusammenhang mit der Tat angefallen waren.

Die Kripo Rosenheim bittet weiterhin um Hinweise zur Tat. Wer der Polizei Informationen zur Klärung des Verbrechens mitteilen kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 08031/2003087 bei den Ermittlern zu melden.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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