Angeklagter will Erklärung von Bundesanwaltschaft

Dissidenten-Mord: Zeugen von Geheimdienst bezahlt?

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Der frührere jugoslawische Geheimdienst-General Josip Perkovic vor dem Oberlandesgericht München

München - Haben Zeugen im Prozess um die Ermordung eines jugoslawischen Dissidenten Geld von deutschen Geheimdiensten erhalten? Das will der Anwalt des Angeklagten Agenten Josip Perkovic von der Bundesanwaltschaft wissen.

Der Verteidiger des angeklagten Ex-Geheimdienstgenerals Josip Perkovic verlangte am Montag vor dem Oberlandesgericht München eine entsprechende Erklärung der Behörde. Der Generalbundesanwalt solle mitteilen, ob Zeugen Geld von deutschen Geheimdiensten erhalten hätten.

Offenbar versucht die Verteidigung damit, in dem Prozess gegen zwei frühere jugoslawische Top-Agenten um die Ermordung eines kroatischen Dissidenten in Deutschland, die Glaubwürdigkeit von Zeugen zu erschüttern.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem damaligen Geheimdienstchef Zdravko Mustac (72) und dessen engem Mitarbeiter Perkovic (69) vor, 1983 die Erschießung des Regimegegners Stjepan Durekovic im oberbayerischen Wolfratshausen angeordnet zu haben. Beide sind vor dem Staatsschutzsenat des OLG wegen Beihilfe zum Mord angeklagt.

dpa

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