Das sind die Trachten-Trends für die Jubiläums-Wiesn

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Das Korsagen-Dirndl von Ploom gibt es bei Ludwig Beck.

München - Klassisch, elegant und edel: Die Zeit schriller Dirndl mit Leoparden-Muster ist vorbei. Anlässlich der Jubiläumswiesn setzen die Modehäuser wieder auf volkstümliche Trachtenfarben, traditionelle Schnitte - und Froschgoscherl.

Heuer besinnen sich die Trachtenausstatter wieder auf historische Stoffe, Schnitte und Farben: „Blau spielte früher eine große Rolle in der Tracht, weshalb wir die Farbe wieder aufleben lassen“, sagt Nicole Krajewski, Designerin und Einkäuferin bei Trachten Angermaier. Beerentöne seien ebenso angesagt. Und zwar in allen Nuancen - von Himbeere über Johannisbeere bis Brombeere. Eine Renaissance erleben die klassischen Trachtenfarben Rot und Tannengrün, die sich gut kombinieren lassen.

Das ist vor allem für jene praktisch, die ihr altes Dirndl mit einer neuen Schürze oder Bluse wieder salonfähig machen wollen: „Ich empfehle, mit dem alten Dirndl zu uns in den Laden zu kommen, dann können wir schauen, welche Schürze dazu passt“, sagt Krajewski, der eine tannengrüne Schürze zu einem beerenfarbenen Dirndl besonders gefällt.

Loden-Frey, der Beerentöne bereits im vergangenen Jahr in seiner Kollektion hatte, setzt heuer auf

Mieder und beerenfarbene Schürze: Dieses Dirndl gibt es bei Trachten Angermaier. Unten blitzt ein Unterrock aus weißer Spitze heraus, womit das Dirndl den Anspruch der Trachtendesigner erfüllt: Sie halten Unterröcke heuer für unverzichtbar.

die Farben grau und „nude“ - ein hautfarbener, zurückhaltender Ton, der auch in der Kosmetik Akzente setzt. Auch im Schaufenster von Ludwig Beck sind graue Dirndl und Janker zu sehen - „das ist sehr edel“, heißt es am Rathauseck, wo neben pflegeleichten Waschdirndln prunkvolle Festdirndl zu haben sind: „Jacquardstoffe, bestickt mit Rosen, stehen im Mittelpunkt. Schürzen sind aus Seide und handbestickt,“ sagt Andreas Kammermeier. Zudem spielten Folkloremuster eine wichtige Rolle - Paisleymuster, indische Saristoffe und aufwendige, volkstümliche Stickereien aus Russland. Traditionell muten die Schnitte und die Schmuckelemente am Dirndl an. So greifen die Trachtenausstatter etwa die sogenannten Froschgoscherl wieder auf - kleine, froschmaulförmige und handgearbeitete Verzierungen am Rand des Dekolletés: „Das sind traditionelle Formen, die neu interpretiert werden“, erklärt Gabriele Hammerschick, Chefeinkäuferin bei Loden-Frey. Auch Perlmutt-Knöpfchen am Dekolleté seien alt-neue Zierelemente. Hammerschick vermutet, dass man heuer auf der Wiesn viele Mieder-Oberteile sehen wird - im Stil alter Tracht.

Klassisch ist dieses Dirndl von Trachten Angermaier.

Die Renaissance der Tradition in der Trachtenmode beeinflusst auch die Länge des Rocks: Zwar hat Loden-Frey heuer seine langen Dirndl von 92 Zentimeter auf 85 Zentimeter gestutzt, aber kurz ist das nicht: Statt am Knöchel, enden die langen Dirndl jetzt in der Mitte der Wade. Loden-Freys kürzeste Dirndl mit einer Rocklänge von 70 Zentimetern umspielen das Knie: „Das sieht wertiger aus als Dirndl, die oberhalb des Knies enden“, sagt Hammerschick. Ihre Kollegin bei Angermaier, Nicole Krajewski, sieht das genauso: „Derzeit setzt sich eine Rocklänge von 70, 60 Zentimetern durch. Kürzer bitte nicht!“ Auch bei der Schürze ist die richtige Länge wichtig: „Bei einem Baumwolldirndl sollte sie etwa zweieinhalb bis drei Zentimeter kürzer als der Rock sein, bei einem festlichen Dirndl bis zu einem Zentimeter kürzer“, erklärt Krajewski. Zudem seien sogenannte Doppelschürzen in Mode. Man trage beispielsweise eine Schürze aus Seide und darüber eine durchsichtige Tüll- oder Spitzenschürze. „Schürzen sind wichtig zum Kombinieren. Durch das Verändern der Schürze, kann man aus einem Dirndl fünf machen.“

Die Trachten-Designerin Lola Paltinger hält Unterröcke heuer für unverzichtbar: „Ob aus Tüll, Taft oder Spitze: Irgendwas guckt immer unten aus dem Dirndl raus“, sagt die Inhaberin des Labels „Lollipop und Alpenrock“.

Bettina Stuhlweissenburg

Quelle: Oktoberfest live

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