Diözesanrat: Bischof Zdarsa muss deutliche Worte finden

Augsburg - Klare Anforderungen stellt der Diözesanrat an den neuen Augsburger Bischof Zdarsa. Dazu zählt ein offenerer Dialog als mit Mixa. Auch Kritik ist erwünscht.

Der Diözesanrat im Bistum Augsburg hofft auf einen guten Dialog mit dem neuen Bischof Konrad Zdarsa. Um seine großen Aufgaben gut bewältigen zu können, müsse der neue Oberhirte mehr als sein Vorgänger Walter Mixa mit Gremien wie dem Domkapitel oder dem Pastoralrat kommunizieren, sagte der Diözesanratsvorsitzende Helmut Mangold am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

Der Diözesanrat vertritt die Laien im Bistum und ihre Anliegen in der Öffentlichkeit. An diesem Freitag trifft sich das Gremium zum ersten Mal nach der Amtseinführung Zdarsas vor einer Woche zu einer Vollversammlung. Auch der Bischof wird ein Grußwort sprechen.

“Hoffentlich findet er deutliche Worte“, sagte Mangold. “Der Neuaufbruch im Bistum wird durch die Kommunikation angeregt“, betonte Mangold. Dazu gehöre auch, dass nicht mehr nur noch von oben nach unten, sondern auch von unten nach oben kommuniziert werde. Die Meinung der Laien könne dem neuen Bischof bei der Bewältigung seiner Aufgaben helfen, sagte Mangold. Und auch neue Formen der Zusammenarbeit erhofft sich der Diözesanratsvorsitzende von Bischof Zdarsa. “Ich hoffe, dass er offen ist für neue Anregungen und dass er kritische Fragen offen anspricht.“

Bei seinen Begegnungen mit Zdarsa habe er den Eindruck gehabt, dass der Bischof sehr offen diskutiert und gesprächsbereit ist. “Wir müssen uns auf die Sachthemen konzentrieren, weil wir eine Kirche haben, die in einer tiefen Krise war“, betonte Mangold.

Im Frühjahr war Zdarsas Vorgänger Mixa vor allem wegen Vorwürfen, er habe in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geschlagen, immer mehr unter Druck geraten und schließlich zurückgetreten. Das Bistum geriet daraufhin in eine Krise. Zdarsa, so hoffen viele, soll nun den Weg zurück in die Normalität finden. Mixa war nach seinem Rücktritt in Fünfstetten im Kreis Donau-Ries untergekommen. Dort wohnte er in einem Zwei-Zimmer-Appartement im Franziskanerinnenkloster Maria Stern. Im Winter allerdings will er in eine Villa im acht Kilometer entfernten Gunzenheim ziehen. Die, so befürchtet Mangold, könnte zu einer Art Wallfahrtsort für Mixa-Anhänger werden. Dies sei vor allem für den ehemaligen Bischof nicht gut, erläuterte Mangold, weil Mixa so nicht zur Ruhe komme. “Wir als Christen haben die Pflicht, einander zu vergeben“, sagte Mangold zu den Prügelvorwürfen gegenüber Mixa. “Ich bin der Meinung, nach einer Phase der Beruhigung sollte er wieder seelsorgerische Aufgaben wahrnehmen.“

dpa

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