Nachahmer gesucht

Challenge mit Dank? Die Gratitude Challenge

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Jung und Alt haben sich schon für die Gratitude Challenge nominiert. Nicht allen gefällt der Dank über die sozialen Netzwerke.
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Landkreis – Heute schon Danke gesagt? Oder bei einer Challenge mitgemacht? Warum nicht beides gleichzeitig! Mittlerweile steckt sogar etwas Poesie in den Nominierungsaufgaben. Aktuell geht’s um die „Gratitude Challenge“.

Viel hatten wir 2014 schon, die Challenges waren mal mehr tiefgründig und mal weniger. Doch aktuell verbreiten sich Dankesworte in der Region.

Die „Gratitude Challenge“ kommt aus den USA, seit wenigen Wochen demonstriert sie positive Energie, Menschen aus der ganzen Welt haben sich schon gegenseitig nominiert, gute Gedanken und Dankesworte zu posten. „An fünf aufeinanderfolgenden Tagen werde ich jeweils drei Dinge posten, für die ich dankbar bin“ erklärt Nadja das System der Challenge. Es sei endlich einmal die Möglichkeit, von den negativen Schlagzeilen abzulenken, meint Moritz.

In einer Kneipe in Wasserburg kommt man ins Gespräch, wir fragen nach, ob jemand diese neuartige Challenge bereits kennt. „Freilich“ heißt es von einigen Gästen. „Haben wir schon mitgemacht“.

Heut schon DANKE gesagt? Statt einer Umarmung gibt es für viele eine öffentliche Dankesnennung in Form eines Posts zur Gratitude Challenge.

Erstaunlich, die unterschiedlichen Menschen, die der Aufforderung nach „Dankes-Posting“ nachkommen. Diejenigen, die alles mitmachen, weil die eigene Person so etwas stärker repräsentiert werden könne. Andere, die bislang jeder Challenge den Rücken kehrten, und diejenigen, die einfach nominiert wurden und die Sache in der hektischen Zeit sehr passend finden. Auch das Alter der Dank-Verbreiter könnte unterschiedlicher nicht sein. Von 15 bis 75 ist alles mit dabei. „Endlich muss ich mal nachdenken und kann tiefgründig und persönlich für mich wichtige Punkte aussprechen“, findet Nicole. Es schade nichts, wenn man von seinem Höhenflug auch mal wieder etwas runterkomme, so die 41-Jährige.

Nicht so überzeugt davon ist Jan. Der 28-Jährige findet es dämlich, sich und seine persönlichsten Momente und Liebesbotschaften auf Facebook zu posten. "Das geht mir zu sehr ins Private". Das Soziale Netzwerk könne somit noch stärker von allen dazu benutzt werden, persönliche Details von Usern zu sammeln. Er selbst werde sich an dieser Challenge nicht beteiligen, auch wenn es deshalb schon Streit mit seiner Freundin gab, lächelt Jan verlegen.

Der Ablauf

Die Gratitude Challenge ist einfach zu verstehen. Derjenige, der nominiert wurde, soll an fünf Tagen jeweils DREI Dinge, Menschen, Ereignisse oder dergleichen posten, für die er dankbar ist. Auch positiv wirkende Situationen sind erlaubt. Eine Frau aus Indonesien hat beispielsweise gepostet, dass sie dankbar sei, bei dem Unfall in einem Parkhaus nicht ein noch teureres Auto angefahren zu haben. Andere danken für die eigene Familie oder den Liebsten. Ein Merci kommt für Tatsachen wie das baldige Wochenende oder eine schöne Wohnung. Außerdem sollen zwei Menschen nominiert werden, sich an der Gratitude Challenge zu beteiligen.

Die Challenge umgewandelt

Bereits Anfang des Jahres fing die Challenge in den USA an, von Landjugendgruppen als Projekt gehandhabt zu werden. Ein Gruppensprecher gab jeden Tag ein „Stichwort“ und forderte die Umgebung und Mitbürger dazu auf, sich darüber persönlich Gedanken zu machen und in den Kommentaren ihre Eindrücke zu schreiben. Da kam es auch einmal vor, dass das Stichwort „Gegner des eigenen Alltags“ fiel. Viele machten mit, schrieben über den persönlichen Kontrahenten und erzählten ihre persönlichen Ereignisse. Die Gratitude Challenge bekam so einen ganz eigenen „Touch“.

Die Region ist Dankes-willig

Aktuell wird aber darauf bestanden, als Einzelperson über persönliche Befindlichkeiten zu schreiben, über etwas, wofür man dankbar ist, anschließend erfolgt die Nominierung anderer. In der Region wird diese Challenge von vielen für einen guten Weg zu mehr Besinnung und Wertschätzung gehalten.

Selbst ein äußerst moderner Kaplan aus der Umgebung hält es für äußerst schön, dadurch das Thema Dank wieder populär zu machen. „Nicht nur Erntedank gehört zum kirchlichen Leben und zu einer Tradition in der Landwirtschaft“, so der 32-Jährige Geistliche. Es sei eine Chance, sich zu besinnen und sich und seine Umgebung näher zu betrachten und zu beachten. Ein Versuch sei es allemal wert, durch eine Challenge, die Dank verbreiten soll, die Welt mitsamt negativ besetzter Struktur etwas „geschmeidiger“ zu machen. Selbst wenn viele nur dem Trend des Nominierungs-Drucks nachgehen würden.

Quelle: rosenheim24.de

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