Schutzmaßnahmen, Inkubationszeit, Symptome etc.

Coronavirus in der Region: Das müssen Sie nun wissen

Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf im Landkreis Traunstein?
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Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen am Donnerstagabend aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg.

Siegsdorf/München - In Bayern gibt es inzwischen sechs Patienten, die mit dem neuartigen Coronavirus aus China infiziert sind. Zwei davon, ein Vater und sein Kind, stammen aus Siegsdorf im Landkreis Traunstein. chiemgau24.de beantwortet nun die wichtigsten Fragen:

Wie wird/wurde das Coronavirus übertragen?

Das Coronavirus wird vermutlich von Tier zu Mensch übertragen: Als Ausgangspunkt gilt ein Tiermarkt in Wuhan, auf dem Wildtiere wie Schlangen verkauft und verspeist werden.


Wie wird das Coronavirus (2019-nCoV) auch von Mensch zu Mensch übertragen?

Das neue Coronavirus 2019-nCoV ist bei engem Kontakt prinzipiell von Mensch zu Mensch übertragbar. Es wurden mittlerweile auch einzelne Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die offenbar noch keine Symptome gezeigt hatten.

Wie lang dauert die Inkubationszeit?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird die Inkubationszeit (die Zeit, die zwischen der Infektion mit einem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht) mit bis zu 14 Tagen angegeben.


Weitere Informationen beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Wie kann ich mich vor einer Infektion schützen?

Die üblichen Hygieneempfehlungen beim Vorliegen von infektiösen Atemwegserkrankungen, wie z.B. Grippe schützen auch vor einer Infektion mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV: 

  • Abstand halten und engen Kontakt mit Personen, die an einer Atemwegsinfektion erkrankt sind, meiden. 
  • Häufiges Händewaschen (u. a. Hände mit Seife waschen) und/oder Hände desinfizieren.
  • Beim Niesen und Husten Mund und Nase mit der Armbeuge abdecken.
  • Ausreichend Schlaf und gesunde Ernährungen (kein Alkohol) sind ebenso für das Immunsystem von großer Bedeutung.

Brauche ich einen Mundschutz? 

In München sind Atemschutzmasken bereits überall ausverkauft. Doch Thomas Leitermann von der Inn-Apotheke in Mühldorf am Inn rät dringend von Panikkäufen ab: "Der Einsatz von Mundschutz bei Gesunden, um eine Infektion zu verhindern, ist nicht eindeutig belegt." 

Wichtiger sind eher die üblichen Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges gründliches Händewaschen (auch desinfizieren), auf Hände schütteln verzichten und Menschenansammlungen meiden. 

Atemschutzmasken werden hingegen in erster Linie für Kranke selbst oder für Pflegende empfohlen, die engen Kontakt mit Erkrankten haben. 

Welche Symptome zeigen sich bei einer Infektion?

Die klinischen Symptome einer Infektion mit 2019-nCoV umfassen nach derzeitigem Stand: 

  • Fieber
  • Husten
  • Atembeschwerden (Atemnot)
  • Müdigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Kurzatmigkeit 
  • Teilweise auch Durchfall

Schwerere Erkrankungen verlaufen als Pneumonie, akutes Lungenversagen (acute respiratory distress syndrome, ARDS), Nierenversagen oder in wenigen Einzelfällen tödlich. Todesfälle traten allerdings bisher vor allem bei Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten.

Wie gefährlich ist der Coronavirus?

Kliniken in ganz Deutschland, Bayern und natürlich in der Region sind "gut gerüstet und vorbereitet", hieß es noch am Dienstag von Seiten des Landratsamts Rosenheim. "Patienten mit Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus werden in einem Einzelzimmer untergebracht mit speziellen hygienischen Schutzmaßnahmen", so eine Sprecherin des RoMed-Klinikums in Rosenheim.

Doch ist der Coronavirus wirklich so gefährlich? "Ich glaube, der Ball sollte ein bisserl flach gehalten werden. Denn das Coronavirus ist auf keinen Fall so gefährlich wie die Influenza-Viren", wie Professor Rainer Willy Hauck, Chefarzt der Pneumologie und Beatmungsmedizin an den Kreiskliniken Altötting-Burghausen gegenüber unserer Redaktion mitteilte. 

Bereits seit einer Woche sind auch die Fachberater Seuchenschutz des MHW (Medizinisches Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V.) im Einsatz, um mit Information und Handlungsanweisungen den Rettungsdienst und Katastrophenschutz zu unterstützen. 

Parallel zu den amtlichen Empfehlungen der Behörden erarbeiteten die Spezialisten des MHW ein Konzept von Maßnahmen, um bei Rettungseinsätzen eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Dieser Katalog wurde inzwischen auch bundesweit von Rettungsdiensten übernommen und wird auch auf Rettungswachen in Bayern umgesetzt.

Geht eine Gefahr von Lieferungen/Paketen aus China aus?

Da das Virus nach derzeitigem Kenntnisstand nicht lang haltbar und auch nicht sehr leicht übertragbar ist, geht nach derzeitiger fachlicher Einschätzung von Warensendungen aus China kein Infektionsrisiko aus.

Was sollten Betroffene tun, die die Sorge haben, am neuartigen Coronavirus erkrankt zu sein?

Personen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben (z.B. in Wuhan, China) oder Personen, die Kontakt mit einer an dem neuartigen Coronavirus erkrankten Person hatten, und innerhalb von 14 Tagen Krankheitszeichen wie Fieber oder Atemwegsprobleme entwickeln, sollten ihre Ärztin oder Arzt aufsuchen. 

Dabei ist es aber wichtig, den Praxis-/Krankenhaus-Besuch vorher anzukündigen. Schildern Sie den Medizinern, dass Sie in der betroffenen Region waren oder Kontakt mit einer erkrankten Person hatten und die entsprechenden Krankheitszeichen haben. 

Vorbereitungen und einzelne Maßnahmen für das Auftreten eines Verdachtsfalles mit dem neuartigen Coronavirus zeigt diese Grafik. (Zum Vergrößern anklicken.)

Was sind eigentlich "Coronaviren"?

Coronaviren sind behüllte RNA-Viren, die über ein breites Wirtsspektrum verfügen, zu dem Säugetiere, Vögel und Menschen gehören. Eine bestimmte Gruppe, die β-Coronaviren, können vom Tier auf den Menschen übertragen werden und beim Menschen auch schwerer verlaufende Erkrankungen auslösen.

Gibt es einen Impfstoff, der gegen das neuartige Coronavirus schützt? 

Es gibt Fortschritte bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Coronaviren, insbesondere MERS-CoV-Impfstoffe, die momentan in klinischen Studien erprobt werden, aber noch nicht zur Anwendung zur Verfügung stehen.

mw/jg

Quelle: chiemgau24.de

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