Coronavirus in Bayern und der Region

Vater und Kind (5) aus Siegsdorf "stabil" - Mehr Tote als durch Sars

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Siegsdorf/München - In Bayern gibt es inzwischen acht bestätigte Fälle des Coronavirus aus China. Am Sonntagvormittag wurden zwei weitere Fälle in Deutschland unter den Rückkehrern aus China bestätigt. Zudem gibt es nun den ersten Todesfall außerhalb der Volksrepublik China.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Coronavirus in Bayern angekommen - insgesamt acht Fälle
  • Ein Mann stammt aus Siegsdorf (Landkreis Traunstein)
  • Auch eines seiner drei Kinder hat sich infiziert
  • Einsatz mit Schutzanzügen am späten Donnerstagabend (30. Januar)
  • Familie in Klinik nach Trostberg eingeliefert
  • Altöttinger Schule sagt China-Austausch ab
  • 2. Februar: zwei weitere Fälle in Südpfalz bei China-Rückkehrern

Update, Montag 3. Februar, 6.50 Uhr: Rekordanstieg bei Infektionen

In China sind schon jetzt mehr Menschen durch das neuartige Coronavirus ums Leben gekommen als bei der Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Die Gesundheitskommission in Peking meldete am Sonntag den bisher stärksten Anstieg der Infektionen und Todesfälle innerhalb eines Tages.


An der Lungenkrankheit starben demnach erneut 57 Menschen. Damit stieg die Gesamtzahl auf 361 Tote - mehr als es 2002/2003 in der Volksrepublik durch das Schwere Akute Atemwegssyndrom (Sars) gegeben hatte. Weltweit waren damals allerdings 774 Tote zu beklagen gewesen.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in China kletterte den Angaben zufolge erneut sprunghaft um 2829 auf 17.205 Fälle. Die Behörden sprachen zudem von mehr als 20.000 Verdachtsfällen. Weltweit sind rund 180 Erkrankungen in zwei Dutzend anderen Ländern bestätigt.

Update, 21.09 Uhr - Forscher mit entscheidendem Durchbruch

Italienische Forscher haben nach Medienberichten das Coronavirus isoliert. „Das ist international eine wichtige Nachricht. Sie bedeutet, dass es mehr Möglichkeiten gibt, es zu verstehen und zu studieren, um es eindämmen zu können“, sagte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Sonntag. Die Ergebnisse der Wissenschaftler vom nationalen Institut für Infektionskrankheiten Lazzaro Spallanzani in Rom würden der internationalen Gemeinschaft für weitere Forschungen zur Verfügung gestellt.

An dem Spezialinstitut in Rom werden auch Untersuchungen im Fall eines Corona-Verdachts in Italien durchgeführt. Es gibt in dem Mittelmeerland zwei bestätigte Fälle von chinesischen Touristen, die mit dem Virus aus ihrem Heimatland infiziert sind. Die Forscher selbst erläuterten nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa, sie hätten das Virus weniger als 48 Stunden nach der Diagnose für die beiden Patienten isolieren können. Australische Forscher hatten bereits vor einigen Tagen im Labor das Coronavirus nachgezüchtet.

Update, 14.10 Uhr - Virus 2019-nCoV auch in Stuhlproben

"Die betroffenen Personen haben diesen Befund gefasst aufgenommen und wurden isoliert", hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Luftwaffe, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie des Landkreises und der Stadt Germersheim. Sie sollten am Sonntag in das Frankfurter Uniklinikum gebracht werden.

Nach neuesten Erkenntnissen chinesischer Forscher kann sich das Coronavirus nicht nur über Tröpfchen, sondern auch über das Verdauungssystem verbreiten. Die Mediziner haben das Virus 2019-nCoV auch in Stuhlproben und Rektalabstrichen gefunden, nachdem sie festgestellt hatten, dass einige Patienten allein Durchfall statt üblicherweise Fieber bekommen hatten, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag berichtete. An der Forschung waren das Renmin Hospital der Universität Wuhan und das Virus-Institut der chinesischen Akademie der Wissenschaften in der schwer betroffenen Provinzhauptstadt von Hubei beteiligt.

Am Samstag hatte die Bundeswehr Deutsche und Angehörige aus der stark vom Coronavirus betroffenen Stadt Wuhan in China zurückgeholt. Vom Flughafen Frankfurt aus wurden 115 von ihnen nach medizinischen Untersuchungen zu einer Kaserne nach Germersheim (Rheinland-Pfalz) gebracht, in der sie die nächsten zwei Wochen in Quarantäne verbringen müssen. Da die Erkrankung bis zu zwei Wochen nach der Infektion ausbrechen kann, ist die Quarantäne nötig.

UPDATE, 11.50 Uhr - Siegsdorfer Familie weiterhin stabil

Alle Patienten aus Bayern, die sich mit dem neuartigen Coronavirus aus China infiziert haben, sind weiterhin in "einem gesundheitlich stabilen Zustand". Dies gilt somit auch für den Familienvater und dessen Kind (5) aus Siegsdorf im Landkreis Traunstein. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium in München soeben mit. Die fünfköpfige Familie befindet sich seit Donnerstagabend im Krankenhaus Trostberg in Quarantäne.

Der (vorerst) letzte Fall war am Samstagabend bekannt geworden. Es handelt sich nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) um einen 33-jährigen Mann, der in der Stadt München wohnhaft ist. Er ist ebenfalls Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg, bei der auch sechs der bislang bekannt gewordenen Coronavirus-Fälle beschäftigt sind. Er befindet sich wie fünf weitere Fälle in der München Klinik Schwabing.

Chefarzt Prof. Dr. med. Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing betonte: "Wir stehen in engem Austausch mit nationalen und internationalen medizinischen Experten von Universitäten und der WHO. Alle sechs Fälle bei uns mit Nachweis des Coronavirus (2019-nCoV) sind in einem klinisch stabilen Zustand, zeigten im Verlauf teilweise grippeähnliche Symptome und sind aktuell weitestgehend symptomfrei. Alle Patienten bleiben weiterhin zur klinischen Beobachtung bei uns."

Die Coronavirus-Tests bei den Mitarbeitern der Firma Webasto sind nun abgeschlossen. Dort hatte nach den vier ersten Fällen eine entsprechende Testreihe am Mittwoch, Donnerstag und Freitag stattgefunden. Davon liegen nun 139 negative und zwei positive Ergebnisse vor. Unterdessen berichtet tagesschau.de, dass sich zwei der mehr als 100 Rückkehrer aus China mit dem Coronavirus infiziert haben. Das bestätigte der Landrat des Kreises Germersheim. Die Rückkehrer halten sich dort in einer Kaserne auf. Die beiden Infizierten sollen nun in ein Krankenhaus verlegt werden.

Fotos vom Einsatz am Donnerstag im Landkreis Traunstein:

Coronavirus im Landkreis Traunstein: Einsatz des BRK in Siegsdorf am 30. Januar

Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg.
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg. © FDL/Lamminger
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg.
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg. © FDL/Lamminger
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg.
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg. © FDL/Lamminger
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg.
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg. © FDL/Lamminger
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg.
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg. © FDL/Lamminger
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg.
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg. © FDL/Lamminger
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg.
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg. © FDL/Lamminger
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg.
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg. © FDL/Lamminger
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg.
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg. © FDL/Lamminger
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg.
Coronavirus-Verdacht in Siegsdorf? Das BRK holte vier Personen aus einem Wohnhaus ab und brachte sie ins Krankenhaus nach Trostberg. © FDL/Lamminger

UPDATE, 2. Februar, 7.05 Uhr - Erster Todesfall außerhalb Chinas

Während die deutschen Staatsbürger, die sich in der Krisenprovinz rund um Wuhan aufgehalten hatten, bis zum späten Samstagabend wieder nach Deutschland geflogen wurden und sich dort in Quarantäne begaben, meldete die chinesische Gesundheitskommission, dass dass die Lungenkrankheit mit den neuen Todesfällen in Hubei nun insgesamt 304 Menschen in China das Leben gekostet hat. Die Zahl der bestätigten Erkrankungen kletterte demnach so schnell wie noch nie innerhalb eines Tages - um 2.580 auf 14.380 Fälle. 

Außerhalb Chinas sind bis dato rund 150 Infektionen bekannt - acht davon in Deutschland beziehungsweise eben in Bayern und der Region. Und am Sonntagmorgen meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun den ersten bestätigten Todesfall außerhalb der Volksrepublik China: Ein am 21. Januar auf die Philippinen gereister Chinese aus Wuhan sei am Samstag gestorben, seine Begleiterin erkrankt. Bei ihnen handelt es sich laut WHO um die einzigen nachgewiesenen Infektionsfälle auf den Philippinen. Mögliche Kontaktpersonen würden untersucht.

Update, 20.20 Uhr - Betroffener wohnt in München

In Bayern ist bei einer achten Person das Coronavirus nachgewiesen worden, das berichtet unser Partnerportal tz.de unter Berufung auf das bayerische Gesundheitsministerium. 

Betroffen sei demnach ein 33-jähriger Mitarbeiter der Firma Webasto in Stockdorf im Landkreis Starnberg. Der Mann sei wohnhaft in München. Über weitere Einzelheiten will das Ministerium am Sonntag informieren.

Währenddessen liefert die Europäische Union im Kampf gegen das neuartige Coronavirus zwölf Tonnen Schutzkleidung an China. Wie die EU-Kommission am Samstagabend mitteilte, hatte die Volksrepublik um die Hilfsmittel gebeten. Das EU-Notfall-Koordinierungszentrum habe Kontakt mit den EU-Staaten aufgenommen. Diese hätten die zwölf Tonnen Schutzkleidung zusammengetragen, die bereits unterwegs nach China seien. 

Die Epidemie mit dem neuartigen Coronavirus in China erlebte am Samstag den bisher höchsten Anstieg der Infektionen und Todesfälle innerhalb eines Tages. Die Gesundheitskommission in Peking meldete einen Zuwachs um fast 2000 auf 11 791 Erkrankte. Die Zahl der Todesfälle kletterte um 46 auf 259.

mz/dpa

Update, 17.30 Uhr - 127 Testergebnisse negativ

Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Samstag über die aktuelle Entwicklung bei dem neuartigen Coronavirus in Bayern informiert. Ein Ministeriumssprecher teilte in München mit, dass sich der am Freitagabend bekannt gewordene Fall in einem gesundheitlich stabilen Zustand befindet. 

Es handelt sich um einen 52-jährigen Mann, der im Landkreis Fürstenfeldbruck wohnhaft ist und sich wie vier weitere Fälle in der München Klinik Schwabing befindet. Alle sind Mitarbeiter der Firma aus dem Landkreis Starnberg, bei der auch der zuerst bekannt gewordenen Coronavirus-Fall beschäftigt ist.

Chefarzt Prof. Dr. med. Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing betonte am Samstag: „Der neu bestätigte Verdachtsfall mit Nachweis des Coronavirus (2019-nCoV) zeigt aktuell nur leichte Symptome. Auch die bereits bekannten vier Patienten mit positivem Testergebnis sind aktuell weitestgehend symptomfrei. Alle Patienten bleiben weiterhin zur klinischen Beobachtung bei uns.“

Derzeit gibt es insgesamt sieben bekannte Coronavirus-Fälle in Bayern. Der sechste Fall war am Freitagmittag bestätigt worden. Es handelt sich um ein Kind des Mannes aus dem Landkreis Traunstein, dessen positiver Befund am späten Donnerstagabend bekannt geworden war. Auch diese beiden Patienten befinden sich nach Klinik-Angaben (Trostberg) vom Samstag in gesundheitlich stabilem Zustand.

Bei der Firma aus dem Landkreis Starnberg hatte am Mittwoch, Donnerstag und Freitag eine Testaktion für Mitarbeiter stattgefunden. Von 128 jetzt derzeit vorliegenden Ergebnissen waren 127 negativ. Der positive Befund stammt von dem Mann im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

UPDATE, 13.05 Uhr - Derzeit keine Gefahr für Kindergarten

Für den Betriebskindergarten der Firma Brückner in Siegsdorf besteht in Sachen Coronavirus keine Gefahr. Eine der erkrankten Personen besucht den Betriebskindergarten. Das teilte das Landratsamt Traunstein soeben mit.

Im Rahmen der Ermittlungen des Gesundheitsamts Traunstein und des Robert-Koch-Instituts konnte festgestellt werden, dass die betroffene Person nach derzeitigem Kenntnisstand zur Zeit des letzten Besuches nicht ansteckungs- oder krankheitsverdächtig war. Eine weitere Infektionsgefahr für die Kinder liegt somit derzeit nicht vor.

Das Gesundheitsamt rät auf Grund der aktuellen Grippewelle guter Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette, so wie es aber überall und jederzeit angeraten ist.

UPDATE, 11.15 Uhr - Infizierte in stabilem Zustand

Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Samstagvormittag, 1. Februar, über die aktuelle Entwicklung bei dem neuartigen Coronavirus in Bayern informiert. Ein Ministeriumssprecher teilte mit, dass sich der am Freitagabend bekannt gewordene Fall in einem gesundheitlich stabilen Zustand befindet. Es handelt sich um einen 52-jährigen Mann, der im Landkreis Fürstenfeldbruck wohnhaft ist und sich wie vier weitere Fälle in der Klinik München-Schwabing befindet.

Chefarzt Prof. Dr. med. Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing betonte am Samstag: "Der neu bestätigte Verdachtsfall mit Nachweis des Coronavirus (2019-nCoV) zeigt aktuell nur leichte Symptome. Auch die bereits bekannten vier Patienten mit positivem Testergebnis sind aktuell weitestgehend symptomfrei." Die Patienten bleiben zur weiteren klinischen Beobachtung aber bis auf weiteres im Krankenhaus, hieß es. Auch der Vater und sein Kind (5) aus Siegsdorf, die sich zusammen mit anderen Familienmitgliedern in der Klinik in Trostberg in Quarantäne befinden, sind laut Ministerium "in gesundheitlich stabilem Zustand".

Bei der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg hatte am Mittwoch, Donnerstag und Freitag eine Testaktion für Mitarbeiter stattgefunden. Von 128 jetzt derzeit vorliegenden Ergebnissen waren 127 negativ. Der (letzte) positive Befund stammt von dem Mann im Landkreis Fürstenfeldbruck.

UPDATE, 10.20 Uhr - Webasto nimmt Betrieb wieder auf

Die Webasto-Zentrale in Stockdorf bei München soll am Dienstag, 4. Februar, wieder den Betrieb aufnehmen. Das teilte die Firma am Samstagmorgen, 1. Februar, in einer Pressemitteilung mit. Bei insgesamt sechs Mitarbeitern der Firma war das neuartige Virus aus China nachgewiesen worden. Einer dieser Männer wohnt in Siegsdorf im Landkreis Traunstein und hat anschließend auch sein Kind (5) infiziert. Die ganze Familie ist deswegen seit Donnerstagabend, 30. Januar, in Quarantäne.

Bei 122 getesteten Mitarbeitern des Automobilzulieferers wurde das Coronavirus hingegen nicht nachgewiesen. Einige wenige Testergebnisse stehen laut Webasto allerdings noch aus.

UPDATE, Samstag, 7.05 Uhr - Insgesamt sieben Fälle

Auch das bayerische Gesundheitsministerium bestätigte am Freitagabend per Pressemitteilung sieben bekannte Coronavirus-Fälle in Bayern (Stand: Freitag, 31. Januar, 19.30 Uhr). Der bislang letzte positive Befund stammt demnach von einem Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, der ebenfalls bei der Firma Webasto tätig war.

Dort hatte am Mittwoch, Donnerstag und Freitag eine Testaktion für Mitarbeiter stattgefunden. Von 128 jetzt derzeit vorliegenden Ergebnissen waren 127 negativ. Weitere Einzelheiten will das Ministerium am Samstag den Medien mitteilen.

Update, 19.50 Uhr: Weiterer Mitarbeiter von Webasto mit Coronavirus infiziert

Zweit weitere Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto haben sich laut Pressemitteilung des Unternehmens mit dem Coronavirus infiziert. Die beiden Angestellten arbeiteten in der Firmenzentrale in Stockdorf (Landkreis Starnberg). Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums stammt einer der Männer aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Bei der anderen Person handelt es sich um den Familienvater aus Siegsdorf.

Die Mitarbeiter hätten laut Unternehmen engen Kontakt zu den bereits Anfang der Woche positiv getesteten Kollegen gehabt. "Wir sind mit allen unseren betroffenen Mitarbeitern im Austausch. Die zwei jetzt positiv Getesteten befinden sich in stationärer Behandlung in Kliniken im Landkreis Traunstein beziehungsweise Schanghai. Wir wünschen ihnen und ihren Familien alles Gute und eine baldige Genesung“, so Dr. Holger Engelmann, Vorsitzender des Vorstands, Webasto SE.

Update, 16.25 Uhr: Kind (5) infiziert - Baby (6 Monate) betroffen?

Die betroffene fünfköpfige Familie ist derzeit auf eigenen Wunsch gemeinsam in einem einzigen abgeschotteten Raum in der Klinik Trostberg untergebracht. Prof. Dr. Glück, Leiter Innere Abteilung der Klinik Trostberg, welcher die Familie behandelt, sagte auf der Pressekonferenz in Traunstein: „Der Gesundheitszustand ist bei allen stabil. Gerade die Kinder sind milde erkrankt. Wir haben zwei bestätigte Familienmitglieder, gehen aber davon aus, dass die ganze Familie infiziert ist.“

Zur Identität der Familie machten die Experten von Gesundheitsamt und Klinikum Südostbayern AG und Trostberg nur wenige Angaben. Auf der Pressekonferenz wurde nur bekanntgegeben, dass sich ein Kind noch im Säuglingsalter befindet und die beiden anderen noch keine fünf Jahre alt sind.

Laut Bild-Informationen soll es sich bei dem infizierten Kind um ein Fünfjähriges handeln. Das jüngste Mitglied der Familie sei demnach sechs Monate alt. Der Vater und das fünfjährige Kind hätten Anfang der Woche Symptome wie Muskelbeschwerden, Husten und Durchfall aufgewiesen. 

Prof. Dr. Glück betonte jedoch, dass es sich hier wohl um eine schwache Ausprägung des Coronavirus handelt.

Update, 15 Uhr - "Gehen davon aus, dass die ganze Familie infiziert ist"

Prof. Dr. Glück, Leiter Innere Abteilung der Klinik Trostberg, welcher die betroffene Familie des infizierten Mannes behandelt, sagte auf einer Pressekonferenz in Traunstein: „Der Gesundheitszustand ist bei allen stabil. Gerade die Kinder sind milde erkrankt. Wir haben zwei bestätigte Familienmitglieder, gehen aber davon aus, dass die ganze Familie infiziert ist.“

Update, 14.33 Uhr - Insgesamt sechs bestätigte Fälle in Bayern

Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Freitag über die aktuelle Entwicklung bei dem neuartigen Coronavirus in Bayern informiert. Ein Ministeriumssprecher teilte in München mit, dass nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Mittag ein weiterer Coronavirus-Fall in Bayern bestätigt wurde. Es handelt sich um ein Kind des Mannes aus dem Landkreis Traunstein, dessen positiver Befund am späten Donnerstagabend bekannt geworden war. Die ganze Familie befindet sich mittlerweile in 

Der Mann ist Mitarbeiter der Firma aus dem Landkreis Starnberg, bei der auch die anderen vier bislang bekannten Fälle beschäftigt sind.

Damit gibt es insgesamt sechs Coronavirus-Fälle in Bayern. Alle Betroffenen befinden sich nach Ärzte-Angaben derzeit in einem stabilen gesundheitlichen Zustand. 

Die Tests von weiteren Personen, die ebenfalls bei dieser Firma arbeiten, brachten bis zum Freitagmittag (12 Uhr) keinen weiteren positiven Befund. Weitere Einzelheiten wird das bayerische Gesundheitsministerium im Laufe des Freitagabends mitteilen. Die bisher ermittelten Kontaktpersonen sollen sich häuslich isolieren und sich mit Angaben zu ihrem Gesundheitsstatus fortlaufend beim Gesundheitsamt melden.

UPDATE, 14.24 Uhr - Altöttinger Gymnasium sagt China Austausch ab

Das Coronavirus ist allgegenwärtig und zieht immer größere Kreise. Nun hat auch das Maria-Ward-Gymnasiums Altötting auf die Ausnahmesituation reagiert. Die Schule hat den geplanten Schüleraustausch mit einer chinesischen Schule aus Hangzhou abgesagt. Das berichtet pnp.de.

Es sei unklar, wie sich die Lage in den kommenden Wochen entwickeln werde. Es handelt sich hierbei um eine Vorsichtsmaßnahme, da auch unklar sei, welche Sehenswürdigkeiten man besuchen bzw. ob man öffentliche Verkehrsmittel überhaupt nützen könnte.  

Bereits seit einer Woche sind auch die Fachberater Seuchenschutz des MHW (Medizinisches Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V.) im Einsatz, um mit Information und Handlungsanweisungen den Rettungsdienst und Katastrophenschutz zu unterstützen. 

Parallel zu den amtlichen Empfehlungen der Behörden erarbeiteten die Spezialisten des MHW ein Konzept von Maßnahmen, um bei Rettungseinsätzen eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Dieser Katalog wurde inzwischen auch bundesweit von Rettungsdiensten übernommen und wird auch auf Rettungswachen in Bayern umgesetzt.

UPDATE, 12.45 Uhr - Behörden geben Pressekonferenz

Für 14 Uhr wurde nun wegen Coronavirus-Falls im Landkreis Traunstein eine Pressekonferenz angesetzt. Diese findet ab 14 Uhr im Gesundheitsamt in Traunstein statt. chiemgau24.de ist vor Ort und wird davon live berichten. Sofern es die Technik zulässt, wird die Redaktion die Pressekonferenz auch live auf Facebook übertragen.

Bei der Pressekonferenz werden Dr. Wolfgang Krämer (Leiter Gesundheitsamt Traunstein), Dr. Stefan Paech (Medizinischer Direktor bei Kliniken Südostbayern AG) und Prof. Dr. med. Thomas Glück (Chefarzt am Klinikum Trostberg) Rede und Antwort stehen.

Die Pressekonferenz wird HIER im Liveticker übertragen!

UPDATE, 11.40 Uhr - Ministerium will am Nachmittag informieren

Das Bayerische Gesundheitsministerium will voraussichtlich am Nachmittag gegen 14 Uhr die Medien über den aktuellen Stand - auch den aktuellen Fall aus dem Landkreis Traunstein betreffend - informieren. "Wir erwarten, dass heute bis zum frühen Nachmittag weitere Testergebnisse vorliegen", teilte eine Sprecherin soeben mit. 

UPDATE, 10.20 Uhr - Weitere Infos am frühen Nachmittag?

Nach wie vor ist nicht bestätigt, dass der fünfte Infizierte aus Siegsdorf kommt. Bislang bleibt es weiter bei der offiziellen Verlautbarung: Landkreis Traunstein. 

Auf erneute Nachfrage von chiemgau24.de erklärte soeben eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums in München, dass voraussichtlich am "frühen Nachmittag mit weiteren Informationen zu rechnen" sei.

UPDATE, 9.30 Uhr - Was passiert eigentlich im Notfall?

Parallel zu allen Maßnahmen laufen die Untersuchungen der Gesundheitsämter, wer neben den 110 Kollegen der Firma Webasto etwa im privaten Umfeld Kontakt zu den jetzt fünf betroffenen Patienten in Bayern hatte. Erste Testergebnisse hierzu sollen am Freitag, 31. Januar, vorliegen. 

Doch was passiert in einem Verdachtsfall? Es müssten sofort entsprechende Hygienemaßnahmen eingehalten werden, um eine Übertragung durch Tröpfchen zu verhindern. So sollten möglicherweise mit dem Virus infizierte Patienten einen mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz tragen und in einem Isolierzimmer möglichst mit Vorraum oder Schleuse untergebracht werden. Wenn das nicht möglich ist, sollte es zumindest ein Einzelzimmer mit eigener Nasszelle sein. Das Personal müsse Schutzkleidung, Schutzbrille, Handschuhe und spezielle Atemmasken tragen.

Im Notfall könnte die München Klinik Schwabing die Kapazitäten aufstocken, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) meldete. "Dann hätten wir bis zu 30 Betten in Schwabing für die Versorgung von Coronavirus-Patienten zur Verfügung", sagte Chefarzt Dr. Clemens Wendtner. Diese Betten sollten aber ausschließlich für bestätigte Coronavirus-Patienten vorgehalten werden, betonte er. "Deshalb gilt: Wer hohes Fieber hat, hat mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eine normale Erkältung oder Grippe", sagte Wendtner.

Verdachtsfälle sollten nicht automatisch nach Schwabing geschickt werden. "Bevor diese Patienten in Schwabing in unserer Infektiologie aufgenommen werden, sollte der Coronavirus-Test erfolgt sein." Die Klinik befände sich hierzu in engem Austausch mit anderen Krankenhäusern, Ärzten und dem bayerischen Gesundheitsministerium.

UPDATE, 9.05 Uhr - Video dokumentiert Transport

Jetzt gibt es ein Video, das den Transport der Familie aus Siegsdorf ins Krankenhaus nach Trostberg dokumentiert. Dort wurde die Familie, zu deren Identität und deren Gesundheitszustand es noch keine weiteren Informationen gibt, über einen Hintereingang in die Isolierstation des Krankenhauses gebracht.

UPDATE, 8.20 Uhr - Offizielle Bestätigung steht noch aus

Auch gegen 8.15 Uhr gab es noch keine offizielle Bestätigung seitens des Gesundheitsministeriums, dass die betroffene Familie aus Siegsdorf stammt. Bisher bleibt es bei der offiziellen Verlautbarung: "Landkreis Traunstein". chiemgau24.de hat bereits eine entsprechende Anfrage bei der Pressestelle des Ministeriums gestellt.

Lesen Sie auch: Coronavirus in der Region - Das müssen Sie jetzt wissen

UPDATE, 7.40 Uhr - Auch DAK Rosenheim schaltet Hotline

Auch die DAK Rosenheim bietet nun eine Hotline für Fragen bezüglich des Coronavirus an. Dort informieren Medizin-Experten über die neue Lungenkrankheit und die Gefahren einer Infektion. Zwischen 8 und 20 Uhr beantworten Ärzte und Hygienefachleute Fragen zu Risiken und notwendigen Schutzmaßnahmen. Das spezielle Serviceangebot unter der kostenlosen Rufnummer 0800/1111 841 können Kunden aller Krankenkassen nutzen.

"Vor allem für Patienten, die an einer Vorerkrankung leiden, ist eine Infektion gefährlich. Wir können eine weite Verbreitung der Coronaviren in Deutschland verhindern, wenn wir erste Krankheitsfälle früh erkennen, die betroffenen Patienten isolieren und konsequent Hygienemaßnahmen einhalten. (...)", sagte Michael Köberich von der DAK-Gesundheit Rosenheim.

UPDATE, 7.15 Uhr - Hotline eingerichtet

Für besorgte Bürgerinnen und Bürger hat das Bayerische Gesundheitsministerium bzw. das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit inzwischen eine Hotline eingerichtet. Die Telefonnummer der Coronavirus-Hotline lautet: 09131/6808-5101.

Nach Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) gibt es derzeit dort rund 500 Anrufe pro Tag. Wegen der hohen Nachfrage sei die Besetzung der Hotline inzwischen personell aufgestockt worden.

UPDATE, 31. Januar, 6.40 Uhr:

Die offizielle Bestätigung seitens der Behörden, dass der fünfte bestätigte Patient in Deutschland in Sachen Coronavirus aus Siegsdorf stammt, stand auch am frühen Freitagmorgen, 31. Januar, noch aus. chiemgau24.de wird sich jedoch zeitnah um eine Stellungnahme der Behörden bemühen. Bisher wurde nun bekannt gegeben, dass der Mann aus dem Landkreis Traunstein stammt und ebenfalls bei der Firma Webasto arbeitet. Bei dem Automobilzulieferer aus dem Landkreis Starnberg sind auch die vier anderen Patienten angestellt. Hier übertrug eine Chinesin, die für eine Schulung in Bayern war, den Virus auf Arbeitskollegen.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml unterstrich: "Das bayerische Gesundheitsministerium hat inzwischen auch die niedergelassenen Ärzte in Bayern über den Umgang mit Verdachtsfällen bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus informiert. Die entsprechenden Schreiben haben wir (...) an die Kassenärztliche Vereinigung und die Bayerische Landesärztekammer geschickt."

Zudem ergriff das Ministerium weitere Maßnahmen. "Außerdem haben wir vorsorglich alle Krankenhäuser in Bayern darum gebeten, sich auf die Aufnahme von begründeten Verdachtsfällen und Patienten mit einer bestätigten Infektion vorzubereiten. Ferner haben wir geprüft, in welchem Umfang auch Kapazitäten zur Behandlung von erkrankten und Verdachtspersonen in Krankenhäusern im Großraum München zur Verfügung stehen", ergänzte die Ministerin. Weitere Details sollen am Freitag auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden. In China stieg die Zahl der Toten inzwischen auf 213 (Stand: Freitag, 6.30 Uhr).

Die Erstmeldung:

Das Coronavirus scheint sich weiter auszubreiten. Nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO am 30. Januar aufgrund des Erregers eine "gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite" ausgerufen hat, wurde am späten Abend desselben Tages nun bekannt, dass sich eine weitere Person in Bayern mit dem neuartigen Virus aus China infiziert hat.

Wie bei den vier anderen bisher festgestellten Fällen handelt es sich um einen Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend, 30. Januar, in München mitteilte.

Der fünfte nun bestätigte Patient wohnt den Angaben zufolge im Landkreis Traunstein. Weitere Einzelheiten will das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag, 31. Januar, in einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Coronavirus in Bayern: Mann stammt möglicherweise aus Siegsdorf

Nach Informationen von chiemgau24.de stammt der betroffene Mann möglicherweise aus Siegsdorf. Dort holten Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) mindestens vier Personen (darunter kleine Kinder) von einem Wohnhaus in Siegsdorf im Landkreis Traunstein ab und brachten sie in das Krankenhaus nach Trostberg.

Vermutlich ging es über einen Hintereingang zur Isolierstation. Die Einsatzkräfte trugen Schutzanzüge und Schutzmasken. Danach mussten die Fahrzeuge im Innenraum gereinigt werden.

Laut weiteren Informationen von vor Ort besteht womöglich ein Zusammenhang zwischen dem Einsatz und dem fünften Fall des Coronavirus.

Coronavirus in Bayern: Ärzte mahnen zur Ruhe

Ärzte aus der Region raten indes dazu, Ruhe zu bewahren. Der "Ball sollte a bisserl flach gehalten werden", das Coronavirus sei "auf keinen Fall so gefährlich wie die Influenza-Viren". Auch Apotheker warnen vor Panikmache und raten dringend von Panikkäufen ab.

Das neuartige Virus breitet sich seit einigen Wochen rasant von der chinesischen Millionenmetropole Wuhan aus.

Zunächst nur innerhalb der Region Hubei, dann innerhalb ganz Chinas und in andere Länder dieser Welt.

Obwohl die neue Lungenkrankheit in den meisten Fällen sehr mild verläuft, ist die Sorge mancher Menschen angesichts von inzwischen mehr als 8.100 Infizierten und 170 Todesopfern im Hauptverbreitungsland China groß.

dpa/fgr/FDL/Lamminger

Quelle: chiemgau24.de

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