Wie muss ich mich verhalten?

Corona-Warn-App schlägt bei Bad Aiblingerin an - was tun bei einem Risikokontakt?

Corona-Warn-App schlägt bei Bad Aiblingerin an - was tun bei einem Risikokontakt?
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Die Corona-Warn-App zeigt bei einer Bad Aiblingerin einen Risikokontakt an.

Bad Aibling - Als eine Frau aus Bad Aibling am Montagvormittag die Corona-Warn-App auf ihrem Handy öffnet, wird ihr eine Risikobegegnung mit geringem Risiko angezeigt. Was ist jetzt zu tun?

Mehr als 17 Millionen Menschen in Deutschland haben die Corona-Warn-App installiert– und täglich kommen Tausende dazu. Doch seit Wochen steigen die Zahlen für Neuinfektionen, trotz App. Bei einer Bad Aiblingerin hat die App angeschlagen. „1 Risikobegegnung mit geringem Risiko“ wird auf ihrem Handy angezeigt. Das Feld ist grün hinterlegt. darüber steht: „Ihr Risikostatus: Niedriges Risiko“.


Corona-Warn-App zeigt Risikobegegnung an

Muss ich jetzt zum Corona-Test? Was sie jetzt tun muss, ist der 34-Jährigen nicht gleich klar. In der App stehen lediglich einige Verhaltensregeln: „Waschen Sie die Hände richtig. Tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz bei Begegnungen mit anderen Personen. Halten Sie mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen. Niesen oder husten Sie in die Armbeuge oder ein Taschentuch.


Wann ihre Risikobegegnung war, wird in der App nicht angezeigt. Lediglich der Hinweis: „Für Ihre Risiko-Ermittlung wird nur der Zeitraum der letzten 14 Tage betrachtet. In diesem Zeitraum war Ihre Risoko-Ermittlung für eine Gesamtdauer von 14 Tagen aktiv. Ältere Tage werden automatisch gelöscht, da sie aus Sicht des Infektionsschutzes nicht mehr relevant sind.“ Die Bad Aiblingerin weiß nicht mehr genau, wann sie das letzte Mal auf ihre App geschaut hat, es seien aber bestimmt schon ein paar Tage vergangen. Damals wurde keine Risiko-Begegnung angezeigt. Es muss also in den letzten Tagen passiert sein.

Was muss ich jetzt tun?

Was ist jetzt zu tun? Zeigt das Handy einen grünen Warnhinweis an, muss man – sofern man keine Symptome zeigt – weder die ärztliche Praxis kontaktieren, noch in Quarantäne oder einen Test machen. Dennoch empfiehlt das Robert-Koch-Institut: „Reduzieren Sie für die nächsten zwei Wochen Ihre Kontakte. Beachten Sie die AHA-Regeln: Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske tragen – kurz AHA-Regeln.“

Zeigt das Handy einen roten Warnhinweis, also ein erhöhtes Infektionsrisiko an, heißt das zunächst einmal, dass man sich möglicherweise infiziert haben könnte. Nicht, dass man sich sicher angesteckt hat. Die App gibt hier erste Ratschläge: „Gehen Sie umgehend nach Hause. Reduzieren Sie Begegnungen. Melden Sie sich telefonisch in Ihrer hausärztlichen Praxis, beim Gesundheitsamt oder dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst. Den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen Sie unter der 116 117." In diesem Gespräch wird geklärt, ob ein Test auf Sars-CoV-2 sinnvoll ist. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Person typische Symptome einer Infektion zeigt, Kontakt mit Risikogruppen hat oder beispielsweise in Kitas oder Schulen arbeitet.

Geringes Infektionsrisiko

Wie man sich verhalten muss, wird in der App selber allerdings nicht genau angezeigt. Die Bad Aiblingerin erhielt in der App lediglich den Hinweis: „Sie haben ein niedriges Infektionsrisiko, da keine Begegnung mit nachweislich Corona-positiv getesteten Personen aufgezeichnet wurde oder sich Ihre Begegnung auf kurze Zeit und einen größeren Abstand beschränkt hat. Die Infektionswahrscheinlichkeit wird daher als niedrig für Sie eingestuft. Das Infektionsrisiko wird anhand der Daten der Risiko-Ermittlung unter Berücksichtigung von Abstand und Dauer lokal auf Ihrem Smartphone berechnet. Ihr Infektionsrisiko ist für niemanden einsehbar und wird nicht weitergegeben.“

Warnsystem sehr sensibel eingestellt

Das Warnsystem ist sehr sensibel eingestellt, um vor wirklich jedem möglichen Infektionsrisiko warnen zu können. Daher kann die App auch Begegnungen als Risiko-Kontakte anzeigen, bei denen das Ansteckungsrisiko aufgrund von Entfernung oder Dauer sehr gering war. „Der Grund dafür ist, dass wir Risiko-Begegnungen nicht verschweigen wollen“, sagt Robert Houben von der Informationsstelle zur Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts.

jb

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