RKI präsentiert Ergebnisse

Sterblichkeitsrate in Bad Feilnbach hoch - Corona-Studie liefert erste Erkenntnisse

Die Bad Feilnbacher nehmen in den kommenden Tagen an der RKI-Studie "Corona-Monitoring lokal" teil. Bürgermeister Anton Wallner war der Erste im mobilen Testzentrum. 
+
2.153 Bad Feilnbacher nahmen ian der RKI-Studie "Corona-Monitoring lokal" teil. Bürgermeister Anton Wallner war der Erste im mobilen Testzentrum. 

Bad Feilnbach - In der Gemeinde waren doppelt so viele Menschen mit Corona infiziert, als bisher bekannt. Dieses Ergebnis lieferte eine Studie des Robert-Koch-Instituts, deren Ergebnisse am Dienstagvormittag vorgestellt wurden.

In der Gemeinde Bad Feilnbach waren 2,6 Mal mehr Einwohner mit dem Coronavirus infiziert, als bisher bekannt. Damit liegt die Dunkelziffer aber niedriger als erwartet.  Das RKI ging zunächst davon aus, dass die Dunkelziffer fünf Mal höher sein könnte als die gemeldete Infektionszahl. Dieses und weitere Ergebnisse der Studie „Corona-Monitoring lokal“ stellten Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts (RKI) am 25. August vor.


Corona-Studie des Robert-Koch-Instituts in Bad Feilnbach liefert erste Ergebnisse

Dr. Claudia Santos-Hövener, die Leiterin der Studie „Corona Monitoring lokal“ des RKI gab des Weiteren bekannt, dass insgesamt sechs Prozent der Einwohner der Gemeinde Antikörper gegen das Coronavirus im Blut und somit eine Infektion bereits durchgemacht hatten. Die Verteilung zwischen Männern (6,1 Prozent) und Frauen (6,0 Prozent) war dabei relativ ausgewogen.


14,5 Prozent der Personen mit Antikörpern hatten keine typischen Krankheitssymptome wie Fieber über 38 Grad, Atemnot/Kurzatmigkeit, Lungenentzündung, Schnupfen, Husten, Schmerzen beim Atmen, Halsschmerzen, Geruchs- oder Geschmacksstörungen. 85 Prozent der positiv-Getesteten hatten zumindest ein typisches Covid-19-Symptom.

Jüngere häufiger mit Coronavirus infiziert - Sterblichkeitsrate höher als in Kupferzell

Am häufigsten angesteckt hatten sich Personen im Alter zwischen 18 und 34. Bei 39,9 Prozent der Erwachsenen mit positivem SARS-CoV-2-Test konnten keine Antikörper nachgewiesen werden. Auf die Frage, ob es schon Erkenntnisse darüber gebe, warum die Sterblichkeitsrate in Bad Feilnbach höher sei als beispielsweise in Kupferzell, hatte Dr. Claudia Santos-Hövener noch keine ganz klare Antwort: „Hier gab es ja einen Ausbruch in einem Pflegeheim, in Kupferzell nicht. Mit 16 Sterbefällen kann man da aber auch noch keine Details nennen.“ Ob im Herbst noch einmal getestet werde sei derzeit in Absprache. Laut den Mitarbeitern des RKI sei das auf jeden Fall vorgesehen.

Studie in vier deutschen Gemeinden durchgeführt

In Bad Feilnbach waren im Zeitraum von 23 Juni bis 4. Juli insgesamt 2.153 Personen untersucht worden. Die Gemeinde war im Frühling ein sogenannter Corona-Hotspot. Rund 160 Menschen waren damals offiziell infiziert, bei gerade mal 8.500 Einwohnern

Dr. Osamah Hamouda vom Robert-Koch-Instituts (RKI) bei der Vorstellung der Ergebnisse der „Corona Monitoring lokal“-Studie in Bad Feilnbach.

Mit der Studie in vier verschiedenen besonders betroffenen Kommunen wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des RKI unter anderem herausfinden, wie viele Menschen bereits Antikörper gegen das neuartige Corona-Virus gebildet haben. Weiterhin soll erforscht werden, wie hoch der Anteil von Infektionen ohne Krankheitssymptome ist, welche Menschen häufiger von der Erkrankung COVID-19 betroffen sind und wie oft die Erkrankung so schwer verläuft, dass Menschen im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Bad Feilnbach war - nach Kupferzell in Baden-Württemberg - die zweite Station der Studie.

jb

Kommentare