News-Ticker zur Corona-Pandemie

Bayern setzt auf FFP2-Masken und mögliche Impfpflicht - Gegenwind für Söder

Markus Söder
+
Markus Söder bei einer Pressekonferenz.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag, 12. Januar, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:


  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 206,1, Landkreis Rosenheim 153,4, Landkreis Traunstein 177,1 , Landkreis Berchtesgadener Land 325,7, Landkreis Mühldorf 171,7, Landkreis Altötting 130,9 (Quelle/Stand: RKI, 12. Januar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2507, Landkreis Rosenheim 9184, Traunstein 6197, Berchtesgadener Land 3256, Mühldorf 3639, Altötting 3130 (Quelle/Stand: RKI, 12. Januar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 42, Landkreis Rosenheim 363, Traunstein 163, Berchtesgadener Land 69, Mühldorf 89, Altötting 122 (Quelle/Stand: RKI, 12. Januar, 0 Uhr)
  • Mindestens 41.577 Todesfälle in Deutschland (7913 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:


Update, 21 Uhr - Bayern setzt auf FFP2-Masken und Impfpflicht - Gegenwind für Söder 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine verpflichtende Corona-Impfung für bestimmte Berufsgruppen ins Gespräch gebracht und dafür auf breiter Front Kritik geerntet. Söder beklagte, unter den Beschäftigten in Alten- und Pflegeheimen gebe es zu viele Impfverweigerer. Gleichzeitig setzt Bayern auf eine verschärfte Maskenpflicht. Das Landeskabinett beschloss am Dienstag in München, dass in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr ab der kommenden Woche eine FFP2-Maske getragen werden muss. Auch dieser Regelung wollten sich andere Bundesländer zunächst nicht anschließen.

Unterdessen lief am Dienstag die Verteilung des Moderna-Impfstoffs an die Bundesländer an. Bis Ende des Quartals werden in Deutschland zwei Millionen Dosen des Produkts erwartet. Darüber hinaus beantragte der schwedisch-britische Pharmakonzern Astrazeneca die Zulassung seines Corona-Impfstoffs bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Er könnte nach Einschätzung der EU-Kommission Ende Januar zugelassen werden und wäre damit nach den Wirkstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna der dritte in der EU eingesetzte Impfstoff.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte eindringlich vor der in Großbritannien aufgetauchten veränderten Variante des Coronavirus. Sie könne in sehr kurzer Zeit „die Führerschaft gegenüber dem alten Virus“ übernehmen, dann wäre man wieder mitten im exponentiellen Wachstum der Infektionszahlen, sagte Merkel in der Unionsfraktionssitzung nach Angaben mehrerer Sitzungsteilnehmer. „Deshalb ist also aller-, allerhöchste Vorsicht geboten.“

Erstmals wurde auch eine weitere Virusmutante aus Südafrika in Deutschland nachgewiesen. Betroffen sei eine erkrankte Person aus dem Zollernalbkreis, teilte das Baden-Württembergs Sozialministerium mit.

Eine Pflicht zur Corona-Impfung hatte die Politik bislang strikt ausgeschlossen. Söder sagte nun jedoch, wenn man höre und lese, dass sich wenige Pflegekräfte impfen lassen wollten, müsse der Ethikrat über ein solches Vorgehen zumindest diskutieren: „Sollte sich die Impfbereitschaft dramatisch verbessern, ist es sicher nicht notwendig“, räumte der CSU-Chef ein. „Aber wenn es so bleibt auf dem Level die nächsten Monate, dann ist das einfach der Bereich, der die größte Anfälligkeit hat und die größte Herausforderung ist.“ Söder unterstrich aber nochmals: „Wir sind ganz klar gegen eine allgemeine Impfpflicht - da muss keiner Sorge haben“.

Update, 19.20 Uhr - Verwaltungsgerichtshof: Nächtliche Ausgangsbeschränkung bleibt 

Die nächtliche Ausgangsbeschränkung in Bayern bleibt: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat einen Eilantrag gegen diese Maßnahme zur Bekämpfung der Corona-Pandemie abgelehnt. Der Staat sei verpflichtet, die Bevölkerung vor Gefahren für Leib und Leben zu schützen. Dagegen „müssen die Interessen der von den Ausgangsbeschränkungen Betroffenen derzeit zurücktreten“, hieß es in einer am Dienstag bekanntgewordenen Entscheidung vom Vortag. Über sie hatte zuerst der Bayerische Rundfunk berichtet.

Der Antragsteller hatte argumentiert, dass er aufgrund seiner hohen Arbeitsbelastung nur in den Abendstunden frische Luft schnappen könne. Die Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr sei nicht verhältnismäßig und zudem ungeeignet, um Ansteckungen zu vermeiden. Durch die Beschränkungen würden die Grundrechte vieler Menschen irreversibel und erheblich beeinträchtigt; zudem stellten sie eine physische und psychische Belastung mit Langzeitfolgen dar.

Der Senat schloss sich hingegen der Argumentation des Freistaats an. Die nächtliche Ausgangsbeschränkung diene der weiteren notwendigen Reduktion von Kontakten - insbesondere mit Blick auf besonders infektionsgefährdende private Zusammenkünfte. Damit diene sie dem Schutz von Leben und Gesundheit und der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems. „Dass hierbei auch an sich unbedenkliche Tätigkeiten, wie z.B. nächtliches Sporttreiben alleine, untersagt werden, ändert nichts an der grundsätzlichen Eignung der Ausgangsbeschränkungen.

Derzeit ist es in Bayern nur aus einigen wenigen triftigen Gründen erlaubt, die Wohnung nachts zu verlassen. Dazu zählen medizinische Notfälle, die Betreuung von Kindern, die Begleitung Sterbender oder das Gassigehen.

Update, 17.50 Uhr - Erstmals Südafrika-Variante des Coronavirus in Deutschland entdeckt

Erstmals ist die Südafrika-Variante B.1.351 (auch: 501Y.V2) des Coronavirus in Deutschland nachgewiesen worden. Das Sozialministerium Baden-Württemberg teilte am Dienstag in Stuttgart mit, betroffen sei eine erkrankte Person aus dem Zollernalbkreis. Sie sei mit ihrer Familie von einem längeren Aufenthalt in Südafrika zurückgekehrt, alle hätten sich fünf Tage später testen lassen. „Diese Tests fielen negativ aus“, hieß es. Eine Woche später hätten erste Familienmitglieder milde Krankheitssymptome entwickelt.

Mittlerweile seien Corona-Infektionen bei sechs Personen aus drei Haushalten nachgewiesen worden. Das Nationale Konsiliarlabor für Coronaviren, die Charité Berlin, habe die Abstrichprobe der zuerst erkrankten Person genauer untersucht und am Montag die Virusvariante B.1.351 - auch als 501Y.V2 bekannt - bestätigt. Nun würden auch die Abstriche der Kontaktpersonen untersucht, erklärte das Sozialministerium weiter.

Die südafrikanische Regierung hatte den Angaben nach Mitte Dezember über die rasche Zunahme der Infektionen mit der Variante berichtet. Diese sei erstmals im August am Ostkap in Südafrika nachgewiesen worden.

Update. 17.12 Uhr - 24 Neuinfektionen im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 1845 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 177,1. Seit gestern (11. Januar) sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 24 Neuinfektionen eingegangen.

Es liegen insgesamt 6217 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 4207 Personen (63 Personen mehr seit der Meldung vom 11.01.2021).

Beim Gesundheitsamt Traunstein sind seit der letzten Pressemitteilung zwei Todesmeldungen eingegangen. Bei den Verstorbenen handelt es sich um einen Mann (89 Jahre) und eine Frau (83 Jahre) alt. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 165 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor.

Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 69 COVID-19-Patienten behandelt, davon 54 auf der Normalstation und 15 auf der Intensivstation.

Update, 16.34 Uhr - Erste Impfstofflieferung von Moderna in Bayern eingetroffen 

Am heutigen Dienstag (12. Januar) sind die ersten 9.600 Impfdosen des zweiten für Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffs Moderna an einem zentralen Lagerstandort in Bayern eingetroffen. Darauf hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hingewiesen. Holetschek betonte: „Mit der Auslieferung dieser Impfdosen eines weiteren Herstellers kann das Impfangebot in Bayern kontinuierlich ausgebaut werden. Die erste Moderna-Impfstofflieferung ist für das Personal in Krankenhäusern der höchsten Versorgungsstufen vorgesehen.“

Die Verteilung dieser ersten Impfstofflieferung erfolgt nach der Bettenkapazität, das heißt der Größe der Krankenhäuser. Der Transport dorthin erfolgt durch einen beauftragten Logistikdienstleister. Mit zunehmenden Liefermengen wird der neue Impfstoff von Moderna auch über die Impfzentren verimpft.

Holetschek erläuterte: „Wir gehen davon aus, dass wir ab Ende Februar regelmäßige größere Lieferungen des Impfstoffs erhalten. Zusammen mit den Lieferungen von BioNTech können wir Zug um Zug mehr Menschen impfen und Bayern schützen!“ Über eine Auswahl eines geeigneten Impfstoffes entscheidet grundsätzlich der behandelnde Arzt - in enger Absprache mit seinem Patienten. Ein Recht, den Impfstoff eines bestimmten Herstellers zu wählen, besteht nicht. Seit Montag (11. Januar) ist außerdem das neue Registrierungsportal www.impfzentren.bayern zur Registrierung für einen Impftermin bei den Impfzentren online. Laut Bayerischem Gesundheitsministerium seien auf der Seite bisher 270.000 Registrierungen verzeichnet worden.

Update, 16 Uhr - Söder will Testpflicht für Pendler aus dem Ausland wieder einführen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will in Kürze wieder eine wöchentliche Corona-Testpflicht für Berufspendler aus dem Ausland einführen. Mit einer neuen Einreise-Quarantäneverordnung des Bundes werde dafür voraussichtlich noch in dieser Woche die Möglichkeit geschaffen, sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Auf dieser Grundlage werde man das schon einmal praktizierte Modell wiederbeleben.

Ende Oktober hatte Bayern schon einmal eine Testpflicht für Pendler aus dem Ausland eingeführt. Wer regelmäßig mindestens einmal wöchentlich nach Bayern einreiste, entweder zu Berufs- oder zu Ausbildungszwecken, musste den zuständigen Behörden regelmäßig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorlegen. Die Maßnahme zielte vor allem auf Berufspendler aus Österreich und Tschechien.

Ende November hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Regelung allerdings gekippt - unter anderem argumentierten die Richter, die gesetzlichen Voraussetzungen für die Anordnung einer Testpflicht seien nicht gegeben. Genau dieses Problem wird nach Worten Söders nun durch die neue Verordnung des Bundes gelöst.

Update, 15.31 Uhr - Bayerischer Handel begrüßt FFP2-Maskenpflicht

Der bayerische Handel sieht die beschlossene Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Einzelhandel und Nahverkehr positiv. „Es ist ein logischer Schritt, denn die Fallzahlen gehen bisher nicht zurück“, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann, am Dienstag. Die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske sei ein Schlüssel, dies zu ändern und „ein Türöffner, den Einzelhandel wieder zu öffnen“. Dadurch werde Einkaufen sicherer. „Das ist genau das, was wir brauchen.“

Allerdings sieht Ohlmann die relativ kurze Zeit zwischen Ankündigung und Umsetzung kritisch. „Wir hätten uns mehr Vorlauf gewünscht“, sagte er. Die FFP2-Maskenpflicht für Einzelhandel und Nahverkehr gilt in Bayern auf Beschluss des Kabinetts von Montag an. Einfache Stoffmasken oder Mundschutze reichen dann nicht mehr aus. FFP2-Masken bieten deutlich mehr Schutz gegen das Coronavirus.

Ohlmann sagte, er erwarte einen „heißen Montag“ mit teils hitzigen Diskussionen mit Kunden, wenn diese ohne FFP2-Maske nicht mehr in die Geschäfte gelassen würden. Der Handel werde jedenfalls aus eigenem Interesse strikt auf die Einhaltung achten. Die verbleibende Zeit werde die Branche nutzen, um Kunden auf die Maskenpflicht hinzuweisen und vorzubereiten.

Update, 15.16 Uhr - Zehn Neuinfektionen im Berchtesgadener Land

Im Berchtesgadener Land ist die Zahl der Neuinfektionen seit gestern (11. Januar) um zehn weitere Fälle gestiegen. Das teilte das Landratsamt am Dienstagnachmittag mit. Neun der positiv getesteten Person hätten sich bereits als direkte Kontaktperson in häuslicher Quarantäne befunden. Damit steigt die Gesamtzahl der Infektionen im Landkreis auf 3256 (Stand 12. Januar, 0 Uhr) Der 7-Tages-Inzidenz-Wert im Berchtesgadener Land liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 325,7 (Stand 12. Januar, 0 Uhr).

Update, 14.45 Uhr - Über 1.600 Kontrollen wegen Corona-Maßnahmen in München

Im Zeitraum von Montag, 11. Januar 6 Uhr, bis Dienstag, 12. Januar, 6 Uhr, gab es eine Vielzahl von Kontrollen und Einsätzen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München (sowohl Stadt- und Landkreis München), um die Einhaltung der aktuellen Infektionsschutzregelung zu überprüfen. Über 1.600 Kontrollen wurden in diesem Zeitraum durchgeführt. Dabei wurden 46 Verstöße angezeigt. In 11 Fällen ging es um die Ausgangssperre.

Am Montag, 11. Januar, gegen 18 Uhr, rief ein Mitteiler beim Polizeinotruf 110 an und der informierte darüber, dass er gesehen hatte, dass sich in einem gastronomischen Betrieb in der Wenzelstraße im Stadtteil „Am Hart“ mehrere Personen befänden, die dort Alkohol konsumieren würden.

Eine Streife der Polizeiinspektion 47 (Milbertshofen) fuhr zur Örtlichkeit und traf in dem gastronomischen Betrieb auf vier Personen (30 bis 38 Jahre alt, alle mit Wohnsitzen in München), die dort zusammensaßen, die erforderlichen Mindestabstände zueinander nicht einhielten und keine Masken trugen.

Alle vier Personen wurden wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt und mussten die Örtlichkeit verlassen.

Update, 14.17 Uhr - Landkreise in der Region wollen Grenzen für Tagesausflügler schon diese Woche schließen

Der Landkreis Miesbach will seine Grenzen schon diese Woche für Tagesausflügler schließen. Die vor allem bei den Bewohnern der Landeshauptstadt beliebte Ausflugsregion hatte sich für diese Möglichkeit seit längerem eingesetzt. „Das werden wir jetzt natürlich umsetzen“, sagte Landrat Olaf von Löwis (CSU) der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag). „Wir müssen davor aber noch ein paar juristische Hürden nehmen, zum Beispiel die Verordnung öffentlich bekanntmachen. Wir hoffen aber, dass das sehr schnell geht und im Laufe der Woche funktioniert.“

Die Polizei soll nach Angaben des Innenministeriums kontrollieren, ob sich die Menschen an die Regelung halten. Seit Montag dürfen sich die Menschen in Bayern außerdem nur noch 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen, wenn in diesem die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen über 200 liegt.

Virologen sind allerdings skeptisch, ob die 15-Kilometer-Grenze hilft, die Infektionszahlen zu senken. Kritik gab es auch am Vorschlag des Gemeindetagspräsidenten Uwe Brandl, für die Kontrolle Handydaten der Bürgerinnen und Bürger zu nutzen.

Das Landratsamt Berchtesgadener Land hat aufgrund der aktuell hohen Corona-Infektionszahlen entschieden, Tagesausflüge in das Berchtesgadener Land zu untersagen. Die Verfügung tritt am Mittwoch (13. Januar), 0 Uhr in Kraft und ist voerst bis zum Sonntag (31. Januar) gültig.

ovb24.de hat zu diesem Thema einen Extra-Beitrag verfasst.

Die Pressekonferenz im Video

Update, 13.34 Uhr - Kommunikation ist Dreh- und Angelpunkt für Distanzunterricht

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) erklärte die weitere Vorgehensweise an Schulen, welche sich inzwischen vollständig im Distanzunterricht befinden würden. Neben verschiedenen Plattformen für die Schüler (Mebis etc.) wurden auch zahlreiche E-Sessions und Online-Module zur Fortbildung der Lehrkräfte abgehalten, um die ungewohnte Unterrichtsform besser zu organisieren. Piazolo wies die Kritik des Bayerischen Gemeindetages am Krisenmanagement des Kultusministerium deutlich zurück. Vielmehr warb der Minister dafür, den Weg gemeinsam zu beschreiten.

Die Not-Betreuung in Bayern sei ganz gut angelaufen, hieß es. Bislang wäre das Angebot von etwa neun Prozent der Grundschüler und 14 Prozent der Förderschüler in Anspruch genommen worden. Dreh- und Angelpunkt für das Funktionieren des Systems sei die Kommunikation/der Kontakt zwischen Schülern und Lehrern, betonte der Minister. Die Online-Plattform Mebis würde nun außerdem deutlich zuverlässiger funktionieren. Alleine am Montag hätte es rund 660.000 Logins gegeben.

Update, 13.25 Uhr - Gesundheitsminister: „Das Thema Impfen gibt Hoffnung“

„Die Maßnahmen wirken. Die Virus-Mutation bereitet uns Sorgen. Deswegen müssen wir weiter umsichtig und klug handeln. Wann alles mit Corona endet, kann niemand sagen“, fasste Söder zusammen. Erst wenn es ausreichend Geimpfte gebe, wäre der „Spuk beherrschbar“, so der Ministerpräsident.

„Das Thema Impfen gibt Hoffnung“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Die Staatsregierung würde entsprechende „Leitplanken“ erstellen, die von den rund 100 Impfzentren in Bayern dann mit Leben gefüllt würden. Bislang seien im Freistaat rund 140.000 Menschen geimpft worden. Der Freistaat sei auf einem guten Weg, den es nun fortzusetzen gelte. Der „Flaschenhals“ sei nach wie vor die Verfügbarkeit des Impfstoffes, was sich hoffentlich in naher Zukunft bessern wird, hieß es.

Update, 13.16 Uhr - Bayern führt FFP2-Maskenpflicht in Geschäften und ÖPNV ein

Nicht zufrieden zeigte sich Söder mit der Impfbereitschaft der Bevölkerung. „Theoretisch ist diese hoch, praktisch relativiert sich das sehr“, sagte der Ministerpräsident. Der Freistaat sei ganz klar gegen eine „allgemeine Impfpflicht“, aber Söder kann sich - wie vom Ethikrat angeregt - eine Debatte über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen (Alten- und Pflegeheime) vorstellen. „Damit können Leben geschützt werden“, sagte Söder.

Zudem gibt es ab kommenden Montag (18. Januar) zwei weitere Corona-Regeln. Zum einen wird das Tragen einer FFP2-Maske in Geschäften und im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) Pflicht, zum anderen müssen Berufspendler ab sofort wieder einmal pro Woche einen Coronatest machen.

Update, 13.11 Uhr - „Müssen neue Virus-Mutation extrem ernst nehmen!“

Die große Unbekannte sei aber nach wie vor die Virus-Mutation, die sich möglicherweise bis zu 70fach schneller verbreitet als die bislang bekannte Variante, so der Ministerpräsident. „Wir müssen das Ganze extrem ernst nehmen. Sonst könnte das die Bemühungen der letzten Wochen stark gefährden“, sagte Söder. Es sei wichtig, dass der harte Lockdown jetzt da ist - dieser würde eine mögliche schnelle Ausbreitung der neuen Mutation auf alle Fälle bremsen.

Das Ganze sei jedoch ein „Wettlauf mit der Zeit“, weil die Todeszahlen in Bayern nach wie vor sehr hoch sind. Es gelte deswegen, in den Alten- und Pflegeheimen rasch tätig zu werden und mit der Impfkampagne voranzukommen. Söder betonte, dass die Impflogistik in Bayern funktioniere - bislang wurden im Freistaat rund 140.000 Menschen gegen Corona geimpft. Auf dem neuen Impfportal seien bereits in den ersten rund 24 Stunden rund 270.000 Registrierungen eingegangen. Problem sei aber nach wie vor die Verfügbarkeit des Impfstoffes. Deswegen müsse alles daran gesetzt werden, die Impfstoffe schneller zu produzieren, sagte der Ministerpräsident. Dazu müssten „alle Kapazitäten gebündelt werden“.

Update, 13.06 Uhr - Söder: „Können verhalten positive Tendenz vermelden!“

Am Vormittag tagte in München wieder die bayerische Staatsregierung. Im Mittelpunkt der Kabinettssitzung stand erneut das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die zentralen Themen diesmal: Die bayerische Impf-Strategie und die Schulpolitik im Freistaat. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) informierte am Mittag auf einer Pressekonferenz über die Ergebnisse der Beratungen.

„Wir können heute eine verhalten positive Tendenz vermelden. Die Maßnahmen, die wir ergriffen haben, beginnen langsam zu wirken“, sagte Söder zu Beginn. Unklar sei aber weiterhin, wie sich das Verhalten der Menschen an Weihnachten und zum Jahreswechsel auf die Zahlen ausgewirkt hat. Nach wie vor gebe es in Bayern aber 26 Landkreise, die über einer Inzidenz von 200 liegen würden, betonte der Ministerpräsident, der der Bevölkerung noch einmal für ihr Verständnis und ihrer Geduld dankte.

Update, 12.18 Uhr - Landkreis Altötting meldet 16 neue Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun 16 neue Corona-Fälle gemeldet. Seit Pandemie-Ausbruch gab es damit in Stadt und Landkreis Altötting insgesamt bislang 3147 Fälle (Stand: 11. Januar, 16.30 Uhr). Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Altötting 212 aktive Fälle - die meisten davon in Garching/Alz (53), Burghausen (32), Altötting (18) und Burgkirchen (16). Die 7-Tage-Inzidenz betrug nach Angaben des Landratamtes zum o.g. Zeitpunkt 130,9.

Update, 11.32 Uhr - Merkel laut Medienbericht: „Wir brauchen noch acht bis zehn Wochen harte Maßnahmen“

Nach Informationen der BILD-Zeitung fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass die geltenden Maßnahmen nicht am 31. Januar beendet werden. „Wir brauchen noch 8-10 Wochen harte Maßnahmen“, so die Kanzlerin laut BILD in einer internen Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Innen am Dienstag (12. Januar) in Berlin. Vor allen Dingen die britische Corona-Mutation bereitet Merkel Sorge. Wenn man es nicht schaffe, die Mutation aufzuhalten, würde die Inzidenz bis Ostern um ein 10-faches steigen, so die CDU-Politikerin.

Eine Umsetzung dieser Forderung würde bedeuten, dass der Lockdown bis kurz vor Ostern verlängert werden würde. Die jetzigen Corona-Maßnahmen gelten bis zum 31. Januar.

Update, 10.45 Uhr - Gravierende Auswirkungen der Pandemie und des Lockdowns auf das bayerische Gastgewerbe

Die Corona-Pandemie und der zweite Lockdown dominieren die Entwicklung im bayerischen Gastgewerbe: Nach den vorliegenden, vorläufigen Ergebnissen des Bayerischen Landesamts für Statistik zur Monatsstatistik im Gastgewerbe sank der Umsatz im Gastgewerbe im November 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat nominal um 66,5 Prozent und preisbereinigt um 68,3 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten ging um 27,4 Prozent zurück.

Im Vergleich zum Oktober 2020 verringerte sich der Umsatz um 60,7 Prozent und die Zahl der Beschäftigten um 18,0 Prozent. Von Januar bis November 2020 nahm der nominale Umsatz des Gastgewerbes um 33,8 Prozent ab, der preisbereinigte Umsatz sank um 36,4 Prozent.

In der Beherbergung nahm der nominale Umsatz im November 2020 gegenüber dem November 2019 um 82,3 Prozent ab (real: -82,8 Prozent). In der Gastronomie verringerte sich der nominale Umsatz um 56,5 Prozent (real: -59,0 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten sank in der Beherbergung um 22,3 Prozent und in der Gastronomie um 29,9 Prozent. Gegenüber dem Oktober 2020 fielen der Umsatz (Beherbergung:-79,8 Prozent; Gastronomie: -48,2 Prozent) und die Zahl der Beschäftigten (Beherbergung: -12,6 Prozent; Gastronomie: -20,7 Prozent) ebenfalls deutlich.

In den ersten elf Monaten 2020 nahm der nominale Umsatz des Gastgewerbes gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 33,8 Prozent ab, der reale Umsatz sank um 36,4 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten ging um 16,0 Prozent zurück.

Update, 10 Uhr - Söder fordert Debatte über Impfpflicht für Pflegekräfte

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat erneut eine Debatte über eine Impfpflicht für Pflegekräfte in Alten- und Pflegeheimen gefordert. „Wir müssen uns überlegen, ob wir für die besonders hochsensiblen Bereiche, das sind die Alten- und Pflegeheime, den Schutz besonders erhöhen“, sagte Söder am Dienstagmorgen im ZDF-“Morgenmagazin“.

Wenn man höre und lese, dass sich dort wenige Pflegekräfte impfen lassen wollten, müsse man darüber diskutieren. „Der deutsche Ethikrat sollte sich damit beschäftigen“, sagte Söder. Zuvor hatte sich der CSU-Chef bereits in der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag) entsprechend geäußert.

In einigen Bereichen wie bei Masern gebe es bereits eine Impfpflicht. „Wenn Sie mal vergleichen, Masern mit Corona, ist die Gefahr und Bedeutung von Corona natürlich deutlich höher“, sagte er. Deshalb brauche es jetzt eine gesellschaftliche Debatte und parallel dazu eine Impfkampagne, um die generelle Bereitschaft zum Impfen zu erhöhen. „Eine allgemeine Impfpflicht wird und soll es nicht geben“, betonte Söder.

„Sich impfen zu lassen, sollte als Bürgerpflicht angesehen werden“, sagte der Ministerpräsident. Eine staatliche Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft, „an der sich Vorbilder aus Kunst, Sport und Politik beteiligen“, könne helfen.

Söder bekräftigte zudem seine Forderung nach einer „nationalen Pharma-Allianz“, um die Produktion von Corona-Impfstoff zu erhöhen. „Nicht die bestellten Dosen sind das Problem, sondern die Produktion“, sagte er im ZDF. Deutschland sei ein Pharma-Land. Es müsse möglich sein, mehr Produktionsstätten zu mobilisieren, die Impfstoff für Deutschland und Europa herstellen könnten.

Update, 9.15 Uhr - Land Tirol konkretisiert Impfplan: „Notfalls gehen wir von Haus zu Haus“

Auch im Land Tirol laufen die Vorbereitungen auf die ersten Impfungen auf Hochtouren. So werden in den Gemeinden im österreichischen Bundesland Einwohner über 80 Jahre über die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, informiert. Rund 40.000 Tirolerinnen und Tiroler sind laut Tiroler Tageszeitung betroffen. Diese sollen noch im ersten Quartal 2021 geimpft werden.

Die Bedarfserhebung sei jedoch ein Problem. Man zeige sich in den Kommunen jedoch optimistisch, dass man das schaffe. „Zur Not gehen wir von Haus zu Haus“, so die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik gegenüber der Tiroler Tageszeitung.

Update, 8.17 Uhr - RKI meldet 14 Todesfälle in der Region

Entwicklung der Corona-Inzidenzen in der Region (Stand 12. Januar).

Die 7-Tage-Inzidenzen bzw. Corona-Fallzahlen haben sich in den Landkreisen und Städten der Region im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickeltGestiegen ist die Inzidenz im Landkreis Rosenheim (von 146,9 auf 153,4). Gesunken sind die Inzidenzen dagegen in den übrigen Kreisen/Städten: Landkreis Berchtesgadener Land (von 338,0 auf 325,7), Kreis Mühldorf (von 175,2 auf 171,7), Stadt Rosenheim (von 207,7 auf 206,1) und dem Kreis Traunstein (von 179,9) auf 177,1). Auf gleichem Niveau wie Montag ist die Inzidenz im Kreis Altötting (130,9).

In der Region wurde laut RKI 14 weitere Todesfälle gemeldet. Acht Personen starben im Kreis Rosenheim, drei im Kreis Traunstein und jeweils eine Person in den Kreisen Berchtesgadener Land, Mühldorf und der Stadt Rosenheim. Nähere Angaben zu Alter und/oder Wohnort der Verstorbenen gab es bislang nicht.

Update, 7.02 Uhr - Impfungen und Schule: Darüber berät heute das Bayerische Kabinett

Das bayerische Kabinett kommt heute (10 Uhr) zu seiner zweiten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Im Mittelpunkt steht erneut die Corona-Krise - seit Montag gelten auch in Bayern nochmals verschärfte Regeln zur Bekämpfung der Pandemie. Insbesondere soll es um die begonnenen Impfungen gegen das Coronavirus und den neuerlichen Distanz-Schulbetrieb gehen.

Darüber wollen nach der Sitzung Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) informieren. Für Holetschek ist es die erste Kabinettssitzung als Minister - er hat Melanie Huml (CSU) abgelöst, die nun Europaministerin in der Staatskanzlei ist.

rosenheim24.de berichtet wie gewohnt live von der Pressekonferenz um 13 Uhr.

12.802 Corona-Neuinfektionen und 891 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.802 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 891 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekannt gab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. „In den letzten Tagen sind die Fallzahlen wieder angestiegen. Ob sich dieser Trend, über die erwarteten Nachtestungen und Nachmeldungen hinaus, weiter fortsetzt, wird sich erst im Laufe der nächsten Tage zeigen“, hatte das RKI am Wochenende mitgeteilt. (News-Ticker Montag, 11. Januar).

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 164,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 341,9 und Thüringen mit 325,7. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 86,3. Wegen der Feiertage um den Jahreswechsel sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.933.826 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 12.01., 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 41.577. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.570.000 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Montag bei 1,14 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 114 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mw/mh/dpa

Kommentare