News-Ticker zur Corona-Pandemie

Bereits über 111.000 Corona-Impfungen in Bayern - Söder kritisiert Bereitschaft von Pflegepersonal

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Sonntag, 10. Januar, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:


  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 169,9, Landkreis Rosenheim 125,1, Landkreis Traunstein 179,3 , Landkreis Berchtesgadener Land 347,4, Landkreis Mühldorf 157,1, Landkreis Altötting 135,4 (Quelle/Stand: RKI, 10. Januar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2468, Landkreis Rosenheim 9075, Traunstein 6128, Berchtesgadener Land 3214, Mühldorf 3603, Altötting 3105 (Quelle/Stand: RKI, 10. Januar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 41, Landkreis Rosenheim 355, Traunstein 160, Berchtesgadener Land 68, Mühldorf 88, Altötting 121 (Quelle/Stand: RKI, 10. Januar, 0 Uhr)
  • Mindestens 40.343 Todesfälle in Deutschland (7875 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:


Update, 22.17 Uhr- Bereits über 111.000 Corona-Impfungen in Bayern vorgenommen 

In Bayern sind bereits mehr als 111.000 Menschen gegen Corona geimpft worden. Darauf hat Bayerns neuer Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Sonntag hingewiesen. Holetschek betonte: „Mittlerweile konnten in Bayern bisher bereits 111.897 Menschen (Stand 9. Januar) gegen Corona geimpft werden. Um die am stärksten risikobelasteten Personengruppen als erstes schützen zu können, liegt der Schwerpunkt der Impfungen aktuell auf den Alten- und Pflegeheimen sowie auf dem Personal von Kliniken und Unikliniken in Bereichen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko. Rund die Hälfte der Impfungen erfolgten beim Krankenhauspersonal bzw. bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pflegeeinrichtungen.“

Der neue Minister erläuterte: „Wir haben in Bayern ein gutes System mit 99 Impfzentren aufgebaut. Unser Zeitplan im Freistaat ist gut abgestimmt: Jede einzelne Impfdose, die wir vom Bund bekommen, wird sofort an unsere Bürgerinnen und Bürger weitergereicht. Am 8. Januar wurden an Bayern von BioNTech weitere 112.125 Impfdosen ausgeliefert.“

Holetschek unterstrich: „Klar ist aber auch: Wir brauchen mehr Impfstoff und die Impfstoff-Zulassungen in der EU müssen schneller erfolgen. Denn dann können wir auch mehr Menschen impfen. Deshalb war es wichtig, dass die Europäische Kommission der Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) gefolgt ist, künftig im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Entnahme von sechs statt bisher fünf Impfdosen pro Impfstoff-Vial zuzulassen. So bedeutet sie doch ein Plus von 20 Prozent pro Impfstoffampulle.“

Update, 18.42 Uhr - Viel „Corona-Arbeit“ für Münchner Bundespolizei

Alle Hände voll zu tun hatte die Bundespolizei München am Sonntag, 10. Januar, bezüglich der Einhaltung der Corona-Regeln in Zügen oder an Bahnhöfen. Auch mit der Ausgangssperre nahmen es einige nicht so genau.

Zunächst wurde kurz nach Mitternacht am Ostbahnhof München ein lautstark schreiender 52-Jähriger aus Togo kontrolliert. Der in Kirchseeon (Landkreis Ebersberg) Lebende konnte nicht den erforderlichen triftigen Grund angeben und trug zudem seine Mund-Nasen-Bedeckung unter der Nase.

Zwei lautstarke 18-jährige Bulgaren, aus unterschiedlichen Haushalten in Berg am Laim und Giesing stammend, wurden von einer Streife der Bundespolizei gegen 1.20 Uhr am Hauptbahnhof angetroffen. Beide konnten, angesprochen auf die Ausgangssperre, keinen triftigen Grund für ihren unerlaubten „Ausflug“ nennen. Zehn Minuten später war die Polizei erneut gefordert, als ein wohnsitzloser 31-jähriger Deutscher im Regionalexpress zwischen Grafing und München kontrolliert wurde. Der mit 1,58 Promille Alkoholisierte war im Zug eingeschlafen, als ihn Beamte der Bundespolizei weckten. Auch er hatte keinen plausiblen Grund für seine Fahrt.

Um 1.40 Uhr wurden dann vier Personen von einer Streife der Bundespolizei am S-Bahnhaltepunkt Markt Schwaben angetroffen. Die vier im Alter von 24, 26 und zweimal 27 Jahren hatten weder Reiseabsichten noch den notwendigen triftigen Grund zum nächtlichen Aufenthalt vortragen können.

Alle vier waren alkoholisiert und entstammten verschiedenen Haushalten aus der Stadt und dem Landkreis Freising sowie aus Pasing und Giesing. Zudem trug keiner der vier eine Mund-Nasen-Bedeckung. Auch der Abstand von mindestens 1,5 Metern war nicht eingehalten worden. In allen Fällen gab es entsprechende Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz.

Update, 16.25 Uhr - Söder verteidigt Lockdown und kritisiert Impfbereitschaft von Pflegepersonal

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert mehr Schnelligkeit bei der Zulassung von neuen Corona-Impfstoffen: „Wir sollten alle Möglichkeiten nutzen, rasch Impfstoff zu bekommen. (...) Deshalb sollte man nicht die typischen bürokratischen Verfahren wählen, sondern sich in der Tat offensiv um eine Zulassung bemühen. Ein Impfstoff, der in einem Land schon zugelassen ist, könnte auch in der EU schnell zur Zulassung gebracht werden.“

Söder kritisierte ferner die mangelnde Bereitschaft beim Pflegepersonal, sich impfen zu lassen. Sollte der Ethikrat eine Impfpflicht für diese Gruppe empfehlen, könnte dies erwogen werden. Zudem verteidigte der Landeschef die verschärften Corona-Beschränkungen bis 31. Januar. „Wir müssen den Lockdown, den wir jetzt haben, verlängern und an einigen Stellen auch noch vertiefen“, hatte er am Samstag beim digitalen Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen CDU gesagt. Mit Verlängerung und Vertiefung bezog sich der Ministerpräsident nach Angaben eines Sprechers darauf, dass in Bayern ab Montag neue Corona-Regeln gelten.

Update, 14.31 Uhr - Weitere Fälle an Schlachthof in Waldkraiburg bestätigt

Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Mühldorf gibt es seit der letzten Statusmeldung 24 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 10. Januar, 0 Uhr). Unter den neu gemeldeten Fällen sind unter anderem acht weitere Mitarbeiter vom Schlachthof Waldkraiburg. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Mühldorf insgesamt 261 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 157,1.

Update, 12.51 Uhr - Polizei beendet Hochzeits- und Drogen-Party in München

Gleich zwei größere Corona-Partys musste die Polizei am Samstagabend, 9. Januar, in der Landeshauptstadt München auflösen. Gegen 20.20 Uhr war zunächst eine „Veranstaltung“ im Stadtteil am Hart gemeldet worden. Durch die eingesetzten Polizeibeamten wurde eine laut feiernde Hochzeitsgesellschaft angetroffen. Es waren über 15 Personen aus mehreren Haushalten anwesend, welche sich äußerst unkooperativ verhielten und auch die Angabe ihrer Personalien verweigerten. Insgesamt gab es hier 20 Anzeigen.

Gegen 23 Uhr musste die Polizei dann in den Stadtteil Schwabing-West ausrücken. Auch von dort war eine lautstarke Party gemeldet worden. Bei Eintreffen der Polizei versuchten einzelne Personen zu flüchten. Eine Person verletzte sich bei der Flucht aus einem Fenster leicht und bat anschließend um medizinische Hilfe. Insgesamt wurden zwölf Personen festgestellt und nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt. Zudem fanden die Beamten bei dem Einsatz auch Drogen und schrieben deswegen auch entsprechende Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Update, 11.54 Uhr - Elf neue Fälle in Stadt und Landkreis Altötting

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun elf neue Corona-Fälle gemeldet. Damit stieg die Gesamtzahl der Infizierten seit Pandemie-Ausbruch auf 3118 (Stand: 9. Januar, 24 Uhr). Weitere Todesfälle wurden nicht gemeldet. Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Altötting insgesamt 207 aktive Fälle - die meisten davon in Garching/Alz (52), Burghausen (32) und Altötting (17). Die 7-Tages-Inzidenz lag nach Angaben des Landratsamtes zum o.g. Zeitpunkt bei 135,4.

Update, 10.58 Uhr - Mann (19) stürzt nach Corona-Party bei Kufstein aus Fenster

In der Nacht auf 10. Januar feierten in Kramsach (Bezirk Kufstein) in Tirol fünf Personen im Alter von 17 bis 20 Jahren in einem Privathaus Geburtstag. Dabei betrank sich ein 19-jähriger Österreicher zunächst schwer und legte sich anschließend schlafen. Aus noch ungeklärter Ursache stürzte der junge Mann dann gegen 1.15 Uhr aus dem geöffneten Fenster des Zimmers, aus welchem er sich zuvor erbrochen hatte. Der 19-Jährige fiel drei Meter tief auf laubbedecktes Pflaster, wie die Landespolizeidirektion Tirol nun mitteilte.

Der Mann wurde durch den Aufprall unbestimmten Grades am Becken und der Wirbelsäule verletzt. Seine Freunde hörten die Hilferufe des Verletzten und setzten daraufhin einen Notruf ab. Wegen der Eiseskälte im Freien lagerten die Freunde den 19-Jährigen auf eine Leiter um und brachten ihn zurück ins Haus. Dort wurde er dann von Notarzt und Rettungsdienst versorgt und anschließend in die Klinik nach Kufstein eingeliefert. Für alle Party-Teilnehmer folgen nun entsprechende Anzeigen wegen Verstößen gegen die in Österreich gültigen Corona-Regeln.

Update, 9.19 Uhr - 13 Todesopfer in der Region - alleine neun im Kreis Altötting

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 10. Januar 2021).

Die 7-Tage-Inzidenzen bzw. Corona-Fallzahlen sind in den Landkreisen und Städten der Region im Vergleich zum Vortag größtenteils erneut angestiegen. Lediglich im Landkreis Berchtesgadener Land sank die Inzidenz von 348,3 auf 347,4 minimal. Der Kreis bleibt damit weiter nahe an der 350er-Grenze und somit auch das „Sorgenkind“ der Region. Stadt (von 162,1 auf 169,9) und Landkreis Rosenheim (von 119,0 auf 125,1) meldeten ebenso steigende Werte wie die Kreise Mühldorf (von 143,3 auf 157,1), Traunstein (von 159,0 auf 179,3) und Altötting (von 131,8 auf 135,4).

Auch die Todeszahlen sind in der Region unverändert hoch. Alleine in den letzten 24 Stunden wurden 13 weitere Todesopfer gemeldet - alleine neun davon aus dem Landkreis Altötting. Zwei Tote gab es im Landkreis Rosenheim und je einen im Kreis Traunstein und der Stadt Rosenheim. Nähere Angaben zu Alter und/oder Wohnort der Verstorbenen gab es bislang nicht.

Knapp 17.000 neue Fälle und 465 weitere Todesopfer

Die deutschen Gesundheitsämter haben am Sonntag 16.946 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 465 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekannt gab (Stand: 10. Januar, 0 Uhr). An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden (News-Ticker Samstag, 9. Januar).

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 162,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 74,0. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.908.527 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 40.343. In Bayern kamen 89 weitere Todesfälle hinzu (gesamt nun 7875).

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht bei 1,16 (Stand: 9. Januar; Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 116 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mw/mz/dpa

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