News-Ticker zur Corona-Pandemie

Corona-Gegner blockieren Autobahn - Polizei greift ein: Fahrzeuge sichergestellt und diverse Anzeigen folgen

Auf der A73 bei Erlangen kam es am Mittwoch zu massiven Behinderungen durch Gegner der Corona-Maßnahmen.
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Auf der A73 bei Erlangen kam es am Mittwoch zu massiven Behinderungen durch Gegner der Corona-Maßnahmen.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Mittwoch, 6. Januar, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:


  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 138,5, Landkreis Rosenheim 152,3, Landkreis Traunstein 188,4 , Landkreis Berchtesgadener Land 249,2, Landkreis Mühldorf 114,8, Landkreis Altötting 83,4 (Quelle/Stand: RKI, 6. Januar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2385, Landkreis Rosenheim 8815, Traunstein 5941, Berchtesgadener Land 2964, Mühldorf 3436, Altötting 2987 (Quelle/Stand: RKI, 6. Januar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 36, Landkreis Rosenheim 338, Traunstein 155, Berchtesgadener Land 67, Mühldorf 79, Altötting 106 (Quelle/Stand: RKI, 6. Januar, 0 Uhr)
  • Mindestens 36.537 Todesfälle in Deutschland (7.260 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:


Update, 21 Uhr - Gegner der Corona-Maßnahmen blockieren Autobahn bei Erlangen: Polizei greift ein

Mehrere Gegner der derzeit bestehenden Infektionsschutzbestimmungen behinderten am Mittwochnachmittag (6. Januar) mit ihren Fahrzeugen massiv den Straßenverkehr auf der A73. Die Polizei unterband dies umgehend, leitete mehrere Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitenverfahren ein und ließ einige Fahrzeuge abschleppen.

Im Laufe des Tages erlangte die mittelfränkische Polizei Kenntnis davon, dass mehrere offensichtliche Gegner der derzeit im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie geltenden Beschränkungen, möglicherweise Blockadeaktionen mit Fahrzeugen auf der Autobahn durchführen wollen. Aufgrund dieser Erkenntnis wurden zahlreiche Einsatzkräfte hinzugezogen und entsprechend sensibilisiert.

Gegen 16:15 Uhr stellten Polizeibeamte der Verkehrspolizei Erlangen acht Fahrzeuge fest, die die BAB 73 von Erlangen kommend in Richtung Nürnberg befuhren. Die Fahrzeuge waren teilweise beschriftet bzw. bemalt und u. a. mit Fähnchen oder Schildern versehen. Im weiteren Verlauf fuhren die Fahrzeuge neben- bzw hintereinander und verlangsamten die Geschwindigkeit teilweise auf deutlich unter 50 km/h, sodass nachfolgende Verkehrsteilnehmer teilweise stark bremsen und nicht mehr vorbeifahren konnten. Dieses Fahrverhalten stellte eine erhebliche Gefährdung für den nachfolgenden Verkehr dar. Um diese abzuwenden, sicherten die Einsatzkräfte der Polizei den Fahrzeugtross entsprechend ab.

Im Bereich der Jansenbrücke konnten acht Fahrzeuge, die an der vorangegangenen Aktion beteiligt gewesen waren, durch Einsatzkräfte des Unterstützungskommandos Mittelfranken und der Verkehrspolizei Erlangen angehalten und einer Kontrolle unterzogen werden. Gegen die Fahrzeugführer wurden Ermittlungsverfahren u. a. wegen des Verdachts der Nötigung sowie des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet. Außerdem werden mehrere Personen wegen versammlungsrechtlicher Verstöße zur Anzeige gebracht.

Die an der Aktion beteiltigten Fahrzeuge wurden sichergestellt.

Auf einem Firmenparkplatz in Fürth trafen weitere Einsatzkräfte weitere fünf Fahrzeuge an, die in ähnlicher Weise gekennzeichnet waren. Auch gegen diese Personen wurden Ermittlungen eingeleitet.

Die Polizei sucht in diesem Zusammenhang Zeugen, insbesondere weitere Fahrzeugführer, die durch das oben beschriebene Fahrmanöver behindert und/oder gefährdet wurden. Sachdienliche Hinweise nimmt die Verkehrspolizei Erlangen unter der Telefonnummer 09131/7600 entgegen.

Im Einsatz waren außerdem Kräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei eingesetzt.

Update, 19.37 Uhr - Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände fordert in der „zweiten Halbzeit mit Corona“ Verlässlichkeit, Struktur und Sicherheit

Mittlerweile ist klar, dass die Pandemie auch in den nächsten Wochen einen Präsenzunterricht in den bekannten Formen nicht zulassen wird. „Unsere Lehrkräfte werden wie bisher alles tun, damit Schule funktionsfähig bleibt und Schul- und Ausbildungsabschlüsse erreicht werden, gleichzeitig darf dabei das hohe Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen nicht durch überzogene Maßnahmen enttäuscht werden“, erklärt Pankraz Männlein (VLB) unisono mit den Vorsitzenden der abl-Verbände Walburga Krefting (KEG), Jürgen Böhm (brlv) und Michael Schwägerl (bpv). Turnusgemäß zum 1. Januar hat der VLB-Landesvorsitzende die Präsidentschaft der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände übernommen.

Was wir in dieser schwierigen Situation brauchen, sind klare Regelungen zum Einsatz der Unterrichtsformen (Präsenz-, Wechsel- und Distanzunterricht). Diese müssen den Schularten des differenzierten Schulsystems angepasst sein. Dabei müssen die Grundschulen schneller wieder in den Wechselunterricht gebracht werden - einhergehend mit einem verstärkten Gesundheitsschutz. Auch auf die Abschlussklassen muss, wie bisher, ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Insgesamt sind alle Anstrengungen zu unternehmen, um für das verbleibende Schuljahr Kontinuität zu gewährleisten, damit alle Beteiligten sich möglichst lange auf geregelte Strukturen und einen klar kommunizierten Ablauf einstellen können. Es kann nicht sein, dass über Erholungsphasen für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte beliebig verfügt wird und Ferien mit regulärem Unterrichtsbetrieb belegt werden.

Daher sind Politik und Bildungsverwaltung jetzt aufgefordert, entsprechend mutig zu handeln, denn erfolgreiches Lernen braucht auch in Pandemie-Zeiten Sicherheit, Struktur und Verlässlichkeit.

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände

Update, 18.42 Uhr - Sozialverband VdK fordert klare Strategie für Impfungen

Nach dem Beginn der Corona-Impfungen ruckelt es an vielen Stellen. Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, betonte am Mittwoch in Berlin: „Gerade ältere und gebrechliche Menschen, die zu Hause gepflegt werden, müssen einfacheren Zugang zur Impfung erhalten. Dafür ist es zwingend erforderlich, dass Transporthilfen in die Impfzentren etwa durch Freifahrtscheine für Taxis zur Verfügung gestellt werden, oder Rettungssanitäter diese Aufgabe übernehmen. Hilfreich wäre auch, wenn Angehörige für die Fahrt ins Impfzentrum von der Arbeit freigestellt würden.“

Außerdem wächst die Kritik am Vergabesystem für die Impftermine. „Es kann nicht sein, dass Ältere mitunter stundenlang am Telefon sitzen, weil die Leitungen für die Terminvergabe überlastet sind.“ Den Verband haben seit dem Impfstart zahlreiche Beschwerden erreicht. „Wir fordern ein transparentes und bundeseinheitliches Konzept der Terminvergabe für ältere Pflegebedürftige.“

Bentele weiter: „Für die mobilen Impfteams, die pflegebedürftige und immobile Menschen zu Hause impfen sollen, fehlt es an Personal und an dem geeigneten Impfstoff. Der Wirkstoff von Biontech muss stark heruntergekühlt werden und eignet sich für die häusliche Impfung deshalb nicht.“

Bentele unterstrich: „Wir dürfen die Pflegebedürftigen in ihrer Häuslichkeit nicht vernachlässigen. Es muss deshalb eine Strategie entwickelt werden, wie gerade ältere und gebrechliche Menschen schnell und effektiv geimpft werden können. Wir können nicht so lange warten, bis der neue Wirkstoff zugelassen ist. Notwendig ist ein Zeitplan für die Impfung der Menschen, die 80 Jahre und älter sind und für deren Angehörige.“

Pressemitteilung des Sozialverband VdK Deutschland

Update, 17.42 Uhr - Polizei vertreibt rodelnde Kinder in Mühldorf: „In Cronazeiten angemessen“

Mindestens zweimal haben Polizisten am heutigen 6. Januar rodelnde Kinder vom Schlittenberg an der Burhenne in Mühldorf vertrieben. Wie an jedem Tag nach Schneefall kamen dort schon in den Morgenstunden Kinder, zum Teil begleitet von ihren Eltern zum Rodeln. Nach Auskunft von Eltern war der Schlittenspaß zum ersten Mal gegen Mittag vorbei, als Polizisten die Anwesenden zum Gehen aufforderten.

Nach kurzer Zeit kamen wieder Beamte an die Piste, da sich erneut deutlich über 50 Eltern und Kinder dort versammelt hatten. Dass der Ort am Vormittag bereits geräumt wurde, wussten die Eltern, nahmen jedoch an, dass sie sich an die Regeln hielten. „Wir sind doch draußen, und kommen uns nicht zu nahe“, sagte ein Vater.

Seitens der Polizei hieß es von einem Pressesprecher gegenüber dem OVB, dass sich „zu viele Personen mit fehlendem Abstand“ dort aufhielten. Die Maßnahmen seien „in Cronazeiten angemessen“ und mit Stadt und Landratsamt abgestimmt gewesen.

Update, 16.22 Uhr - Der Landesschülerrat kritisiert die Streichung der Faschingsferien scharf

Mit Unverständnis nahm der Landeschülerrat in Bayern die heutige Entscheidung der Staatsregierung, die Faschingsferien in diesem Jahr zu streichen, zur Kenntnis. Er sieht diesen Schritt als absolut unverhältnismäßig, gar kontraproduktiv an.

Lucas Pflugfelder, scheidender Landesschülersprecher der Realschulen dazu: „Dieser Schritt zeigt wieder einmal, dass Versäumnisse der letzten Wochen mit einer Hau-Ruck-Aktion kaschiert werden sollen, ohne dass hierzu im Vorfeld mit den Betroffenen in der Schulfamilie gesprochen wurde.“

Gerade in einer so herausfordernden Situation wie einer Pandemie, die uns als Gesellschaft vor enorme Aufgaben stellt, ist es wichtig, Freiräume zu schaffen und für ausreichend Psychohygiene zu sorgen. Die Schulzeit fordert Schüler*innen aller Altersstufen auf unterschiedliche Weisen. Die langen Stressperioden sind in der Regel unterbrochen durch Ferien. Einerseits, um das Gelernte zu rekapitulieren, andererseits, um etwas Erholung zu schaffen. Fallen die (Faschings-)Ferien weg, so stellt das die Schüler*innen und die Eltern vor neue, belastende, zusätzliche, aber eigentlich vermeidbare Herausforderungen, die sie neben einer weltweiten Pandemie aushalten müssen.

Auch aus pädagogischer Sicht und um langfristige gesundheitliche Schäden zu vermeiden, ist dieses Vorgehen nicht verhältnismäßig. Pflugfelder weiter: „Ein sowieso schon erhöhter Prüfungsdruck und eine wieder zu erwartende Situation der Notenjagd führen zu einer explosiven Mischung der Belastungssteigerung bei den Schüler*innen. Das eigentliche Ziel sollte lauten ‚Schüler*innen entlasten, Prüfungsdruck nachhaltig senken, Unsicherheiten nehmen!‘“

Mit hohen Erwartungen schaut der Landesschülerrat daher auf die Pressekonferenz des Kultusministeriums am kommenden Freitag, in der schulspezifisch das weitere Vorgehen erläutert werden soll. Eine notwendige Entlastung der Schülerschaft in Form einer konkreten Senkung des Noten- und Prüfungsdrucks sieht er dabei als unabdingbar an.

Update, 15.50 Uhr - 20 neue Corona-Fälle im Landkreis Altötting bestätigt

Wie das Landratsamt Altötting mitteilte wurden seit gestern 20 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie erfassten Infektionen mit SARS-Cov-2 auf 3022 insgesamt.

Die aktuelle 7-Tages-Inzidenz laut RKI liegt bei 83,4. Die Zahl der aktiven Fälle beträgt aktuell 176. 23 dieser Fälle werden der Stadt Altötting zugeschrieben.

Update, 15.03 Uhr - 36 neue bestätigte Fälle im Landkreis Mühldorf am Inn – drei weitere Todesfälle

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf am Inn sind drei weitere Personen verstorben, die mit dem Corona-Virus infiziert waren. Seit der letzten Statusmeldung vom Dienstag, 5. Januar gibt es 36 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 6. Januar 2021, 8 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf am Inn 234 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt bei 142,40.

Update, 13.45 Uhr - EMA empfiehlt Zulassung für Corona-Impfstoff von Moderna

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Marktzulassung für den Corona-Impfstoff des US-Pharma-Unternehmens Moderna empfohlen. Das teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung muss nun die EU-Kommission treffen - das gilt als Formsache.

Update, 12.45 Uhr - Bayern erlaubt Abholung von Waren im Einzelhandel

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sprach von schwieriger werdenden Debatten, allerdings gleichzeitig auch von einer schwierigen Realität in den Kliniken und Krankenhäusern. In Sachen November-Hilfe gäbe es nach wie vor Schwierigkeiten mit der entsprechenden Software, die jetzt endlich am 12. Januar betriebsbereit sein soll. Danach sollen die Hilfen für Betriebe, Restaurants oder Hotels zeitnah ausbezahlt werden.

In Bayern wird zudem die Lieferung oder Abholung von vorbestellten Waren im Einzelhandel erlaubt („Click & Collect“). Damit soll der kleine Einzelhandel gestärkt werden, sagte Aiwanger und der Kundenverkehr weg von den „großen internationalen Online-Plattformen“ verlagert werden.

Update, 12.22 Uhr - Söder setzt Huml als Gesundheitsministerin ab

„Wir gehen in eine sehr entscheidende Phase mit Corona. So schwierig wie jetzt war es noch nie. Viele befürchten, dass es sogar noch eine dritte Welle geben könnte. Wir gehen jetzt erst in die zweite Halbzeit mit Corona“, sagte Söder, der sich jetzt für eine personelle Umbesetzung in seinem Kabinett entschieden hat.

Melanie Huml (CSU) wird ab kommenden Montag Ministerin in der Staatskanzlei und verstärkt dort den Corona-Stab. Dies sei verbunden mit einer „hohen Wertschätzung“, betonte Söder. Im Gegenzug wird Klaus Holletschek den Posten des Gesundheitsminister übernehmen.

„Wir hoffen das Beste, aber bereiten uns gleichzeitig auf das Schwierigste vor“, sagte Söder im Hinblick auf die nächsten Wochen. Dort würden noch viele schwere Herausforderungen warten, die man jedoch gemeinsam meistern werde. Die „richtige Normalität“ werde es erst geben, wenn ein Großteil der Bürger geimpft sei.

Update, 12.15 Uhr - Bayern sagt Faschingsferien ab

In den Schulen bleibt die Präsenzpflicht im Freistaat bis mindestens zum 31. Januar ausgesetzt. Eine Ferienverlängerung in Bayern ist jedoch nicht angedacht. Vielmehr soll überall dort, wo es möglich ist, auf Distanzunterricht umgestellt werden. Der Kultusminister wird in den nächsten Tagen weitere Bausteine seines Konzeptes vorstellen.

Zudem soll eine Not-Betreuung sichergestellt werden. „Und zwar für alle, die es brauchen. Wir definieren hier bewusst keine bestimmten Berufsgruppen“, sagte Söder.

Neu ist: In Bayern gibt es in diesem Winter keine Faschingsferien! Stattdessen soll in dieser Woche ganz normal Unterricht stattfinden. Damit soll der bislang versäumte Lehrstoff teilweise nachgeholt werden.

Update, 12.12 Uhr - Kontakte und Mobilität werden weiter eingeschränkt

Danach erklärte Söder die neuen Maßnahmen: Der Lockdown wird bis mindestens 31. Januar verlängert und teilweise auch vertieft. Bei der Vertiefung geht es vor allem um Kontaktbeschränkungen und Mobilität. Auch in Bayern darf man sich jetzt nur noch mit einer haushaltsfremden Person treffen.

Zudem gibt es für den Freistaat hier sogar noch eine Ergänzung: Bei der Betreuung von Kindern kann eine „feste Kontaktfamilie“ benannt werden. In allen Hotspots mit einer Inzidenz ab 200 gilt eine Umgangsbeschränkung. Das bedeutet, dass ohne triftigen Grund der Wohnort in einem Radius von 15 Kilometern nicht mehr verlassen werden darf. Ausdrücklich kein triftiger Grund sind laut Söder „touristische Tagesausflüge“ und „bestimmte Sportarten“. Einkaufen, berufliche Belange und Familienbesuche sind davon ausgenommen.

Update, 12.08 Uhr - „Linie von Vorsicht und Umsicht bleibt Maßstab!“

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte gleich zu Beginn der Pressekonferenz, dass man derzeit „keine Entwarnung“ in Sachen Corona geben könne. Die Infektionszahlen seien in Deutschland und Bayern nach wie vor sehr hoch. Zudem seien die derzeitigen Zahlen wegen der Feiertage und etwaiger Reiserückkehrer derzeit schwer einzuschätzen.

Hinzu kommt noch die neue Virus-Mutation, die den Behörden „große Sorge“ (O-Ton Söder) bereitet.„Die Linie von Vorsicht und Umsicht bleibt absoluter Maßstab. Wir brauchen keine Experimente und müssen unsere konsequente Linie fortsetzen“, sagte Söder, der zugleich den Bürgern für ihr Verständnis und ihre Geduld dankte.

Update, 11.55 Uhr - Pressekonferenz in Kürze live

Am Vormittag tagte einmal mehr das bayerische Kabinett in der Staatskanzlei. Im Mittelpunkt stand natürlich das weitere Vorgehen des Freistaates im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In Kürze werden Ministerpräsident Söder, Staatskanzleichef Herrmann (beide CSU) und Wirtschaftminister Aiwanger (Freie Wähler) auf einer Pressekonferenz über die Ergebnisse der Beratungen informieren. Ob es weitere Verschärfungen in Bayern gibt, ist derzeit nicht bekannt.

Update, 9.30 Uhr - Das sind die aktuellen Zahlen aus der Region

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 6. Januar 2021).

Die 7-Tage-Inzidenzen bzw. Fallzahlen haben sich in den Städten und Kreisen der Region im Vergleich zum Vortag weiter moderat nach unten entwickelt. In Stadt (von 163,6 auf 138,5) und Landkreis Rosenheim (von 173 auf 152,3) sowie im Landkreis Mühldorf (von 138,1 auf 114,8) fielen die Werte. Während im Landkreis Traunstein (von 186,7 auf 188,4) der Wert leicht anstieg, sank er im Kreis Altötting (von 96,0 auf 83,4) weiter. Im Berchtesgadener Land sank der Wert ebenfalls - und zwar von 293,6 auf 249,2.

Zudem wurden sieben weitere Todesfälle aus der Region gemeldet - alle aus dem Landkreis Rosenheim.

Update, 7.34 Uhr - Bayerisches Kabinett befasst sich in Sondersitzung mit schärferen Corona-Regeln

Nach den neuen Beschlüssen von Bund und Ländern muss sich nun das bayerische Kabinett in einer Sondersitzung mit einer Verschärfung der bestehenden Corona-Regeln befassen. Im Ministerrat wird es dabei am Mittwoch (ab 10 Uhr) wohl vor allem über die Umsetzung und Feinjustierung der am Vortag in Berlin festgezurrten Maßnahmen gehen. Am Freitag wird dann zudem noch der Landtag in einer Sondersitzung über die Verschärfung abstimmen.

Interessant dürfte unter anderem werden, wie die Freien Wähler als Koalitionspartner der CSU auf die verschärften Corona-Maßnahmen, die Ministerpräsident Markus Söder (CSU) aus Berlin mitbringt, reagieren. Seit Monaten gibt es zwischen den beiden eigentlich sehr ähnlichen Koalitionären Spannungen wegen der Corona-Politik. Die Freien Wähler favorisieren eher einen liberaleren Ansatz mit mehr Lockerungen, die CSU um Söder steht für einen vorsichtigeren Kurs mit Auflagen.

Diese Frage dürfte dem Vernehmen nach etwa bei der Diskussion darüber eine Rolle spielen, ob die Schulen weiterhin für alle Schüler geschlossen bleiben müssen. Söder hatte bereits in Berlin erklärt, dass er gegen eine Öffnung für Grundschüler und Abschlussklassen sowie von Kindertagesstätten sei. Aus den Reihen der Freien Wähler war dagegen in München zu hören, dass sie sich eine Rückkehr unter strengeren Auflagen mit Wechselunterricht und Klassenteilungen sehr wohl vorstellen könnten. Im Kabinett hatten die Freien Wähler aber bisher alle Maßnahmen mitgetragen, wenn auch bisweilen mit Zähneknirschen.

Jüngst hatte sich auch Freie Wähler-Fraktionschef Florian Streibl in einem Strategiepapier für eine möglichst rasche Beendigung der Maßnahmen ausgesprochen. Doch stattdessen hat Söder nun unter anderem eine deutliche Einschränkung der Bewegungsfreiheit für die Menschen in Bayern im Gepäck.

Konkret war von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten am Dienstag in Berlin beschlossen worden, in Kreisen mit einer Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche die Bewegungsfreiheit auf einen Radius von 15 Kilometer um den Wohnort zu begrenzen - sofern kein triftiger Grund für weiter entfernte Fahrten vorliegt. Damit soll laut Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Ausflugstourismus Einhalt geboten werden.

Über die Feiertage hatte es insbesondere in den bayerischen Bergregionen regen Ausflugsverkehr gegeben - trotz der geltenden Ausgangsbeschränkungen. Bürgermeister hatten geklagt, ihre Orte würden von Ausflüglern überrannt, die Parkplatzsituation sei am Limit. Der Ministerrat dürfte deswegen auch am heutigen Dreikönigstag die Situation in den Bergregionen mit Sorge beobachten.

Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit für besonders von Coronavirus betroffenen Regionen würde - Stand Dienstag, 00.00 Uhr - 24 Kreise in Bayern betreffen. Konkret lagen nach Daten des Robert Koch-Instituts die Städte Coburg, Passau, Hof, Nürnberg, Weiden in der Oberpfalz, Bayreuth, Fürth und Landshut über der 200er-Marke. Bei den Landkreisen waren Deggendorf, Wunsiedel im Fichtelgebirge, Coburg, Passau, Tirschenreuth, Berchtesgadener Land, Bayreuth, Regen, Kulmbach, Freyung-Grafenau, Rottal-Inn, Roth, Haßberge, Straubing-Bogen, Rhön-Grabenfeld und Dingolfing-Landau gelistet.

Es wird erwartet, dass weitere Kreise in den kommenden Tagen und Wochen die 200er-Marke knacken werden, da über die Feiertage weniger getestet worden war und nicht alle Gesundheitsämter Zahlen übermittelt hatten. „Wir müssen eher davon ausgehen, dass diese Zahlen wachsen“, betonte Söder. Deswegen lassen die Länder private Treffen auch nur noch im eigenen Haushalt oder mit höchstens einer weiteren Person zu.

21.237 Corona-Neuinfektionen und 1019 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.237 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1019 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten (News-Ticker Dienstag, 5. Januar).

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.

„Wir erwarten, dass zum Jahresanfang mit der Öffnung von Arztpraxen und Teststellen wieder mehr Personen getestet werden“, hatte der erste Vorsitzende des Verbands, Michael Müller, am Dienstag erklärt. Das RKI geht davon aus, dass die Meldedaten zum Infektionsgeschehen frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind, wie es auf Anfrage hieß.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwochmorgen bei 127,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 262,1 und Thüringen mit 244,6. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 73,7.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.808.647 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 06.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 36.537. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.451.000 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Dienstag bei 0,81 (Montag: 0,85). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 81 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betonte, dass der R-Wert wegen der Verzögerungen gegebenenfalls unterschätzt werde.

mw/mda/fgr/dpa

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