"Kampenwand" wieder aufgetaucht

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Prien - Die Fähre "Kampenwand" wurde vor kurzem durch einen Zufall von der Wasserschutzpolizei entdeckt. Nun konnte der Lastenkahn am Mittwoch durch eine aufwendige Aktion geborgen werden.

Lange wurde gerätselt, wo die 19 Meter lange und über 4 Meter breite Fähre abgeblieben ist, die Nachforschungen blieben jedoch erfolglos. Im April gab es dann die Entdeckung: Das in Prien stationierte Boot der Wasserschutzpolizei, das mit einem neuen Side-Scan-Sonar ausgestattet ist, unternahm eine Testfahrt. Eher zufällig konnte das Sonar die nur knapp 40 Meter vor der Hafenanlage des Yachtklubs Prien in 17 Meter Tiefe versunkene Fähre orten.

Der Lastenkahn hatte vor seinem Verschwinden über Monate als Arbeitsplattform für die Erneuerung des Yachthafens gedient und ist vermutlich im Herbst untergegangen. Anfangs lief die Fähre wohl mit Regenwasser voll. Schließlich, so wird vermutet, wurde der Kahn dann während eines Herbststurms losgerissen und trieb vor den Yachthafen, wo er endgültig sank.

Das Verschwinden ist jedoch zunächst niemandem aufgefallen. Der genaue Tag, an dem der Kahn gesunken ist, konnte also nicht geklärt werden.

Da sich im Schiff noch etliche gefährliche Stoffe wie Hydrauliköl und Dieselkraftstoff befinden, musste die Fähre so schnell wie möglich geborgen werden.

Die Firma "Nautik", die in Deutschland und Europa große Erfahrung mit Schiffsbergungen hat, nahm sich der Aufgabe an.

Fähre "Kampenwand" in Prien geborgen

Zunächst lief nicht alles nach Plan. Ein Taucher musste die Aktion nach kurzer Zeit abbrechen, da er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Dem zweiten Taucher gelang es dann aber, die Bergung unter Wasser vorzubereiten.

Dafür musste er insgesamt sieben Luftsäcke an der gesunkenen Fähre befestigen. Diese wurden anschließend mit Druckluft gefüllt, wodurch der Kahn dann auf circa vier Meter unter die Wasseroberfläche gehoben werden konnte.

Anfangs tauchte kurz ein Teil des Buges auf. Schließlich war nur ein kleiner Mastenaufbau an der Wasseroberfläche zu sehen. Die Bergungsfirma schleppte dann das unter Wasser treibende Schiff an die Hafenanlage und montierte weitere Luftsäcke. 

In den Abendstunden kann die Fähre dann voraussichtlich in den Hafen von Prien geschleppt werden. Dort soll sie dann mit einem Kran endgültig aus dem Wasser gehoben werden.

Die Bergungsarbeiten werden vermutlich am Donnerstag abgeschlossen.

Insgesamt wird die Aktion zwischen 15.000 und 20.000 Euro kosten.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Aktivnews

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