Chancen auf Lehrstellen steigen

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Noch viele offene Stellen gibt es für das neue Ausbildungsjahr 2010 im Bereich Hotellerie, Gastgewerbe und Systemgastronomie.

Rosenheim/Mühldorf - Bereits in die achte Runde geht die erfolgreiche OVB-Aktion "Lehrstelle gesucht". Auch diesmal sind alle Jugendlichen aufgefordert, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, sich an der Aktion zu beteiligen.

Und auch die Unternehmen werden gebeten, sich die Bewerbungen der jungen Leute anzuschauen. In der Wochenendausgabe vom 27./28. Februar werden alle Bewerbungen mit Foto veröffentlicht.

So will die Heimatzeitung mithelfen, dass möglichst viele Schulabgänger auch in diesem Jahr die Chance auf eine Lehrstelle bekommen. Daneben werden noch weitere Aktionen wie ein großes Bewerbungstraining, ein freiwilliger Test zur Berufsfindung sowie etliche Kurzpraktika im Rahmen des Girls-Day und Boys-Day durchgeführt.

Anders als in den vergangenen Jahren sei der Lehrstellenmarkt nicht mehr leergefegt. "In diesem Jahr gibt es noch etliche freie Ausbildungsstellen", macht Peter Reith, Berufsberater der Agentur für Arbeit in Rosenheim, den Ausbildungsplatz Suchenden Hoffnung. Zwar habe die globale Wirtschaftskrise auch die Region Rosenheim getroffen, doch bei weitem nicht so stark wie das restliche Bayern. Aber viele Firmeninhaber seien derzeit noch zögerlich bei der Ausschreibung von Lehrstellen.

Katharina Kristen, Pressesprecherin der Arbeitsagentur in Rosenheim, warnt jedoch alle Unternehmen vor dem bevorstehenden demographischen Wandel: "Noch sind die Schulentlasszahlen wegen des Zuzugs in die Region gut. Doch diese Zahlen können sich schneller ändern, als mancher denkt", gibt sie zu bedenken. Kristen rät dringend, jetzt schon an den sich abzeichnenden Fachkräftemangel zu denken und jungen Leuten mit einem Ausbildungsplatz eine Chance zu geben. Das nütze beiden: Dem Jugendlichen und dem Unternehmer. "Wer einen Azubi ausbildet, kennt schnell dessen Stärken und Schwächen, das Engagement und den Einsatz. Nach der Ausbildung ist er in den Betrieb eingearbeitet. Ganz anders sieht es bei einer Stellenbesetzung durch Acquise aus", erklärt Kristen. Sie glaubt, dass in nicht allzu großer Ferne der "Fachkräftemangel mit großer Wucht aufschlagen" wird.

Positiv fällt dem Berufsberater Peter Reith auf, dass sehr viele Jugendliche hinsichtlich der Wahl ihres Berufes und des Ausbildungsortes inzwischen sehr viel flexibler geworden sind. "Noch vor Jahren versteiften sich etliche Schulabgänger auf ein, höchstens zwei Berufsbilder. Und die Ausbildung sollte im Heimatort möglich sein. Hier hat sich viel verändert."

Besonders im Bereich Gastgewerbe, Hotellerie und Systemgastronomie locke das benachbarte Österreich mit guten Angeboten und freien Ausbildungsplätzen. "Aber auch über München wird viel abgefangen", so Reith. Sehr gesucht seien Koch-Azubis und auch im Fach "Bau" seien etliche freie Lehrstellen gemeldet.

Hohe Nachfrage von Seiten der jungen Leuten gebe es nach wie vor im Bereich der Büroberufe. "Die Ausbildung zum Bürokaufmann oder Bankkaufmann ist begehrt. Allerdings muss mindestens die Mittlere Reife absolviert sein."

Neben dem großen Feld der Dienstleistungen, in die es viele Jugendliche zieht, sei die Region auch stark im Bereich der Metall-Ausbildung und der Elektrotechnik/Elektronik. "Hier gibt es nur noch vereinzelt Ausbildungsangebote. Vieles ist bereits seit Herbst besetzt", so Reith. "Aber es geht immer etwas", ermuntert er die Schulabgänger.

Immer wichtiger, so der Berufsberater, werde die zielgerichtete Suche nach dem passenden Ausbildungberuf. "Wer unsicher ist, was er einmal beruflich machen möchte, sollte nicht einfach irgendetwas ausprobieren, sondern sich bei uns im Haus informieren." Im Berufsinformationszentrum (BIZ) könnten Ausbildungswillige verschiedene freiwillige Tests machen, die die eigenen Stärken und Schwächen aufzeigen.

re/Oberbayerisches Volksblatt/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: rosenheim24.de

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