Engländer stürmen den Campingplatz

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Eine Gruppe von jungen Oktoberfest-Touristen, (v.l.) Russell (Kanada), Andrew (Australien) und Dave (Australien), trinkt am Mittwoch (29.09.2010) auf dem Campingplatz in München (Oberbayern) Bier.

München - Das weltweit größte Volksfest lockt haufenweise Pauschaltouristen aus Australien, England und den Vereinigten Staaten nach München. Die, die es möglichst billig haben wollen, zelten in Thalkirchen.

Zu Oktoberfestzeiten wird Englisch gesprochen, zumindest am Flaucher. Der Campingplatz in Thalkirchen ist voll von Pauschaltouristen. Studenten aus Amerika, Australien und Großbritannien haben direkt an der Isar die Oberhand über alle Gewohnheitscamper gewonnen. Die meisten kommen mit einem großen Ziel vor Augen: das größte Volksfest der Welt live mitzuerleben – und viel zu trinken.

Der Wiesn-Tourismus für Billigreisende ist exzessiv und schier unersättlich. Ein halbes Dutzend Pauschalanbieter hat sein Lager auf dem Campingplatz aufgeschlagen, hunderte kleine Einheitszelte stehen als Übernachtungsquartiere aneinandergereiht wie Perlen an einer Kette. „Denke groß, dann multipliziere es mit 100 und Du wirst die enorme Bedeutung des Oktoberfestes verstehen“, schreibt die britische Firma Topdeck in ihrem Katalog.

Die Besucherzahlen der Wiesn seit 1980

Die Besucherzahlen der Wiesn seit 1980

Die Werbung schlägt an. 700 Engländer sind dem Ruf ihres Anbieters in diesem Jahr gefolgt, alle zwischen 18 und 30 Jahren alt. Das Standardpaket Oktoberfest kostet pro Person 309 Pfund, knapp 360 Euro. Es umfasst den Start per Bus in London, die Ankunft in Thalkirchen, einen täglichen Shuttle-Service zur Theresienwiese – und das Zelt. Nach sechs Tagen geht es in der Regel zurück.

Die 350 Zelte des Anbieters sind zweimal zwei Meter groß und werden von zwei Personen geteilt. Wer wo schläft, entscheidet die Firma – „die meisten kennen ihren Schlafnachbarn vorher nicht“, sagt Amilia, eine Organisatorin. Immerhin Frühstück wird angeboten – für die, die rechtzeitig aufstehen.

Das billigste Angebot von „Topdeck“ kostet 99 Pfund (117 Euro): vier Tage in einem der Zelte, allerdings ohne An- und Abfahrt. An der Südseite des Campingplatzes gibt es einen Imbisstand mit alkoholischen Getränken, Die Engländer haben ihn schon „Pub“ getauft, eine Kneipe. Das Bier kostet nur knapp drei Euro, wesentlich weniger als auf der Theresienwiese. “Aber das Bier hier ist genauso kräftig“, sagt ein Brite. Nach einer Woche wird er das beurteilen können…

tz

Quelle: Oktoberfest live

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