Bürgermeister in Sorge - der Wolf muss weg

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Bad Feilnbachs Bürgermeister Hans Hofer (links) und sein Stellvertreter Vitus Gasteiger bei einer Ortsbegehung zum Thema Wolf im wild- und weidenreichen oberen Jenbachtal.

Bad Feilnbach - Bad Feilnbachs Bürgermeister Hans Hofer zeigt sich besorgt über die Anwesenheit des Wolfes in Bad Feilnbach. Das Tier soll nahe eines Wohngebietes aufgetaucht sein.

"Ein Wolf geht um" - dies haben schon mehrfach Einwohner von Bad Feilnbach geäußert. Als weiterer Beweis dient der Riss eines Wildes vor rund einem halben Jahr in der unmittelbaren Nähe eines Wohngebietes, wie Bürgermeister Hans Hofer unserer Zeitung bei einer Begehung im oberen Jenbachtal nahe der Wirtsalm zusammen mit seinem Stellvertreter Vitus Gasteiger mitteilte.

Der Feilnbacher Rathauschef zeigte sich dabei besorgt über die Anwesenheit des Raubtieres (lateinische Bezeichnung Canis lupus), das in der Fabel auch als "Isegrim" bezeichnet wird.

Erwischt an der Rehfütterung: Die Wärmebildkamera eines Jägers fotografierte den Wolf, der in der Region schon zahlreiche Tiere gerissen hat.

Seine Bedenken beziehen sich besonders auf den Tourismus-Aspekt: "Unsere bei den Gästen sehr beliebte Kulturlandschaft wird seit Generationen von den Almbauern im Einklang mit der Natur gepflegt", unterstrich Hofer. Die Anwesenheit eines Wolfes würde großen Stress bei den auf den Almen weidenden Kühen hervorrufen und damit deren Haltung gefährden.

"Wir kämpfen um jeden Urlauber und die Anwesenheit eines Wolfes ist für uns alles andere als eine touristische Attraktion" bekräftigt das Gemeindeoberhaupt. Die vom Landesamt für Umwelt vorgeschlagene Lösung durch die Einzäunung der Weiden hält er für völlig unrealistisch und fordert hingegen eine rechtliche beziehungsweise gesetzliche Handhabe zur Entfernung des Wolfes: "Hier ist kein Lebensraum für diese Tierart - der Wolf muss weg", forderte der Bürgermeister unmissverständlich. Als letztes Mittel hält er in Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt notfalls auch einen Abschuss für zweckmäßig.

Auch Vitus Gasteiger, Almbauer, Jagdpächter sowie als Jagdberater des Landkreises Rosenheim tätig, hält die Anwesenheit eines Wolfes für gefährlich. "Ich bin regelrecht erschrocken, als ich erstmals von der Anwesenheit des Wolfes erfahren habe", berichtete der erfahrene Waidmann. Er befürchtet durch die Existenz des Wolfes eine starke Beeinträchtigung des Rotwildes, das derzeit aufgrund des Winters auf die Fütterungen an mehreren Plätzen angewiesen sei.

Ist das eine Wolfsspur? Die dreijährige Jagdhündin Bella von Jagdpächter und Zweitem Bürgermeister Vitus Gasteiger nimmt jedenfalls Witterung auf.

"Wenn ein Wolf das Rotwild verschreckt, kommen die Tiere tagelang nicht mehr zu den Futterstellen und sind als Wiederkäuer durch die Nahrungsunterbrechung akut gefährdet." Sollte der in der Gegend anwesende Wolf ein Weibchen finden, sei zudem mit einer Rudelgründung zu rechnen.

Auch Gasteiger sieht große Gefahren durch das mögliche Versprengen von Kühen, die in ihrer Panik in großer Zahl aus dem teils steilen und felsigen Gelände abstürzen könnten. "Es muss etwas geschehen, der Wolf muss entfernt werden", fordert er vom Landesamt für Umwelt. Insbesondere erwartet er einen besseren Informationsfluss seitens der Behörde und hält einen Ortstermin durch deren Vertreter für notwendig.

Der Schutzstatus des wilden Wolfes steht dabei für das Bayerische Landesamt für Umwelt außer Frage: Das Tier ist laut Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Es ist gemäß Paragraph 44 verboten, wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. "Verstöße gegen die im Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung normierten Artenschutzvorschriften stellen grundsätzlich Ordnungswidrigkeiten dar", erklärte Landesamts-Pressesprecherin Sandra Brandt. In bestimmten Fällen könne ein Verstoß auch eine Straftat darstellen. So sei die vorsätzliche Tötung eines wild lebenden Wolfes eine Straftat, die mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden kann.

Heute zeigt das Bayerische Fernsehen ab 17.30 Uhr in der Abendschau ebenfalls einen Beitrag über Bad Feilnbach und "seinen" Wolf.

bjn/sm/Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

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