Brückenstreit geht weiter

Regensburg - Die Weltkulturerbestadt Regensburg streitet sich weiter mit Denkmalschützern um den Bau einer Omnibusbrücke am Rande der historischen Altstadt. Warum die Fronten verhärtet sind:

Die Stadt hat für die Unesco ein Gutachten zur Machbarkeit von zwei Brücken erstellen lassen. Die Experten der Weltorganisation sollen auf ihrer diesjährigen Tagung vom 25. Juli bis 3. August im brasilianischen Brasilia entscheiden, ob die Neubauten mit dem Welterbe-Titel vereinbar sind.

Bayerns Generalkonservator Egon Johannes Greipl bezeichnete das dafür erstellte Gutachten am Donnerstag als “ein Tendenzgutachten“ für die umstrittene Westbrücke. Das Landesamt für Denkmalpflege lehne “die Westtrasse weiterhin entschieden ab“, betonte er. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung versicherte allerdings, dass Regensburg nichts tun werde, was das Unesco-Prädikat gefährdet.

Der Regensburger Brückenstreit wird seit Jahren mit der Dresdner Waldschlösschenbrücke verglichen. Im Fall der sächsischen Landeshauptstadt hatte die Unesco dem historischen Elbtal wegen des Baus der Brücke den Welterbetitel aberkannt. Hintergrund der Regensburger Brückenpläne ist die Sperrung der Steinernen Brücke für den Busverkehr vor zwei Jahren. Die fast 900 Jahre alte Brücke ist eines der herausragenden Denkmäler Regensburgs, ihre Substanz ist allerdings marode. Deswegen soll sie in den nächsten Jahren saniert werden. Um das einzigartige Denkmal zu schützen, werden voraussichtlich auch in Zukunft nur Fußgänger und Radfahrer die Donaubrücke nutzen dürfen. Deswegen soll eine Ersatzbrücke gebaut werden, damit die Nahverkehrsbusse die nördlichen Stadtteile besser erreichen können.

Noch vor einer Ausschusssitzung des Stadtrats machte Greipl deutlich, dass die von vielen in Regensburg gewünschte Brücke für das Landesamt undenkbar ist. Die Denkmalschützer befürchten, dass die Brücke das Stadtbild erheblich beinträchtigen würde. An dem neuen Gutachten lässt Greipl kein gutes Haar: “Die Tendenz, das Risikopotenzial zu verniedlichen, ist in diesem Gutachten nicht zu übersehen.“ Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra sagte hingegen, dass beim Brückenbau “nichts übers Knie gebrochen“ werde. Der Welterbetitel stehe an erster Stelle.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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