Brennerbasistunnel: "Wutbürgermeister" protestieren

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Gegen die geplanten Eisenbahn-Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel zeichnet sich massiver Widerstand in den betroffenen Gemeinden ab.

Rosenheim - Gegen die geplanten Eisenbahn-Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel zeichnet sich massiver Widerstand ab: Seit erste Pläne dazu publik wurden, laufen die betroffenen Gemeinden Sturm.

“Bei uns herrscht Fassungslosigkeit, Unverständnis und Verärgerung“, sagte Wolfgang Berthaler, Sprecher von acht Bürgermeistern im Inntal, am Montag in Rosenheim auf einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Transitverkehr. Man könne ihn und seine Kollegen getrost als “Wutbürgermeister“ bezeichnen. Der Tunnel soll 2026 in Betrieb gehen und die vom Verkehrsinfarkt bedrohte Brennerautobahn entlasten. Er soll nach aktuellen Schätzungen rund acht Milliarden Euro kosten und mit 64 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt werden. Nördlich davon sind bessere Anschlüsse von München über Rosenheim nach Kufstein im österreichischen Bundesland Tirol geplant.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte vergangene Woche im Münchner Merkur angekündigt, für die Zulaufstrecke zwischen Rosenheim und Kufstein seien zwei neue Gleise notwendig. Diese Pläne sind laut Staatssekretär Andreas Scheuer aus dem Bundesverkehrsministerium bislang nichts weiter als ein dicker Filzstift-Strich auf einer Landkarte. “Dieser Vorschlag muss jetzt erstmal besprochen werden“, sage er auf der Sitzung. Während Scheuer also einen “intensiven Planungsdialog“ kommen sieht und von einem “langen Weg“ spricht, sind die Bauten für Gleise und Tunnel auf österreichischer und italienischer Seite bereits in vollem Gange. “Die Strecke zwischen Wörgl und Innsbruck ist fast fertig“, berichtete Johann Herdina, Geschäftsführer der Brenner-Eisenbahn-Gesellschaft. Im Herbst 2012 könnten hier erste Züge rollen.

Die oberirdischen Trassen, die für das Inntal im Gespräch sind, wollen Bürgermeister-Sprecher Berthaler und seine Kollegen mit allen Mitteln verhindern. “Wir sind eine Tourismusregion“, sagte er. Im Gegensatz zu dem umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart 21 gehe es bei dem Protest der Inntal-Kommunen deshalb ums nackte Überleben. Sobald aus dem Filzstift-Strich konkrete Pläne werden, würden die Inntaler auf die Barrikaden gehen.

dpa

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