Brenner-Nordzulauf: Nach Kritik der Bürgerinitiativen an Umfrage

Forsa bezieht Stellung: "Kritik ein bisschen skandalös"

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Landkreis Rosenheim - Nach der Kritik der Bürgerinitiativen an der von der Bahn in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage zum Verkehr im Inntal, startete der Brennerdialog Rosenheimer Land e.V. eine eigene Umfrage. Bahn und Forsa beziehen Stellung zu den Vorwürfen.

Update, 8. November: Forsa Institut bezieht Stellung

Mittlerweile hat sich auch die Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH bei rosenheim24.de gemeldet. Dr. Peter Matuschek, Leiter der Politik- und Sozialforschung könne die Diskussion überhaupt nicht verstehen, findet die Kritik sogar "ein bisschen skandalös". "Wir ziehen Stichproben, mit dem Ziel ein Bevölkerungsbild im Kleinen mit allen Bevölkerungsgruppen zu bekommen", sagt Matuschek zur Vorgehensweise. Es sei auch in keiner Weise zutreffend, dass die Thematik nicht in ihrer ganzen Breite abgebildet werde. "Methodisch ist unsere Umfrage selbstverständlich einwandfrei, die Fragen wurden einwandfrei gestellt. Ich kann nicht das Instrument kritisieren, nur weil mir das Ergebnis nicht gefällt", so Matuschek. Außerdem hätte die Bürgerinitiative falsche Fragen aufgeschrieben.

Zur Alternativumfrage der Bürgerinitiative sagt er: "Hier ist der Unterschied zu einer seriösen Umfrage, dass jeder mitmachen kann, auch wenn er aus Berlin oder Hamburg ist und dass Mehrfachabstimmungen möglich sind. Eine Umfrage ist das nicht, die Fragen sprechen für sich."

Update, 7. November: Stellungnahme der Deutschen Bahn:

Mittlerweile ist die Stellungnahme der Deutschen Bahn zu den Vorwürfen der Bürgerinitiative bei rosenheim24.de eingegangen:

"Die aktuelle Umfrage ist bereits die zweite, die Forsa im Auftrag der DB durchführt. Es geht uns darum – wie schon im Vorjahr - Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wo wir noch besser informieren müssen, auf welchen Kanälen die Bürger Informationen wünschen und was in der Vergangenheit gut vermittelt werden konnte. Alles in allem möchten wir ein objektives und fundiertes Bild haben.

Forsa ist als namhaftes und renommiertes Meinungsforschungsinstitut bundesweit bekannt. Ähnlich wie bei der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl wurden auch in der Planungsregion rund um Rosenheim rund 1500 Bürger repräsentativ ausgewählt und befragt.

Der gemeinsam mit den Demoskopen entwickelte Fragenkatalog ist geeignet, um ein realistisches Meinungsbild abzubilden. Dabei ist es selbstverständlich möglich, sich gegen unser Projekt, also gegen eine Neubaustrecke auszusprechen. Eine entsprechende Frage wird explizit gestellt.

Auch die von den Bürgerinitiativen geäußerte Kritik am Bedarf eines Neubaus wird im Fragebogen an mehreren Stellen abgebildet. So erfragen die Meinungsforscher, ob die Befragten die bestehende Eisenbahnstrecke für eine Verkehrsverlagerung für ausreichend halten.

Aus all diesen Gründen heraus können wir die, nun wiederholt, geäußerte Kritik nicht nachvollziehen und weisen sie entschieden zurück. Die Ergebnisse der Umfrage werden wir transparent kommunizieren. Sie sollen klar aufzeigen, wie hoch die Akzeptanz des Projekts in der Region tatsächlich ist.

Selbstverständlich steht es den Bürgerinitiativen frei, eine Online-Umfrage zu starten. Ob die dabei gewählte Methodik geeignet ist, um ein repräsentatives Ergebnis zu liefern, möchten wir nicht beurteilen."

Vorbericht

Aktuell führt das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Deutschen Bahn wieder eine Befragung zum Thema Verkehr im Inntal zwischen Rosenheim und Brenner durch. Ein Ergebnis wird im November erwartet. Wie bereits im vergangenen Jahr gibt es von Seiten der Gegner des Bahnprojektes Brenner-Nordzulauf erneut Kritik an der Umfrage. Der Vorwurf der Bürgerinitiative Brennerdialog Rosenheimer Land e.V. lautet: 

"Die DB versucht mit der aktuellen Meinungsumfrage die Stimmung in der Bevölkerung zu ermitteln und zu beeinflussen. Denn in der Forsa-Umfrage werden viele Fragen gestellt, aber wichtige Fakten und Zusammenhänge ignoriert, beispielsweise zum fehlenden Bedarfsnachweis oder der Notwendigkeit einer Neubaustrecke. Der Bau der unnötigen Hochgeschwindigkeitsstrecke wird als unvermeidlich dargestellt. Die Umfrage zielt auf einen positiven Entscheid zum Brenner-Nordzulauf“.

Alternativumfrage gestartet

Themenseiten: 

- Brenner-Nordzulauf

- Brenner-Basistunnel  

Facebook-Seite:

- Brenner-Nordzulauf

Der Brennerdialog deshalb eine alternative Online-Umfrage unter www.brennerdialog.de gestartet. "Dort finden sich Fakten und Fragen, die von der DB verschwiegen werden. Interessierte Bürger sind zur Meinungsäußerung eingeladen", heißt es von Seiten der Bürgerinitiative.

Zudem sei die Umfrage nicht mit den betroffenen Bürgern und Beteiligten im Rahmen der Dialogforen abgestimmt worden, so der Brennerdialog. Die Bürgerinitiativen fordern deshalb, dass alle Ergebnisse der Forsa-Umfrage vor der Veröffentlichung in den Dialogforen diskutiert werden sowie die Interpretation abgestimmt wird

**rosenheim24.de hat sich bei der Deutschen Bahn bereits um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen bemüht und wird sie an dieser Stelle veröffentlichen**

jb

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/Matthias Balk/dpa

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