Braucht die Wiesn ein neues Image?

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Wiesn-Chefin Gabriele Weis­häupl

München - Ein Prosit der Ungemütlichkeit. Wiesn-Chefin Gabriele Weis­häupl ist sauer auf Wiesn-Oberchef Dieter Reiter. Dieser will das Oktoberfest und die Stadt München deutlicher trennen.

Der Wirtschaftsreferent und potenzielle SPD-OB-Kandidat hat der normalerweise gut gelaunten Leiterin des Tourismus­amtes das Kraut sauber ausgeschüttet, indem er sich öffentlich für einen Imagewechsel bei der Vermarktung der Stadt aussprach.

Oktoberfest-Rätsel: Wie gut kennen Sie die Wiesn?

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„Weg von der Gleichsetzung Münchens mit dem Oktoberfest“, sagte er in einem Interview. Und das, ­obwohl Weishäupl seit mittlerweile 26 Jahren das Motto München ist mehr verkündet!

Für Weishäupl ist Reiters Vorstoß gleichzeitig eine kalte Dusche und lackes Bier. „Das Tourismusamt transportiert seit 1985 zusätzliche Inhalte“, sagt sie und legt mit Munich is more, Munich est plus fremdsprachig nach. Sie sieht sich als Vorreiterin für ein facettenreiches München-Bild.

„Musik, Museen, Schlösser, Shopping, Sport und Lifestyle“, all das habe sie thematisiert, oft im Dirndl, oft aber auch im Business-Outfit. „Und jetzt fordert Reiter ,Kunst und Kultur‘!“ Der Chef glaubt, dass Weishäupls Botschaft in der Welt nicht angekommen ist. „Das Thema Wiesn ist sehr dominant“, stellt er fest, fügt aber eilig hinzu: „Das ist keine Kritik an Frau Weishäupl.“

Jedenfalls befasse er sich am runden Tisch „Tourismus“ mit einem möglichen neuen Konzept. Die erboste Amtsleiterin, die 2012 in Rente geht, will er besänftigen: „Ich habe ihr oft sehr gute Arbeit attestiert, gerade als Wiesn-Frontfrau.“ Noch ist die verschnupft.

Demnächst hätte sich Reiter bei einer Präsentation vor Münchner Professoren ein Bild über die Inhalte des „Blauen Jahres 2011“ machen können. Weishäupl: „Aber er hat abgesagt.“

Barbara Wimmer

Quelle: Oktoberfest live

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