Bordell über Kirchenräumen

Pastor: Unsere Werte werden infrage gestellt

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Rosenheim - Die Freie Gemeinde Brothaus reagiert bestürzt auf die Pläne, ein Bordell oberhalb ihrer Kirchenräume anzusiedeln. Am Montag nahm Pastor Tony Kerkel Stellung. *mit Voting*

In einer Pressemitteilung, die der Brothaus-Pastor Tony Kerkel am Montag auf Anfrage unserer Redaktion per E-Mail versendete, nehmen die Christen erstmals Stellung zum geplanten bordellähnlichen Betrieb im Obergeschoss über den Gemeinderäumen.

Grundsätzlich wolle die Brothaus-Gemeinde zwar nicht den moralischen Zeigefinger erheben, jedoch stellt man sich entschlossen gegen die Rotlicht-Pläne in der Grubholzer Straße im Gewerbegebiet.

So heißt es in der Pressemitteilung: "Ein wesentlicher Baustein unserer Gesellschaft ist eine gesunde auf Werten aufgebaute Familie. Prostitution nehmen wir als zersetzendes Element dieser Werte wahr."

Die Lebenswerte, die man an die Kinder der Kirchengemeinde vermittle, würden durch die "eindeutige Signalwirkung" eines bordellähnlichen Betriebs vor der eigenen Haustür "unweigerliche infrage gestellt werden".

Für die Gemeinde ist eine Koexistenz auch aufgrund der gemeinsamen Nutzung von Treppenhaus und Aufzug undenkbar. Ob das in letzter Konsequenz auch einen Umzug der Brothaus-Gemeinde bedeuten kann, lässt die Pressemitteilung aber offen.

In der Stellungnahme heißt es, dass die Räumlichkeiten der Gemeinde vor allem auch abends von verschiedenen Gruppen genutzt werden, unter anderem von einer Pfadfindergruppe.

Ebenfalls insbesondere abends würden regelmäßig Seelsorgegespräche mit Frauen in den geschützten Räumlichkeiten der Gemeinde stattfinden. Dabei sei Missbrauch bedauerlicherweise ein häufiges Thema. Besonders hier erkennt die Brothaus-Gemeinde eine Konfliktlinie, denn Prostitution verbinde sich nicht selten mit Unterdrückung, Menschenhandel und Ausbeutung.

Die Gemeinde argumentiert mit den verfassungsrechtlich geschützten Recht auf ungestörte Religionsausübung, sowohl in der bayerischen Landesverfassung, als auch im deutschen Grundgesetz.

Der Ärger über die neuen möglichen neuen Nachbarn verbindet die Brothaus-Gemeinde mit der Faith Moschee-Gemeinde. Auch die Muslime seien "in Sorge", heißt es in der Pressemitteilung der Freien Christengemeinde.

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mg/ro24, Quelle: Pressemitteilung Brothaus Freie Christengemeinde Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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