Trotz Ankündigung knapp 11.000 Geschwindigkeitssünder erwischt

Blitzmarathon: Das sind die "Spitzenreiter" in Bayern

+
  • schließen

Bayern - 10.821 Geschwindigkeitssünder hat die Bayerische Polizei beim siebten Bayerischen 24-Stunden-Blitzmarathon erwischt - trotz Vorankündigung und Tage zuvor veröffentlichter Messstellen. Der unrühmliche 'Spitzenreiter' war ein 30‑jähriger Autofahrer, der auf der B300 bei Neusäß in Schwaben mit 160 Stundenkilometern anstatt der erlaubten 70 gemessen wurde.

Update 13.52 Uhr, Bilanz des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd:

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurden während des Blitzmarathons an 186 Messstellen mehr als 24.000 Fahrzeuge kontrolliert, 945 Geschwindigkeitsüberschreitungen mussten dabei geahndet werden. "Wir wollen dauerhaft dafür sorgen, dass der Fuß vom Gaspedal genommen wird!“ erläutert Polizeirat Holger Siegemund, der Leiter für verkehrspolizeiliche Aufgaben im Polizeipräsidium. Die Zahlen sprechen für sich: 176, und damit noch immer rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle, gingen bayernweit 2018 auf Raser zurück (2017: 226).

Im südlichen Oberbayern ist die Statistik sogar noch erschreckender: 40 der 99 getöteten Verkehrsteilnehmer verloren 2018 ihr Leben bei Verkehrsunfällen wegen zu schnellen Fahrens. Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mussten während des gestrigen „24-Stunden-Blitzmarathons“ insgesamt 945 Verkehrsteilnehmer wegen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit an 186 verschiedenen Messstellen beanstandet werden. Zusätzlich wurden noch 82 weitere Verstöße festgestellt, die ebenfalls geahndet wurden.

Zwei Fälle im negativen Sinn ragen besonders heraus. Der traurige „Spitzenreiter“ in Sachen Geschwindigkeit im Präsidialbereich wurde im Gemeindegebiet von Dietramszell gemessen: Statt der erlaubten 100 km/h blitzte es bei 146 km/h. Den Autofahrer erwarten nun eine Geldbuße von 160 Euro, zwei Punkte in der Verkehrssünderdatei und ein Fahrverbot von einem Monat. Da bei der Kontrolle des 27-jährigen Mannes aus dem Landkreis Miesbach jedoch noch eine Alkoholisierung von über 0,5 Promille festgestellt werden konnte, werden das Bußgeld und vermutlich auch das Fahrverbot erheblich höher ausfallen. Im zweiten Fall überholte ein 28-jähriger Motorradfahrer aus Wolfratshausen in der Mittagszeit in einer 30er-Zone direkt vor einer Schule in Bad Tölz ein anderes Fahrzeug. Bei ihm wurden 59 km/h gemessen. Den Wolfratshausner erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro sowie ein Punkt.

Die Polizeibeamtinnen und -beamten im südlichen Oberbayern trafen an den Kontrollstellen meist auf Fahrzeuglenker, die sich, trotz dem es sie „erwischt“ hatte, verständnisvoll und einsichtig zeigten. Das Ergebnis des Blitzmarathons bestätigt jedoch, dass auch zukünftig die Geschwindigkeitskontrolle ein Hauptaugenmerk der polizeilichen Arbeit bleiben wird..

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd

Bayerisches Staatsministerium veröffentlicht erste Zahlen

'Fuß vom Gas!': Unter diesem Motto startete Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Mittwoch, den 3. April, um 6 Uhr den siebten bayerischen Blitzmarathon gegen Raser. Die Bayerische Polizei führte 24 Stunden die bayernweit verstärkten Geschwindigkeitskontrollen durch.

Insgesamt rund 1.900 Polizistinnen und Polizisten sowie etwa 50 Bedienstete der Gemeinden und Zweckverbände der kommunalen Verkehrsüberwachung kontrollieren die Geschwindigkeit an rund 2.000 möglichen Messstellen in ganz Bayern mit Schwerpunkt vor allem auf Landstraßen.

Knapp 11.000 Geschwindigkeitssünder erwischt

In einer Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren sind nun die ersten Zahlen veröffentlicht worden. 10.821 Geschwindigkeitssünder hat die Bayerische Polizei beim siebten Bayerischen 24-Stunden-Blitzmarathon erwischt - trotz Vorankündigung und Tage zuvor unter www.sichermobil.bayern.de veröffentlichter Messstellen. Beim Blitzmarathon im Jahr 2018 wurden 8.466 Geschwindigkeitsverstöße verzeichnet. 

Der unrühmliche 'Spitzenreiter' war ein 30‑jähriger Autofahrer, der auf der B300 bei Neusäß in Schwaben mit 160 Stundenkilometern anstatt der erlaubten 70 gemessen wurde. Ihm drohen eine Geldbuße von 1.200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot. 

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kündigte an: "Wir müssen auch weiterhin auf verstärkte Geschwindigkeitskontrollen setzen, solange noch so viele Unbelehrbare unterwegs sind." Für den Minister ist es unverständlich, dass es vielen Verkehrsteilnehmern immer noch nicht bewusst ist, wie gefährlich zu schnelles Fahren sein kann: "Raser setzen nicht nur ihr eigenes Leben auf Spiel, sondern auch das von anderen."

Die jeweiligen 'Spitzenreiter' der Polizeipräsidien in Bayern:

  • PP Schwaben Nord auf der B300 bei Neusäß 90km/h zu schnell 
  • PP Niederbayern auf der St2045 bei Landshut 87 km/h zu schnell 
  • PP Mittelfranken auf der B8 bei Fürth 74 km/h zu schnell 
  • PP Unterfranken auf der B285 bei Mellrichtstadt 74 km/h zu schnell 
  • PP Oberbayern Nord auf der St2580 bei Markt Schwaben 71 km/h zu schnell 
  • PP Schwaben Süd/West auf der B308 bei Sigmarszell 63 km/h zu schnell 
  • PP München auf der Ständlerstraße 60 km/h zu schnell 
  • PP Oberpfalz auf der St2660 bei Barbing 58 km/h zu schnell 
  • PP Oberfranken auf der B173 bei Köditz 53 km/h zu schnell 
  • PP Oberbayern Süd auf der St2072 bei Unterleiten 46 km/h zu schnell

"Es ging uns nicht darum, möglichst viele Bußgelder einzunehmen"

Besonders im Visier waren Unfallschwerpunkte auf Landstraßen und Abschnitte, auf denen oft zu schnell gefahren wird. Dabei kam moderne Messtechnik zum Einsatz, zum Beispiel spezielle Lasermesspistolen und hochpräzise digitale Messgeräte. Sofern möglich hielt die Polizei die ertappten Verkehrssünder gleich nach der Messung an, um einen nachhaltigeren Effekt zu erzielen. Herrmann: "Ziel unseres Blitzmarathons war, alle Verkehrsteilnehmer aufzurütteln, sich dauerhaft an die Geschwindigkeitslimits zu halten. Es ging uns nicht darum, möglichst viele Bußgelder einzunehmen."

Der 24-Stunden-Blitzmarathon war Teil des europaweiten 'Speedmarathons', der vom europäischen Verkehrspolizei-Netzwerk 'TISPOL' koordiniert wurde. Auch andere Bundesländer beteiligten sich daran. Über Geschwindigkeitsverstöße hinaus wurden bei den Kontrollen in Bayern mehr als 1.350 weitere Delikte festgestellt, beispielsweise aufgrund verkehrsunsicherer Fahrzeuge oder wegen unter Drogen stehender Fahrer.

mh/Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium des Inneren

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT