Entgiften und Entschlacken in 10 Tagen

So bleiben Sie fit bis zur nächsten Wiesn

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Sport hilft dem Körper beim Entschlacken.

München - Schluss mit dem Schlemmen! Schluss mit zu viel Alkohol! Gerade nach der Wiesn mit ihren Schmankerln und dem süffigen Bier wollen immer mehr Münchner ihren Körper reinigen, Schadstoffe und ein paar überflüssige Pfunde loswerden.

„Reinigen, Entschlacken und Entgiften ist gerade jetzt so wichtig, weil sich während der Wiesn durch ungesunde Ernährung und falsche Lebensweise zu viele Schlacken und Giftstoffe in unserem Körper gebildet haben“, sagt Dr. Wolfgang Wilde (59). „Werden es so viele, dass der Körper sie nicht mehr ausscheiden kann, lagern sie sich im Gewebe ab. Besonders an Gelenken, Muskulatur, im Unterhaut-Fettgewebe und in der Leber. Aber dagegen kann man etwas tun.“

Als Internist und Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin kennt sich Dr. Wilde mit Entschlackungskuren bestens aus. Als Ärztlicher Direktor der Medical Park Klinik Kronprinz in Prien macht er nicht nur viele Reha-Patienten wieder fit, sondern führt mit ihnen auch medizinische Fastenkuren durch und behandelt sie mit klassischen Naturheilverfahren.

Warum bilden sich Schlackenstoffe in unserem Körper? Warum können sie nicht mehr richtig ausgeschieden werden? Dr. Wilde: „Es fängt mit Säuren an, die als Abfallprodukt des Stoffwechsels entstehen, wenn unser Körper Nährstoffe wegen Überlastung des Darms nur unzureichend verarbeitet. Dazu kommen natürliche Bestandteile unserer Nahrung, die in hoher Konzentration giftig wirken. Durch unvollständige Verdauungsprozesse kommt es zu einer Art Selbstvergiftung aus dem Darm. Gefährlich ist auch eine zunehmende Darmträgheit. Staut sich der Speisebrei im Darm, kann nachkommende Nahrung nur unzureichend von der Darmschleimhaut aufgenommen werden.“

Ist das der Fall, entzieht der Körper den Knochen Kalzium, um die vielen Säuren zu neutralisieren. Gefahr: Osteoporose. Auch Harnsäure kann sich in den Gelenken ablagern. Gefahr: Gichtanfall. Andere Säuren führen zu Muskelverhärtungen und Gelenkschmerzen. Wenn die Entgiftung nicht mehr funktioniert, kommt es zu verstärkter Müdigkeit. Die Leistungskraft lässt nach. Kopf- und Gliederschmerzen sowie Depressionen können auftreten. Weitere Symptome sind Völlegefühl, Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Verstopfung und Durchfall, Heißhungerattacken, Gelenkprobleme, Rückenschmerzen, Wetterfühligkeit, Magen-, Leber- und Gallebeschwerden. „Jetzt nach der Wiesn kann eine Kurz-Fastenkur Körper und Geist wieder so fit machen, dass der Erfolg lange anhält.“ Weil der Effekt der Entschlackungskur erst nach 48 bis 72 Stunden einsetzt, rät Dr. Wilde zu einer Zehn-Tage-Kur: „Lassen Sie Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee, süße Getränke und Süßigkeiten weg. Essen Sie viel Gemüse, Salat und Fisch, aber nur wenig Fleisch.“ Ideal ist eine Gemüsebrühe am Abend. „Auch Bauchmassagen helfen. Legen Sie sich dreimal täglich für ein paar Minuten ruhig hin und streichen Sie mit den Händen im Uhrzeigersinn über Ihren Bauch. Das löst Nervenreflexe aus, die den Darm entkrampfen.“

M. Timm

10 Tipps: So entsäuern Sie Ihren Körper

Immer häufiger müssen Ärzte gegen Volkskrankheiten kämpfen, die durch eine Übersäuerung des Körpers begünstigt werden. Die tz nennt die zehn wichtigsten Rezepte zum Entsäuern:

  • 1. Selbst-Test: Kaufen Sie in der Apotheke Teststreifen, die den pH-Wert im Urin bestimmen. Halten Sie ihn zwei Sekunden in den Harnstrahl. Der Streifen verfärbt sich. An einer Farbskala können Sie den pH-Wert ablesen. Normale pH-Werte liegen morgens zwischen 5 und 6, abends bei 7. Liegen die Werte an mehreren Tagen deutlich unter diesen Werten, besteht Übersäuerungsgefahr.
  • 2. Bereiten Sie sich morgens kleine Tagesportionen aus Obst und Gemüse vor. So haben Sie stets einen basischen Snack griffbereit. Eine Zitrone schmeckt übrigens nur sauer, wirkt aber basisch. Auch Salate, Kartoffeln, Vollkornprodukte und molkehaltige Eiweiße sind hervorragende basische Lebensmittel. Verzichten sollten Sie auf Zucker, Weißmehl und Süßigkeiten. Sie führen zu verstärkter Säureproduktion.
  • 3. Essen Sie nie im Stehen, vor dem Fernseher oder während der Arbeit am Schreibtisch, sondern nehmen Sie sich Zeit. Essen Sie abends keine Rohkost. Diese bleibt über Nacht im Darm und bildet durch die Gärung wieder Säuren.
  • 4. Trinken Sie jeden Tag mindestens zwei Liter, vor allem Kräutertees und (Leitungs-)Wasser. Das regt die Durchblutung an und schwemmt die Säure aus dem Körper. Je mehr Sie trinken, desto leichter können Ihre Nieren saure Stoffe ausscheiden.
  • 5. Verzichten Sie auf Nikotin und Zigaretten. Nikotin erhöht die Säurekonzentration. Reduzieren Sie den Alkohol. Ein Achtel Liter Rotwein täglich ist erlaubt. Ansonsten verliert man wertvolle basische Mineralstoffe.
  • 6. Entspannen Sie sich, hören Sie mit geschlossenen Augen Musik oder machen Sie Yogaübungen. Das schaltet Stress aus. Stresshormone führen zu Wassereinlagerungen im Körper.
  • 7. Treiben Sie Sport, so dass Sie mindestens dreimal pro Woche ins Schwitzen kommen. Jeweils 30 Minuten bauen Fett und Wasseransammlungen ab.
  • 8. Atmen Sie langsam und tief. Bei schneller und flacher Atmung kann die Lunge die im Stoffwechsel entstandene Kohlensäure nicht richtig abatmen. Der Körper übersäuert.
  • 9. Präparate mit Bicarbonat aus der Apotheke können überschüssige Säuren im Körper neutralisieren. 
  • 10. Orangenhaut und Cellulite an Po und Beinen werden oft durch Übersäuerung begünstigt. Dagegen hilft der Salz-Öl-Trick: Rühren Sie ein Gemisch aus Olivenöl und Speise- oder Meersalz zu gleichen Teilen an und massieren Sie es zwei Wochen lang jeweils morgens und abends in die betroffenen Hautpartien ein. Danach lauwarm abduschen. Öl und Salz entziehen dem Gewebe die Säure.

Quelle: Oktoberfest live

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