Einweihung eines Energieplus-Hauses in den Bergen:

Der Minister kam zur Einweihung im Elektroauto

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Das Energieplus-Haus in der Strub bei Bischofswiesen: Nach modernsten Energietechnischen von Hans Angerer erbaut.
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Bischofswiesen-Strub - Bundesminister Dr. Peter Ramsauer kam gestern ins Berchtesgadener Land, um ein "Energieplus-Haus in den Bergen", einzuweihen.

Die Unternehmensgruppe Hans Angerer hat mit dem „Energieplus-Haus in den Bergen“ ein in Deutschland einzigartiges Mehrfamilienhaus entworfen und als Modellprojekt in ihrem Bauherren-Zentrum in der Strub bei Bischofswiesen gebaut. „Für mich ist dieses Haus ein Meilenstein auf dem Weg zur Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen“, betonte Unternehmenschef Hans Angerer bei der Einweihung, eloquent moderiert von Thorsten Jost. Die messtechnischen Ergebnisse aus seinem Modellprojekt sind wegweisend für das zukünftige Bauen in Deutschland.

Mit Hausstrom Auto betanken

„Wir können alle stolz sein, dass Deutschland solche engagierten und kreativen Unternehmer und Betriebe hat, die innovative Projekte wie diese umsetzen können“, lobte Bundesbau- und Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer die am Haus beteiligten Betriebe. Der CSU-Minister war zur Eröffnung in einem Elektroauto, das theoretisch durch den erzeugten Hausstrom betankt werden kann, vorgefahren.

Weitere Gäste aus der lokalen Politik waren Landrat Georg Grabner, Landtagskandidatin und CSU-Kreisvorsitzende Michaela Kaniber sowie die Bürgermeister Toni Altkofer (Bischofswiesen), Stefan Kurz (Schönau am Königssee) und Hannes Holzner (Piding).

Zusammenarbeit mit einer Hochschule

Das Haus, entstanden durch die enge Zusammenarbeit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig und der Hans Angerer Unternehmensgruppe, ist aus zwei Gründen einzigartig in Deutschland: Trotz der strengen Winter in den Alpen und der schwankenden Wetterlagen erzeugt es mehr Energie als es verbraucht. Die Bewohner können mit dem überschüssigen Strom ihre Elektroautos betanken und machen sich dadurch komplett unabhängig - sowohl von Strom als auch von fossiler Energie. „Damit unterscheidet sich das Haus in seiner Energie-Effizienz nochmals deutlich von anderen 'Energie Plus Häusern'. Außerdem soll es einen entscheidenden Beitrag zur Mobilität mit Elektroautos leisten“, so Angerer.

Fotos von der Einweihung:

Energieplus-Haus in den Bergen eingeweiht

Zweitens ist es nicht notwendig, eine futuristische Architektur zugrunde zu legen. Das „Energieplus-Haus in den Bergen“ der Unternehmensgruppe Hans Angerer lässt sich auch mit der landschafts­geprägten, regionalen Alpen-Architektur verwirklichen. Möglich macht das ein hochmodernes Anlagenkonzept, das an die örtlichen Gegebenheiten angepasst ist. Dazu kommen ein minimierter Strombedarf für Beleuchtung und Haushaltsgeräte. Ein dritter entscheidender Punkt ist die Dämmung. Gebaut wird eine Gebäudehülle, die besser als die eines KfW-40-Hauses ist.

Regionale Bauweise

Bauherr Hans Angerer (links) bei der Einweihung seines Energieplus-Hauses in der Strub.

Die Wände sind in Holzständerbauweise errichtet, mit einer Dämmung von 200 Millimetern zwischen den Holzständern versehen und einem zusätzlich außenliegenden Wärmedämmverbundsystem abgedichtet. Das Dach mit der ortstypischen Dachneigung von 21 Grad gen Süden wurde mit einem Aufsparrendämmsystem in der Dämmdicke 280 Millimeter ausgeführt und hat eine Photovoltaik-Anlage. Eine besonders gedämmte Kellerdecke und Passivhausfenster auf dem Stand der Technik sorgen ebenfalls für Luftdichte.

Außerdem wurden möglichst wärmebrückenfreie Anschlüsse konstruiert. Basis der Anlagentechnik ist eine Sole/Wasser-Wärmepumpe zur Wärmeenergieerzeugung in Kombination mit einer zentralen Lüftungsanlage. Erdsonden steuern den Einsatz der Wärmepumpe. Zur Wohnungsbeleuchtung werden dimmbare LEDs verwendet. Die Steuerung erfolgt über Präsenzmelder. Dort wo es technisch möglich ist und kostenmäßig Sinn macht, wurden nachhaltige Baustoffe verwendet.

Spezielle handwerkliche Fertigung

Wohnung im Energieplus-Haus.

Baumeister Angerer: „Grundlage des gesamten Baukonzepts ist das in den vergangenen Jahren optimierte Konzept der Angerer Niedrigenergiehäuser GmbH. Zentraler Punkt ist die spezielle handwerkliche Vorfertigung für die Hauptbauteile Wand und Dach.“

Mit den einzelnen Gewerken des Modellhauses wurden wie immer lokale Handwerksunternehmen beauftragt, die schon sehr lange mit der Hans Angerer Niedrigenergiehäuser GmbH in einem definierten Qualitätsprozess zusammenwirken. Weiter gibt es eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Industrie zu den Themen Baustoffe und Anlagentechnik. Zum Thema Elektromobilität hat Hans Angerer eine Kooperation mit einem örtlichen Autohaus. „Ich lege großen Wert darauf, dass dieses Zukunftsprojekt sowohl den Bewohnern als auch den Betrieben unserer Region zugutekommt“, machte er in der Feierstunde deutlich.

Eines von 35 Modellhäusern

Begleitet wird das Modellprojekt „Energieplus-Haus in den Bergen“ im Rahmen des bundes­deutschen Forschungsprojekts „Effizienzhaus Plus“ im Auftrag des Bundesbauministeriums von der HTWK Leipzig und dem Fraunhofer Institut. 35 Modellhäuser wurden in dieses Forschungsprojekt aufgenommen, das Haus in der Strub ist eines davon.

Hans Angerer.

Zwei Jahre lang werden Studenten energetische messtechnische Untersuchungen unter realen Wohnbedingungen vornehmen. Im Angerer-Modellhaus befinden sich sechs Wohnungen, teilweise behindertengerecht. Die Ergebnisse werden von der HTWK Leipzig ausgewertet und im Fraunhofer Institut mit den anderen Modellprojekten verglichen und analysiert. Sie geben Aufschluss darüber, in wie weit mit den heutigen Möglichkeiten Häuser, die mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen, auf wirtschaftliche Art und Weise gebaut werden können.

„Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse. Mein Team und ich werden diese konsequent in unsere laufende Arbeit aufnehmen. Die Angerer Niedrigenergiehäuser GmbH wird dadurch ihre Position als Experte für Energiesparhäuser in der Region weiter festigen und ausbauen“, so Hans Angerer.

Pressemeldung Projekt-Kom Margit Dengler-Paar

Quelle: BGland24.de

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