Bilderbuchstart für Landesgartenschau

Rosenheim - Vielleicht lag es am Traumwetter, vielleicht am Stamperl Schnaps, das die Zunge des Ministerpräsidenten lockerte; vielleicht an der Schlagfertigkeit des Moderators, vielleicht an der ansteckenden Euphorie der Oberbürgermeisterin. **Ob Sie Tageskarten gewonnen haben, erfahren Sie hier**

Alle waren sich jedenfalls einig: Einen so herzerfrischenden Start wie die Eröffnungszeremonie der Landesgartenschau hat Rosenheim bei einem staatstragenden Großereignis kaum einmal erlebt. Ein farbenfroher Auftakt mit Witz und Charme.

3500 Besucher, die der Eröffnungsfeier auf der WV-Bühne beiwohnten, kamen aus dem Lachen und Staunen nicht mehr heraus. "Einfach großartig", brachte es Siegfried Fischbacher auf den Punkt. Der weltberühmte Magier war nicht nur der prominteste Gast beim Start der Landesgartenschau (LGS), sondern auch der mit der weitesten Anreise (siehe unten).

Aber nicht nur die Wolken aus Vulkanasche hatten sich rechtzeitig zum Beginn der Schau verzogen, sodass Siegfried am Mittwoch in Las Vegas in die Maschine steigen und Richtung Heimatstadt fliegen konnte. Auch die Morgensonne meinte es gut mit den Rosenheimern und lieferte den idealen Rahmen für einen stimmungsvollen Auftakt. Kein Wunder, dass Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die geistlichen Vertreter zuerst begrüßte: Weihbischof Wolfgang Bischof für die katholische und Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler für die evangelische Kirche - ein Dankeschön für deren "guten Draht nach oben".

"Neun Jahre haben wir auf diesen Augenblick gewartet, ich bin furchtbar nervös", gestand die OB vor 1500 Ehrengästen und weiteren 2000 Besuchern auf der WV-Bühne im Mangfallpark Süd. Aus einer Stadt neben dem Fluss sei eine Stadt am Fluss geworden, freute sich Bauer über eine epochale städtebauliche Wende. Eine wunderschöne Fluss- und Parklandschaft sei hier entstanden, die einlädt zum Flanieren, Staunen und Entspannen, schwärmte auch Roland Albert - als Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung der Bayerischen Landegartenschauen, der "LGS-Profi" schlechthin.

Beim Rundgang durch das Areal wurde in der Tat flaniert und gestaunt über das gelungene Zusammenspiel von Blumenteppichen, Parkanlagen, Skulpturen, Bauwerken, Ausstellungen und Flusslandschaft. Zuvor wurde in erster Linie gelacht, was vor allem an Moderator Nico Foltin und Ministerpräsident Horst Seehofer lag. Erster legte vor, und der Landesvater nahm die Steilvorlagen auf und setzte treffsicher und teilweise selbstironisch Nadelstiche, dass man sich an den Nockherberg erinnert fühlte. Die sechs Millionen Euro, die der Freistaat für die LGS zugeschossen hat, seien gut investiertes Geld und in Rosenheim "jedenfalls besser aufgehoben als bei der Bayerischen Landesbank".

Eröffnungsfeier Landesgartenschau

Auf ein unglückliches Gartler-Zitat eines Ex-Ministerpräsidenten angesprochen (gemeint war Stoiber mit der Bemerkung: "Wie ich jeden Tag eine Blume hinrichte, äh herrichte"), konterte der Landesvater: "Welchen meiner Vorgänger meinen Sie denn? Bei uns geht das ja so schnell." So sei es bemerkenswert, dass er selbst schon seine zweite Landesgartenschau eröffnen dürfe - "wobei in Bayern alles, was zum zweiten Mal stattfindet, Tradition hat". Auch die Kirche verschonte Seehofer mit seinen süffisanten Anspielungen nicht: Eigentlich sei er es gewohnt, dass in Bayern alles Gute und Erfreuliche auf das Wirken der Staatsregierung zurückgeführt wird. Nun bedanke sich aber die Oberbürgermeisterin für das schöne Wetter beim Weihbischof und der Regionalbischöfin - "aber lassen wir es dabei, nachdem es euch derzeit nicht sehr gut geht".

Ein Stamperl Schnaps für Seehofer und Söder.

Humor bewies auch Dr. Markus Söder, der sich von den städtebaulichen Fortschritten und den spannenden Verbindungen zwischen Wasser, Natur, Kultur, Umwelt und Bildung in Rosenheim begeistert zeigte. "Meine Frau macht das hervorragend", meinte Bayerns Umweltminister auf Foltins Frage, wie er zum Rasenmähen stehe. Auch Söder hatte zuvor bei den Rosenheimer Gebirgsschützen ein Stamperl Marillenschnaps aus der zarten Hand von Julia Zäch kredenzt bekommen. "Da Herr Ministerpräsident und da Umweltminister ham sich kurz gschüttelt und dann ,Guat war er' gsogt", verriet die Marketenderin.

Die neu entdeckten Flüsse, Stege und Brücken verliehen der Schau zusammen mit dem Skulpturenweg "Natur und Reflektion" und der aus Holz gebauten Arche der Kirchen ein unverwechselbares Profil, lobten Seehofer und Söder beim Rundgang durch das Blumenmeer. Die Zeit verging dabei wie im Flug - die geplante Fahrt mit der Plätte am Innspitz musste gestrichen werden.

An der Arche nahmen Weihbischof Bischof und Regionalbischöfin Breit-Kessler die kirchliche Weihe vor. Die Arche mit ihrem "Sinnflut"-Programm sahen sie als Symbol für die Bewahrung der Schöpfung - so wie Seehofer die 164 LGS-Tage in Rosenheim im Globalisierungszeitalter als unverzichtbaren Beitrag "zum Erhalt eines liebens- und lebenswerten Stücks Heimat" bezeichnete.

Fotos, Videos, Service auf www.rosenheim24.de/landesgartenschau

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser