Bürgerbeteiligung zur Lärmaktionsplanung der Bahn beendet

Brennpunkt Schiene: Wo ist es besonders laut?

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Rosenheim - 16.700 Beiträge verfassten Anlieger von Bahnstrecken im gesamten Bundesgebiet seit Anfang des Jahres. Nun geht die Öffentlichkeitsbeteiligung des ersten Lärmaktionsplans zu Ende:

Seit dem 1. Januar 2015 ist das Eisenbahn-Bundesamt nun schon damit beschäftigt, die EU-Umgebungslärmrichtlinie im deutschen Schienennetz umzusetzen. In diesem Pilotverfahren hat das Bundesamt noch auch zum ersten Mal die Betroffenen gebeten, ihre Erfahrungen und Eindrücke weiterzugeben und in einem Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahren weiterzuleiten. Das Ergebnis: Über 16.700 Einträge waren bis zum Ende der ersten Phase des sogenannten Lärmaktionsplans am 30. Juni zusammengekommen. Alleine im südöstlichen Bereich des Ballungszentrums München sammelten sich dabei rund 1.200 Beiträge.

Planung, und was dann?

Die meisten Einträge auf der Übersichtskarte, auf der die Anwohner ihre Erfahrungen und Eindrücke schildern konnten finden sich im Bereich Duisburg und dem Großraum Ruhrpott. Mit rund 3.500 Bemerkungen liegt der Raum von Bonn über Duisburg bis Dortmund weit vor allen anderen deutschen Gebieten oder Ballungszentren. Nach der Achse Hildesheim - Hannover mit ihren nördlichen Ausläufern und rund 2.000 Meldungen von Anwohnern folgt dann auf Platz drei bereits der Bereich südöstlich der Landeshauptstadt München.

Eine Wertung aus den gesammelten Meldungen leite man vorerst jedoch noch nicht ab, heißt es in einer Erklärung des Eisenbahn-Bundesamtes in Bonn auf Nachfrage von rosenheim24.de. So erklärt der Pressespreche des Amtes, Moritz Huckebrink, dass es sich bei der Lärmaktionsplanung eher um eine Art Bestandsaufnahme handele: "Das EBA (Eisenbahn-Bundesamt) möchte sich einen Überblick verschaffen, wo die Lärmprobleme auftreten und um welche Probleme des Eisenbahnlärms es sich genau handelt. Auf der Grundlage dieser Analyse und aufgrund der Betroffenheitsanalyse durch die Lärmkartierung können langfristig Maßnahmen angeregt werden, um die Lärmbelastung zu senken." Welcher Zeitraum dabei mit "langfristig" gemeint ist, konnte der Pressesprecher nicht verdeutlichen.

Subjektive und objektive Messungen kombinieren

Bis Mitte 2016 soll zumindest der bundesweite Lärmaktionsplan dann stehen. Ab 2018 soll die Feststellung und somit auch die Bürgerbefragung dann regelmäßig, alle fünf Jahre, aktualisiert werden. Das Bundesamt stellt die Analyse der Situation zusätzlich aber noch auf ein zweites Bein: Neben der subjektiven Untersuchung anhand der Aussagen von Anwohnern und Betroffenen in der Lärmaktionsplanung, finde parallel eine objektive Lärmkartierung statt, so Huckebrink. Mit technischen Hilfsmitteln wie Messgeräten soll so die Lärmentwicklung an den Schienen visualisiert werden. Dabei entstehen zwei Aussagen: Ein über 24 Stunden gemittelter und ein von 22 - 6 Uhr festgestellter Wert.

Bei der Umsetzung der Maßnahmen betont der Behördensprecher, dass es sich dabei stets um "freiwillige Leistungen des Bundes" handle: "Dennoch ist es denkbar, dass langfristig die lärmmindernden Maßnahmen der freiwilligen Lärmsanierung des Bundes um Maßnahmen auf Vorschlag der Bürger ergänzt werden."

Zuerst müssten jedoch die aktuellen Prioritäten, immer abhängig vom zur Verfügung stehenden Budget, abgearbeitet werden. Eine zeitliche Prognose für die Realisierung neuer Maßnahmen, gestalte sich aber auch hier sehr schwierig, so Moritz Huckebrink. Und abschließend: "Voraussetzung für die Durchführung einer Lärmsanierungsmaßnahme ist, dass die entsprechende Strecke in das Gesamtkonzept des Bundes aufgenommen ist und dabei als entsprechend dringlich angesehen wird. Dabei sind solche Streckenabschnitte bevorzugt zu sanieren, bei denen die Lärmbelastung besonders hoch ist und viele Anwohner betroffen sind."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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