Beste Freundin soll Kuh Yvonne retten

Zangberg - Im Unterholz warten Schützen, an den Waldrändern sind Tierschützer positioniert. Noch immer ist Yvonne auf freiem Fuß, die Tierretter von Gut Aiderbichl geben nicht auf.

Der Weg zur Straße ist abgesperrt, im Unterholz warten Schützen, an den Waldrändern sind Tierschützer positioniert, damit Kuh Yvonne nicht unbemerkt ihr Versteck verlässt. Noch immer ist das Rindvieh auf freiem Fuß, die Tierretter von Gut Aiderbichl geben nicht auf. Während sich um Yvonne ein Medienhype entwickelt, behelfen sich die Tierschützer mit einem Trick: Mit einer Stallfreundin wollen sie die Kuh anlocken.Ein leises Knacken im Unterholz und schon dreht sich Hans Wintersteller nach dem Geräusch um. Er ist aufmerksam, lässt sich nichts entgehen. Jeder noch so leise Laut könnte von der Kuh sein und einen Hinweis auf ihren derzeitigen Aufenthaltsort geben.

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Eigentlich ist sich der Gutsverwalter in Aiderbichl und Koordinator der Rettungsaktion bei Zangberg sicher, in welchem Abschnitt sich die Kuh aufhält. Aber: „Die Kuh ist schlau. Sie kriegt das durchaus mit, wenn wir zwischendurch uns zu einer Besprechung sammeln und an den Waldrändern keine Posten stehen“, sagt Hans Wintersteller. Diesen Moment könnte Yvonne genutzt haben, um unbeobachtet in das gegenüberliegende Waldstück zu wechseln.

Diese Möglichkeit schließt Hans Wintersteller nicht aus, konzentriert die Rettungsaktion weiterhin auf ein 20 Hektar großes Gebiet. Seit Donnerstag voriger Woche sind die Tierschützer von Gut Aiderbichl im Einsatz. Jetzt sollen eine ehemalige Stallgefährtin und ein Kalb Yvonne locken. Eingezäunt stehen die beiden im Wald, von der Straße aus sind sie nicht zu sehen. Ganz unbemerkt ist dies an Yvonne nicht vorübergegangen. Erst am Morgen hat Hans Wintersteller Yvonne gesehen, ganz in der Nähe der Kuh und des Kalbs. „Es war aber immer noch nicht nah genug.“

Was die Kuh jetzt braucht, ist Ruhe. Deshalb zieht sich Hans Wintersteller mit seinen Helfern in ein zwei Kilometer entferntes Waldstück zurück, überlässt vorerst das Feld den drei Tierärzten, die Yvonne mit einem gezielten Schuss betäuben sollen. Gestern durchkämmten zusätzlich drei Reiter den Wald, suchten nach Spuren. Auch sie bleiben vorerst in dem Gebiet, sollen die Kuh zu den Schützen treiben.

Die Kuh, die ein Reh sein wollte

Schaulustige lassen die Tierschützer längst nicht mehr in den Wald. Diese könnten das Tier zu stark verschrecken und möglicherweise erneut eine Rettungsaktion verhindern. Einmal waren sie kurz davor, Yvonne einzufangen, zwei Jugendliche hatten dies aber im letzten Moment verhindert. Mit einem Sprung über den Zaun ist die Kuh auf die andere Straßenseite geflohen. Genau dieses Erlebnis könnte ihr vielleicht das Leben retten. Denn: „Sie geht nicht mehr in die Nähe des Zauns“, erklärt Hans Winterstetter.

Ein Zeitlimit haben sich die Tierschützer nicht gesetzt. Sie wollen so lange weitermachen, bis die Kuh gefangen ist. „Wir geben nicht auf. Bislang haben wir noch alles geschafft“, ist Hans Wintersteller zuversichtlich. Entgegen den Vermutungen des Landratsamtes, dass der Ernäherungszustand „nicht ideal“ ist, geht es Yvonne nach Meinung von Hans Wintersteller blendend. „Die ist mehr als gut ernährt.“ Mittlerweile hat sich ein regelrechter Medienhype um die Kuh Yvonne entwickelt. Mehrere Kamerateams filmten in dem Waldstück zwischen Zangberg und Oberbergkirchen, holten Hans Winterstetter vor die Kamera. Die Kuh Yvonne hingegen bleibt kamera- und medienscheu.

hi

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © nz/pa

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