Exklusiv-Interview mit David Pichler von der Bergwacht Chiemgau

Treibt der viele Schnee die Einsatzzahlen in die Höhe?

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David Pichler ist froh über die neuen ABS-Rucksäcke für seine Kameraden.
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Berchtesgadener Land - Erst am Freitagabend musste die Bergwacht Marktschellenberg ausrücken und eine verletzte Skitourengeherin retten. Diese Einsätze gehören zum täglichen Geschäft, doch sind es in diesem schneereichen Winter mehr als sonst?

Seit es aufgehört hat zu schneien, hat sich die Lawinensituation deutlich entspannt. "Derzeit ist sie in den unteren Lagen gering, oberhalb der Baumgrenze mäßig", erklärt der hauptamtliche Geschäftsführer der Bergwacht Chiemgau, David Pichler. Er kann die Skitourengeher also durchaus verstehen, wenn es sie in die Berge und ins freie Gelände treibt. Dabei hat er nur eine Bitte: "Passt die Tourenplanung an den aktuellen Lawinen-Lagebericht an." Das kann der Bergwacht in der Region viel Arbeit ersparen.

Dabei können sich die Einsatzkräfte derzeit nicht beklagen. "Wir waren während des Katastrophenfalls sehr gefordert, das hat auch viel Arbeit verursacht", gibt Pichler zu. "Aber im vergangenen Jahr hatten wir deutlich mehr Lawineneinsätze mit Personenrettung." Da man nie sicher sein kann, dass es auch so bleibt, hat die Bergwacht Chiemgau veranlasst, dass alle Bereitschaften mit ausreichend ABS-Rucksäcken ausgestattet sind. "Wir haben in der Region auch Ersatz, dass bei einer Auslösung die Kartuschen schnell getauscht werden können", ist der Bergwacht-Geschäftsführer froh um die Sicherheit seiner Leute.

Lawinenabgang an Stoißer Alm am Teisenberg

Jeder entscheidet selbst, wie viel Risiko er geht

"Das Risikomanagement ist bei jedem Einsatz in jedem Winter gleich hoch und wichtig", betont er. Da ist es egal, ob der Schnee Meter hoch liegt oder es gerade einmal für die Abfahrt reicht. Bevor die Einsatzkräfte zu einer Rettung ausrücken, wird genau überprüft, wie hoch das Risiko ist und es ist auch jedem Retter freigestellt, nein zu sagen, wenn er sich dem Risiko nicht aussetzen will. Das bestätigte auch Bergwacht-Sprecher Marcus Goebel nach dem Lawinen-Einsatz am Teisenberg, bei dem für die Verschüttete jede Hilfe zu spät kam. Im Falle einer Skitourengeherin in Werfenweng, rettete der ABS-Rucksack wahrscheinlich ihr Leben.

cz

Quelle: BGland24.de

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