Handy-Netz-Probleme: Das sagt o2

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Seit rund zwei Monaten ist das Telefonieren mit Handys im Raum Piding und Anger für o2-Kunden nicht mehr möglich. Die Verärgerung darüber ist groß.

Piding/Anger - Viele o2-Kunden im Berchtesgadener Land sitzen seit Anfang November auf dem Trockenen: Sie haben kein Handynetz mehr. Auf wiederholte Anfrage von BGLand24 reagierte o2 nun und gab eine Erklärung ab.

UPDATE: Antwort von o2

BGLand24 hat per Telefon und in (mehreren) Mails bezüglich der Netz-Probleme bei o2 angefragt. Carolin Eckert von der Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Pressereferentin auch für o2, hat jetzt (3. Januar) geantwortet: "Es kommt derzeit im Raum Piding zu Einschränkungen im Mobilfunk aufgrund einer Störung der Richtfunkantenne. Wir arbeiten bereits mit Hochdruck an einer Lösung und informieren Sie gerne über die weiteren Entwicklungen."

Die Redaktion hat darüber hinaus erfahren, dass der Richtfunk in dieser Region neu bemessen werden muss - was offenbar sehr zeitintensiv ist. Grund hierfür seien die örtlich nicht ganz einfachen Gegebenheiten.

Erstmeldung vom 2. Januar:

Bereits am Mittwoch berichteten wir über die Beschwerde von Michael Strohhammer aus Piding: „Wir haben o2 längst dazu aufgefordert, das Problem zu beheben und Fakten zu liefern. Doch es kommen immer nur Ausreden. Man wird vertröstet, seit Wochen“.

o2 antwortete lediglich am 26. November in seinem Forum: „Leider kommt es aktuell zu Einschränkungen in diesem Bereich. Unseren Technikern ist die Störung bereits bekannt, sie arbeiten an einer Lösung. Leider können wir keine Aussagen über die mögliche Ursache oder die eventuelle Dauer (der Störung) treffen. o2 ist bemüht, die Einschränkung so schnell wie möglich zu beheben. Bitte entschuldige und habe noch ein wenig Geduld“.

Die Geduld ist jedoch zu Ende, da sie überstrapaziert wurde! Seit der o2-Mitteilung Ende November ist mittlerweile auch schon wieder über ein Monat ins Land gezogen – ohne das sich an der Situation irgendetwas geändert hätte.

Erste Kunden kündigen bereits

Ein o2-Kunde aus Anger: „Ich habe durch den Umstand, kein Netz mehr zu haben, einige Aufträge verloren und meinen Handy-Vertrag jetzt gekündigt. Ich mag nicht mehr und gehe zur Konkurrenz“.

Michael Strohhammer: „Beim Wintereinbruch Anfang Dezember brach am Abend die Handyverbindung in ganz Piding im o2-Netz zusammen. Anfangs dachte ich mir nicht viel und ging davon aus, dass aufgrund des Eises oder des starken Schneefalls der Sendemast nicht arbeitet. Nach drei Tagen nahm ich - und auch einige meiner Bekannten in Piding - Kontakt mit o2 auf. Niemand erhielt eine Antwort. Auch weitere Anfragen blieben unbeantwortet. Nach zwei Wochen und der Androhung, die entstandenen Kosten in Rechnung zu stellen, bekam ich endlich die ersehnte Antwort. Leider wurde ich nur damit abgespeist, dass es wohl ein technisches Problem ist, welches aufgrund der Witterung (!) nicht behoben werden kann. Ein o2-Netz sucht man in Piding bis heute immer noch vergebens“.

Michael Strohhammer hat den Vorgang auch schon ans Amt für Verbraucherschutz weitergeleitet: „Interessanterweise kann ich auch nicht auf andere Netzanbieter außer auf o2 Österreich ausweichen - was bei früheren Störungen problemlos möglich war“.

Seit Mitte November E-Mail-Verkehr: Ohne Ergebnis

Konstantin B. (Name von der Redaktion geändert) aus Aufham bei Anger: Ich habe seit Februar 2007 einen Handyvertrag (kein Prepaid) von Tchibo - die nutzen das o2-Netz. Bisher hatte ich keinerlei Probleme mit der Netzanbindung, vor allem auch nicht im Haus. Gelegentlich (vielleicht zweimal im Jahr) traten Netzstörungen auf, wenn extreme Wetterbedingungen herrschten, also starke Sommergewitter oder im Winter extreme Schneestürme - also wirklich eher selten. Die Netzprobleme waren in all den Jahren auch immer rasch behoben“.

Doch 2012 traten ab etwa Mitte November massive Netzstörungen auf: „Ich hab das erst spät gemerkt, da ich bisher nie Probleme hatte, plötzlich jedoch daheim keinen o2-Netzempfang mehr bekam und nur noch österreichische Provider zur Verfügung standen (das T-D1-Netz ist bei Tchibo nicht erlaubt)“. Konstantin B. nahm am 15. November per Mail Kontakt mit Tchibo auf. 24 Stunden drauf die Antwort: „Bedauerlicherweise ist in Ihrem Postleitzahlengebiet 83454 eine Mobilfunkstörung vorhanden. Techniker sind bereits informiert.”

Keine Gutschriften von o2

Das nächste Mail am 25. November, dass die Störung aufgrund der nach wie vor auftretenden Probleme offensichtlich noch immer nicht behoben sei, wurde folgendermaßen beantwortet: „Wir bedauern Ihren Unmut und die Einschränkung Ihrer Nutzung der SIM-Karte. Eine Störung liegt uns derzeit für Ihren Wohnort nicht vor, so dass Sie dort ohne Schwierigkeiten telefonieren können. Für weitere Fragen steht Ihnen unsere Kundenbetreuung gern zur Verfügung.” Das war unzutreffend: Denn erstens widersprachen diese Angaben der ersten Mail von Tchibo, zweitens war das Netz ja nachwievor nicht intakt. Auf eine diesbezügliche Erwiederung von Konstantin B. erhielt dieser am 28. Mail folgendes Mail: „Gern haben wir Ihr Anliegen erneut geprüft. An Ihrem Wohnort besteht nur ein eingeschränktes o2-Netz. Außerhalb von Gebäuden sollte die Nutzung der SIM-Karte möglich sein, innerhalb von Gebäuden kann es zu Einschränkungen kommen. Ihrem Wunsch nach einer Gutschrift können wir nicht nachkommen. Für weitere Fragen steht Ihnen unsere Kundenbetreuung gern zur Verfügung“.

Kein Empfang im Tal und am Berg?

Konstantin B. dazu: „Der zweite Satz (und die nachfolgende Aussage zu den “Problemgebieten”) sagt im Wesentlichen das aus, was auch auf der o2-Homepage für unser Postleitzahlengebiet nachzulesen ist, entspricht aber nicht meinen jahrelangen Erfahrungen, wonach der Empfang auch innerhalb unseres Gebäudes völlig unproblematisch war. Meine diesbezügliche Antwort an Tchibo, dass dies nicht meinen Erfahrungen entspräche, wurde am 3. Dezember wie folgt beantwortet: Wir haben die Netzabdeckung für Ihr PLZ-Gebiet geprüft und festgestellt, dass sich an Ihrem Wohngebiet ein Problemgebiet befindet. Aus diesem Grund kann es zu Netzeinschränkung kommen. Gebiete, die durch bauliche Gegebenheiten, die Höhenlage (wie zum Beispiel „in einer Talsenke“ oder „am Berg“?) eine stabile Versorgung nicht gewährleisten, werden als Problemgebiete eingestuft. Eine Änderung dieser Netzeinschränkungen ist in absehbarer Zeit nicht möglich beziehungsweise kann gar nicht beseitig werden. Wir bedauern sehr, Ihnen keine Lösung anbieten zu können und bitten um Ihr Verständnis.“

Am 5. Dezember folgte dieses Mail: „Gemäß unseren AGB steht bei Netzausfällen und Einschränkungen kein Anspruch auf Schadensersatz zu. Laut Ihren Einzelverbindungsdaten nutzen Sie Ihre SIM-Karte derzeit ähnlich wie vor einigen Monaten vor der Störung, eine Beeinträchtigung Ihres Telefonieverhaltens ist somit nicht nachvollziehbar. Wir danken für Ihr Verständnis und hoffen, Ihr Anliegen abschließend geklärt zu haben“.

„Schwachsinnige Aussage“

Selbst wenn dem so wäre: „o2 weiß ja anhand des Einzelverbindungsnachweises nicht, wo ich telefoniere“, so Konstanin B. - „also was ist denn das für eine schwachsinnige Aussage?“. Dem Aufhamer wurde es zu bunt: „Ich wollte bei o2 anrufen. Um durchgestellt zu werden, verlangt das Sprachsystem eine o2-Mobilfunknummer. Meine Tchibo-Nummer wurde vom System als ‚dies ist keine o2-Mobilfunknummer’ abgelehnt. Somit hatte ich zunächst keine Möglichkeit, an einen Berater bei o2 zu gelangen. Glücklicherweise hat mein Sohn einen ‚richtigen’ o2-Vertrag - und er hat mit dem Empfang zuhause die gleichen Probleme wie ich - wie im übrigen auch eine Nachbarin“.

Mit der Nummer des Sohnes konnte Konstantin B. die „Hotline-Sprachbarriereprobleme” überwinden und wurde durchgestellt. Die nette Dame am anderen Ende der Leitung meinte, dass die Netzwerkprobleme in Aufham und Umgebung bekannt seien und bereits seit 9. November 2012 bestünden. „Wir würden per SMS verständigt, sobald die Probleme behoben seien“, so der verärgerte Kunde. Doch: „Seitdem warten wir auf eine Lösung. Es wurde zwar zwischenzeitlich eine SMS-Benachrichtigung verschickt, dass die Probleme behoben seien, diese wurde am noch am gleichen Tag als ‚Falschmeldung’ widerrufen“.

Keine Besserung trotz warmen Wetters

Die Nachbarin hat aufgrund ihres fehlenden Netzzugangs kurz vor Weihnachten die o2-Hotline angerufen. Ihr wurde von einem Herrn gesagt, dass die Störung seit 7. November 2012 bestehe, dass dies offensichtlich an einer Funkstörung in Jechling liege, dass aber aufgrund des schlechten Wetters (starke Schneefälle) keine Instandsetzung erfolgen konnte. „Seit 7. November, also seit bald zwei Monaten – lächerlich“, so Konstantin B. „Im November hatten wir fast durchgehend Plusgrade. Auch im Dezember war’s bis zur zweiten Woche durchaus erträglich“.

Nachwievor rührt sich nichts: „Seitdem hat sich nichts Neues ergeben. Ich hab nach wie vor keinen Empfang zuhause und auch im gesamten Ortsgebiet nicht. In Piding nur sehr eingeschränkt. Erst in Bad Reichenhall selbst geht es wieder“, so Konstantin B.

Online-Banking unmöglich

Bleibt die Frage, wie man beispielsweise Online-Banking machen soll, wenn man keine SMS empfangen kann, in der die TAN's mitgeteilt werden: „Ergänzend ist zu erwähnen, dass man im o2-Netz untereinander kostenlos telefonieren kann. Das ist jetzt alles kostenpflichtig, da man zwangsläufig auf Festnetztelefonie ausweicht“, so Konstanin B. abschließend.

Auch Michael Strohhammer will jetzt endlich Klarheit und „keine Ausreden mehr“. Ihm reicht's: „Wir möchten jetzt ganz genau wissen, wann das Netz bei uns wieder funktioniert“. Schließlich verspreche o2 auf seiner Homepage auch in der Region volle Netzabdeckung, so Strohhammer. Das müsse geändert werden, wenn dem nicht so sei.

o2 informiert lediglich, dass am 20. Dezember ein Austausch des entsprechenden Bauteils vorgenommen worden sei - dies habe aber nicht zur vollständigen Behebung des Problems geführt.

Hans-Joachim Bittner

Quelle: BGland24.de

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