Nach Vorwürfen gegen Feuerwehr Geretsried

Brandner: "Feuerwehr muss einsatzbereit bleiben"

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nton Brandner hatte als Einsatzleiter im Katastrophenfall alles im Griff und sogar Zeit für den Besuch von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bundesinnenminister Horst Seehofer.
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Berchtesgaden - In Geretsried sah sich die Feuerwehr mit schweren Vorwürfen konfrontiert, da sie sich nicht am Abschaufeln der Dächer im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beteiligte. Unabhängig davon bestätigte Kreisbrandinspektor Anton Brandner: "Die Einsatzbereitschaft muss gegeben sein."

Bis zu 12.000 Einsatzkräfte waren an dem Schnee-Einsatz im Berchtesgadener Land beteiligt. Ähnlich dürfte es im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ausgesehen haben. Dennoch kamen Beschwerden auf, die Feuerwehr Geretsried hätte sich vor dem Abschaufeln der Dächer gedrückt.

Dem widerspricht Kommandant Erik Machowski im Interview mit Merkur.de*. Auf dem Papier könne er auf 96 freiwillige Kräfte zurückgreifen.

Im Ernstfall blieben darum rund 40 Mann. Wenn diese nun während des Katastrophenfalls alle auf Dächern gewesen wären, hätte das eine potenziell lebensgefährliche Situation für das gesamte Einsatzgebiet der Feuerwehr bedeutet.

 „Ich kann jemanden, der bereits seit Stunden so eine kräftezehrende Arbeit wie das Schneeschaufeln geleistet hat, nicht auch noch zu einem Noteinsatz schicken. Das wäre unverantwortlich.“

Deshalb wurde die Feuerwehr Geretsried vom Krisenstab des Landkreises vorbehalten, um für primären Aufgaben einsatzbereit zu sein. Und das nicht nur im eigenen Schutzgebiet, sondern auch in Königsdorf, Dietramszell, Eurasburg und Beuerberg – stellenweise sogar noch in Sachsenkam.

Grundbereitschaft in Feuerwehrhäusern

Eine ähnliche Taktik wurde im inneren Landkreis Berchtesgadener Land angewandt. Wie Einsatzleiter Anton Brandner uns bereits vorab erzählt hatte, war in jeder Feuerwehr in Bischofswiesen, Berchtesgaden, Ramsau, Marktschellenberg und Schönau am Königssee ein Grundstock an Einsatzkräften in Bereitschaft. Denn auch während des Katastrophenfalls gab es kleine Verkehrsunfälle, ausgelöste Brandmeldeanlagen, Türöffnungen und Bäume, die von der Fahrbahn geräumt werden mussten.

"Wir hatten auch immer ein dramatisches Einzelereignis im Hinterkopf", so Brander. "Wäre es zu einem Hauseinsturz oder einer Lawine gekommen, hätten diese Kräfte zumindest halbwegs ausgeruht agieren können." Natürlich hätte man noch zusätzliche Kräfte benötigt und dann vielleicht auch Hilfe bei den überörtlichen Wehren und auswärtigen Einsatzkräften gesucht, aber die erste Alarmierung gehe immer an die betroffene Feuerwehr.

Fotos zeigen erste Rissen an Dächern

Die Erleichterung war bei allen groß, dass so ein Fall nicht eingetreten ist. Ein paar Bilder, die uns Anton Brandner zur Verfügung gestellt hat, belegen, dass der Schnee tatsächlich erste Schäden angerichtet hat. Ein Hauseinsturz also durchaus passieren hätte können.

Erste Schäden an Dächern waren schon sichtbar

Die Einsatzkräfte haben teilweise Übermenschliches geleistet, doch auch im Katastrophenfall gilt die zehnminütige Hilfsfrist. Für die hat Anton Brandner eine Grund-Bereitschaft in den Feuerwehrhäusern abgestellt und der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen unter anderem die Geretsrieder Wehr.

cz


*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Quelle: BGland24.de

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