Beckstein: Vollblutpolitiker und Christ?

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Bernau - Der ehemalige bayerische Ministerpräsident hat am Dienstagabend sein Buch "Die zehn Gebote" vorgestellt - ein Leitfaden zum gottgefälligen Handeln in der Politik.

"Sie sind eine wunderbare Ordnung der Welt." So beschreibt Günther Beckstein die zehn Gebote. Leitplanken, die das Zusammenleben regeln. Und eben diese Regeln dürfen für den 69-Jährigen auch in der Politik nicht fehlen. Beckstein hat in seinem Buch festgehalten, wie er in seiner langen Politiker-Laufbahn immer versucht habe, sich auf Gottes Wille - also die zehn Gebote - zu besinnen und nach ihnen zu handeln.

Günther Beckstein in Bernau

Günther Beckstein auf Lesetour in Bernau

Hat er auch mal gegen ein Gebot verstoßen müssen? "Ja, ich habe mich schuldig gemacht." Und Beckstein berichtet von einer Situation, in der er den Befehl zum gezielten Todesschuss gegen entlaufene Verbrecher gegeben hatte. "Ich hatte die Nachricht bekommen, dass einige Kriminelle aus dem Gefängnis geflohen waren, eine Frau getöten hatten und eine weitere in Lebensgefahr schwebte. Da musste ich handeln - ich habe den Befehl gegeben, die Schwerverbrecher zu töten - damit habe ich natürlich gegen das Gebot "Du sollst nicht töten" verstoßen, aber ich hatte keine andere Wahl."

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Das achte Gebot lautet "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinem Nächsten." Auf den ersten Blick scheint es kaum mit dem Tagesgeschäft eines Politikers vereinbar. Beckstein dazu: "Harte Auseinandersetzungen, Fairness und Offenheit verstoßen meiner Meinung nach nicht gegen das achte Gebot. Kritisch wird es erst, wenn das Ganze hinter dem Rücken einer Person geschieht," so der ehemalige bayerische Ministerpräsident. Aber er warnt auch: "Niemand sollte sich allzu sehr den Heiligenschein aufsetzen. Das Gebot kann in vielen Lebensbereichen verletzt werden."

redch24

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © tj

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