Beamter klaut Steuerzahler 78.000 Euro

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Lindau/Kempten - Ein Verwaltungsbeamter des Landratsamts hat jahrelang Akten gefälscht und Gelder für sich abgezweigt. Der Schwindel flog auf, als der 55-Jährige krank wurde.

Die Staatsanwaltschaft Kempten hat am Mittwoch in Lindau die Privat- und Büroräume eines 55 Jahre alten Verwaltungsbeamten durchsucht. Nach Angaben der Behörde wird gegen den Mitarbeiter des Landratsamtes Lindau wegen des Verdachts der Untreue in 23 Fällen ermittelt.

Der Mann soll von Dezember 2006 bis Februar 2010 Überweisungen von öffentlichen Geldern in einer Gesamthöhe von mehr als 78.000 Euro auf sein eigenes Konto veranlasst haben. In den Akten waren die Summen als Zahlungen an angebliche Hilfeempfänger aufgeführt. Der Beschuldigte hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe eingeräumt.

Der Verdacht der Untreue war entstanden, als der Beschuldigte krank wurde und eine grundlose Überweisung auf sein privates Konto auffiel. Als eine Überprüfung 22 weitere Überweisungen auf das Konto ergab, erstattete das Landratsamt Strafanzeige.

Es soll sich um Gelder aus Antragsverfahren gehandelt haben, bei denen die Anträge entweder abgelehnt oder für die Leistungen gar keine Anträge gestellt wurden. Die Staatsanwaltschaft Kempten hat ihren Angaben zufolge Vermögenswerte des Beschuldigten vorläufig festgesetzt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass diese zur Wiedergutmachung des Schadens zur Verfügung stehen und nicht vom Beschuldigten beiseite geschafft werden können.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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