Welche Masken sind in Bayern erlaubt?

Diese Masken sind nun Pflicht: FFP2 und Co. - Was ist mit der OP-Maske?

Die FFP2-Masken-Pflicht gilt nun in Bayern. Doch es gibt Alternativen.
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Die FFP2-Masken-Pflicht gilt nun in Bayern. Doch es gibt Alternativen.

Zur Verlängerung der Infektionsschutzmaßnahmen kommt in Bayern nun die Pflicht zum Tragen von Atemschutzmasken aus dem medizinischen Bereich beim Einkaufen, im ÖPNV und auf manchen öffentlichen Plätzen hinzu. Oft ist nicht klar, welche Modelle nun zulässig sind. Zeitweise steht auch die Frage im Raum, ob sie nicht sogar wirkungslos gegen das Coronavirus sind.

Aktuell sind in bestimmten Bereichen nur die mittlerweile sehr bekannten FFP2-Masken und die gleichwertigen Alternativen wie KN95-Masken aus dem Ausland zulässig. Erstere standen nach der Ansage des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, man müsse diese verstärkt nutzen, bezüglich der Sinnhaftigkeit und der Wirksamkeit stark in der Kritik. „Die Maßnahme kommt mir panikgetrieben und wenig sinnvoll vor“, sagte Verfassungsrechtler Stefan Huster von der Ruhr-Universität Bochum im Gespräch mit web.de.


Welche Masken sind in Bayern zulässig?

  • FFP2-Masken: Diese Variante ist die empfohlene Variante
  • KN95-Masken (GB2626-2006, China)
  • FFP3 (Europa)
  • N95 (NIOSH-42C FR84, USA)
  • P2 (AS/NZ 1716:2012, Australien/Neuseeland)
  • KF94 (Korea 1st Class KMOEL-2017-64)
  • DS (Japan JMHLW-Notification 214,2018)

Diese Masken sind in Bayern nicht zulässig (beim Einkaufen, im ÖPNV oder an Orten, an denen Maskenpflicht gilt):

  • Sogenannte OP-Masken
  • Stoff-/Alltagsmasken
  • Plastikmasken wie Faceshields oder ähnliche Varianten

Kinder bis zum sechsten Geburtstag sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Kinder zwischen dem sechsten und 15. Geburtstag müssen beim Einkaufen, im ÖPNV oder an Orten, an denen Maskenpflicht gilt eine Mund-Nasen-Bedeckung (auch Stoffmaske zulässig) tragen.

FFP2-Masken: In der Panik umfunktioniert oder zuverlässiger Begleiter?

Neben den beiden anderen Varianten der FFP-Masken ist es der Typ FFP2, der aktuell scheinbar allgegenwärtig diskutiert wird. Auf den Straßen sieht man sie mittlerweile überwiegend. Ihr Zweck war ursprünglich der Arbeiterschutz. Wenn er korrekt getragen wird, schützt dieser Maskentyp vor dem Einatmen von Staub oder giftigen Stoffen, was auch für Tröpfchen und Aerosole gilt. Mindestens 94 Prozent der Testaerosole müssen die FFP2-Masken abfangen, erläutert das BfArM.

Gerade bei den FFP2-Masken steht die Diskussion im Raum, dass sie nur dann für Träger und Personen in seiner Nähe Schutz bieten, wenn sie wirklich hauteng an den Rändern aufliegen. Viele hätten damit Schwierigkeiten, was die Sinnhaftigkeit der Verpflichtung zum Ziel von Kritik macht. Zudem ist der gegenseitige Schutz nur bei FFP2-Masken ohne Ventil möglich.

Für Bartträger ist das eng Aufliegen ein Punkt, der ein Dilemma birgt. Die Stellen, an denen die Maske aufliegt, müssen rasiert werden, sonst leidet die Wirksamkeit. Der Oberbürgermeister von Erlangen machte auf diesen Umstand aufmerksam, indem er in Vorbildfunktion voranging und sich seinen Bart abrasierte.

KN95-Masken: Ein gleichwertiges Pendant zur FFP2-Maske oder einfach nur billig?

Weniger bekannt, aber stellenweise im selben Atemzug wie FFP2 genannt, sind die KN95-Masken. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) wies darauf hin, dass diese Masken aus China nicht leichtfertig als „Schrottmasken“ abgeschrieben werden sollen. Diese müssten zwar im ersten Schritt lediglich die Vorgaben, welche in China gültig sind, erfüllen, aber durchlaufen in Deutschland dennoch ein weiteres Testverfahren, bis sie in Apotheken ausgegeben werden dürfen. Die Wertigkeit ist also auch bei diesen Masken gegeben.

Was aber beim Kauf von KN95-Masken abseits der Apotheke zum Problem wird, legt die ABDA verständlich dar: „Äußerlich ist nicht erkennbar, ob eine KN95-Maske qualitativ einer FFP2-Schutzmaske entspricht oder nicht.“ Beim Einkauf über Online-Händler ist hier also Vorsicht geboten.

Ist eine OP-Maske in Bayern auch zulässig?

Als OP-Masken werden die medizinischen Masken bezeichnet, welche normalerweise in Krankenhäusern und Arztpraxen zum Einsatz kommen, erklärt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Auf den ersten Blick scheinen diese meist blauen oder grünen Masken weniger zuverlässig als herkömmliche Stoffmasken, da ihr Stoff dünner ist. Dies ist jedoch ein Trugschluss.

Der Stoff der Masken, welche der EN 14683:2019 Norm entsprechen und auch ein CE-Zeichen tragen müssen, ist dichter und nicht regelmäßig gewoben. „In den OP-Masken sind spezielle Vliese verarbeitet. Das sind in aller Regel nicht-gewebte Stoffe, auch Nonwovens genannt, wo die Fasern wild durcheinander liegen“, erklärt Frank Drewnick vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz gegenüber der dpa. Er verweist auch neben den kleineren Poren der Maske auf die elektrostatische Ladung der Fasern, welche so für kleine Partikel weniger durchlässig sei.

Auf der Seite des bayerischen Innenministeriums wird die Frage nach möglichen Alternativen wie folgt beantwortet: „Laut der 11. BayIfSMV sind FFP2-Masken oder Masken mit mindestens gleichwertigem genormten Standard zulässig. Zum Beispiel weisen KN95-Masken und N95-Masken eine solche Gleichwertigkeit auf.“ OP-Masken werden nicht in der Liste der FFP2-Masken gleichwertigen Alternativen aufgeführt und somit in fraglichen Situationen wie beispielsweise beim Einkaufen nicht zulässig.

Kein garantierter Virenschutz laut Packungsbeilage?

Nun wird aber auch oft die Frage gestellt, wieso bei FFP2-Masken sowie anderen Varianten beispielsweise im Beipackzettel darauf verwiesen wird, dass die Maske nicht vor Viren schützt. Für manche gibt dieser Umstand Anlass zu denken, dass die Variante FFP2 einfach blind gewählt wurde und im Kampf gegen das Corona-Virus lediglich als Symbol gilt.

Der Hintergrund dieser Kennzeichnung beziehungsweise Aufklärung ist, dass die Maske einzelne frei fliegende Viren nicht zuverlässig filtern kann. Was sie jedoch kann, ist Aerosole und Tröpfchen von außen und innen filtern. Laut RKI zählen die Aerosole und die Tröpfchen nach wie vor zu den hauptverantwortlichen Faktoren bei der Ansteckung mit SARS-Cov-2. So werden zwar nicht direkt die Viren selbst gefiltert, aber vereinfacht gesagt die Tröpfchen, die diese Viren verbreiten.

Problematisch wird diese angedachte Funktionsweise wie bereits beschrieben, bei falscher Anwendung. Sobald die Maske nicht Mund und Nase bedeckt und darüber hinaus abschließend aufliegt, verfällt ein Großteil der Wirksamkeit.

mda mit Material der dpa

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