Bayern hat so viel Ärzte wie noch nie

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Die Hälfte der bayerischen Hausärzte ist über 54 Jahre alt.

München -Noch nie gab es in Bayern so viele Ärzte wie jetzt. Und doch warnt die Landesärztekammer vor einem Medizinermangel. Schließlich waren die Ärzte auch noch nie so alt wie jetzt.

Derzeit arbeiten so viele Ärzte in Bayern wie noch nie - dennoch warnt die Landesärztekammer erneut vor einem drohenden Medizinermangel. Ende September waren 54.994 berufstätige Ärzte bei der Kammer gemeldet, das waren 3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Innerhalb eines Jahrzehnts ist die Zahl der Ärzte in Bayern somit um gut ein Fünftel gestiegen.

Allerdings gebe es unter den Nachwuchsmedizinern immer mehr, die in Teilzeit arbeiten, sagte der Präsident der Landesärztekammer, Max Kaplan, am Donnerstag in München im Vorfeld des Bayerischen Ärztetages. Außerdem achte die jüngere Generation stärker auf ein ausgewogenes Verhältnis von Privatleben und Arbeit. “Wenn zwei Kollegen ausscheiden, brauchen wir deshalb drei, um sie zu ersetzen“, erklärte Kaplan.

Besonders bei den Hausärzten drohe eine deutlich schlechtere Versorgung. Momentan liege die Zahl der Hausärzte in Bayern noch relativ stabil bei gut 9.000. Doch rund die Hälfte davon sei älter als 54 Jahre - und durchschnittlich gehen die Hausärzte mit 64 in den Ruhestand. Nach den Zahlen der Kammer sind fast ein Viertel der Hausärzte bereits älter als 60 Jahre. Daher sei in den nächsten zehn Jahren ein akuter Mangel an Medizinern zu befürchten.

Das neue “Versorgungsstrukturgesetz“, mit dem die Bundesregierung einem Ärztemangel entgegenwirken will, enthalte gute Ansätze, sagte Kaplan. Insgesamt reiche das Gesetz aber nicht aus, um die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern. Vor allem enthalte das Gesetz zu viele zentralistische Elemente, es würden nicht genug Entscheidungen in die Regionen zurückverlagert.

Um die Patienten optimal zu versorgen, sei die Ärzteschaft bereit, Aufgaben an andere Gesundheitsberufe abzugeben, sagte Kaplan, der auch Vizepräsident der Bundesärztekammer ist. Allerdings müsse genau geklärt werden, welche Tätigkeiten Pflegekräfte oder medizinische Angestellte zusätzlich übernehmen können. Denkbar sei, dass etwa regelmäßige Hausbesuche oder auch die Betreuung von chronisch Kranken wie Diabetikern stärker von nicht-ärztlichen Fachkräften übernommen wird. Allerdings zeichne sich auch bei sonstigen Gesundheitsberufen ein Fachkräftemangel ab, warnte Kaplan. Deswegen müssten die Aufstiegsmöglichkeiten und auch die Bezahlung dieser Berufe verbessert werden.

dpa

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