"Digitalfunk hilft helfen"

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Bayern - Mit der bayernweiten Medienkampagne"Digitalfunk hilft helfen" will DigiNet das digitale Zeitalter auch beim Einsatzfunk einführen:

Für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger läuten die Blaulichtorganisationen auch beim Einsatzfunk das digitale Zeitalter ein. Die Projektgruppe DigiNet startet daher bayernweit mit seiner Medienkampagne „Digitalfunk hilft helfen“. Mit dem TETRA-Digitalfunk können bis 2015 bayernweit und nahezu flächendeckend die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Katastrophenschutz zuverlässig und störungsfrei miteinander kommunizieren und so im Notfall noch besser Hilfe leisten. Um die Bürgerinnen und Bürger noch stärker über die Vorteile und die Einführung des neuen Einsatzfunks zu informieren, wurde durch die Projektgruppe DigiNet die bayernweite Medienkampagne „Digitalfunk hilft helfen“ ins Leben gerufen. Denn: Ein zuverlässiger, moderner Einsatzfunk geht uns alle an!

In ganz Bayern werben fortan vier unterschiedliche Motive mit den Botschaften „Weil jede Sekunde zählt“ und „Digitalfunk hilft helfen“ auf über 600 Plakatwänden sowie in öffentlichen Gebäuden auf Postern. Regionalbusse transportieren die Kampagneninhalte ins Land und im Radio auf Bayern 3 und Antenne Bayern werden sie in regelmäßigen Abständen ausgestrahlt.

Die Plakate und Spots verweisen außerdem auf die neue Internetplattform der Projektgruppe, welche unter www.digitalfunk-hilft-helfen.de aufrufbar ist.

Anlässlich der feierlichen Einweihung der neuen Integrierten Leitstelle „Bayerischer Untermain“ in Aschaffenburg am 22. September stellte Innenstaatssekretär Gerhard Eck den Beginn dieser Kampagne den Medien offiziell vor. „Mir ist es eine Herzensangelegenheit, die Bürgerinnen und Bürger über die Hinter- gründe, Bedeutung und Erfordernisse der erfolgreichen Realisierung dieses Projekts zu informieren. Sie sollen wissen, welchen entscheidenden und unter Umständen lebensrettenden Nutzen der BOS-Digitalfunk bietet und in welcher Weise sie selbst im Notfall davon profitieren“, freut sich der Innenstaatssekretär. Und: „Inzwischen konnten bayernweit etwa 90 % der Standorte für Basisstationen vertraglich gesichert werden, für mehr als 60 % dieser Sendeanlagen wurde ein Bauauftrag erteilt, über 40 % sind bereits fertig gestellt. Wir sind damit unserem Ziel, in weiten Teilen Bayerns 2014 digital zu funken und bis 2015 den flächendeckenden Digitalfunk sicherzustellen, schon sehr nah gekommen."

Hintergrund BOS-Digitalfunk

Eine schnelle, leistungsfähige und zuverlässige Kommunikation ist bei der Bewältigung aller Einsatzlagen von Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen wesentliche Voraussetzung. Nur so kann sichergestellt werden, dass den Bürgerinnen und Bürgern Bayerns schnell und effektiv Hilfe zu Teil werden kann, wenn sie diese benötigen. Der bisher genutzte Analogfunk entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Seine Leistungsfähigkeit ist – gemessen an den heutigen Herausforderungen – unzureichend. Zudem weist der Analogfunk zunehmend Versorgungslücken auf, die technische Entwicklung wurde industrieseitig weitgehend eingestellt. Mit dem Umstieg auf ein modernes, leistungsfähiges Kommunikationssystem kann jedoch nicht gewartet werden, bis der analoge Funk zusammenbricht. Daher fiel in den vergangenen Jahren die Entscheidung zum Aufbau eines bundesweiten digitalen Funknetzes aller BOS, das den heutigen Anforderungen entspricht. Durch die Verwendung des weltweit genutzten TETRA-Standards für die Einsatzkommunikation wird einerseits der Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung künftig noch besser gewährleistet, andererseits wird den Einsatzkräften ein leistungsstarkes, modernes und sicheres Kommunikationsmittel an die Hand gegeben. Voraussetzung für die erfolgreiche Kommunikation ist eine gute Netzversorgung

Netzaufbau

In Bayern werden rund 945 Basisstationen und damit etwa ein Viertel der bundesweit geplanten Standorte benötigt. Bayernweit sind aktuell etwa 90 % der Standorte vorvertraglich gesichert, für mehr als 60 % konnte bereits ein Bauauftrag erteilt werden, über 40 % der Standorte sind baulich fertiggestellt. Nach dem bereits laufenden Netzabschnitt München werden – beginnend mit Mittelfranken – ab Mitte 2013 sukzessive alle anderen bayerischen Netzabschnitte in Betrieb genommen. Ziel bleibt, in weiten Teilen Bayerns 2014 den Digitalfunk zu beginnen und bis 2015 den flächendeckenden Digitalfunk sicherzustellen.

Migration

In München wurde das Digitalfunknetz Ende 2011 in Betrieb genommen und steht den dortigen Einsatzkräften zur Nutzung zur Verfügung. Das Polizeipräsidium München stellt bis Ende 2012 vollständig auf den Digitalfunk um. Das Champions- League-Finale in München im Mai 2012 wurde bereits komplett digital abgewickelt. Auch die nichtpolizeilichen BOS bereiten die Umstellung derzeit intensiv vor. In Mittelfranken, Oberbayern Nord und Unterfranken haben die dortigen BOS zur Einführung des Digitalfunks in ihrem Bereich in den vergangenen Monaten regionale Projektgruppen auf Ebene der Polizeipräsidien bzw. der Rettungsdienst-(ILS- )Bereiche gebildet. Die Projektgruppe DigiNet des Staatsministeriums des Innern betreut die regionalen Projektgruppen vor Ort intensiv, u. a. durch eigene Betreuungsteams sowie ein Informationsportal für BOS-Nutzer. In Mittelfranken ist der Beginn des erweiterten Probebetriebes Mitte 2013 geplant, Oberbayern-Nord und Unterfranken folgen Ende 2013 bzw. Anfang 2014. Im nördlichen Schwaben begann im Juni 2012 die Vorbereitung der Migration unabhängig von Netzaufbau und Migration wird der Digitalfunk durch Einsatzkräfte in Bayern mit vorübergehend zur Verfügung gestellten Endgeräten bereits getestet, so z. B. bei Rock im Park in Nürnberg, der Erlanger Bergkirchweih und einer Großveranstaltung des BRK in Schweinfurt. Die Rückmeldung der beteiligten Einsatzkräfte und die erzielte Akzeptanz der neuen Technik sind äußerst positiv.

Kostenbeteiligung und Förderung nichtstaatlicher Teilnehmer

Das Innenministerium verhandelt derzeit mit den kommunalen Spitzenverbänden und den Krankenkassenverbänden in Bayern, in wie weit auch die laufenden Kosten z.B für die Anpassung der Technik in den Integrierten Leitstellen durch eine ergänzende staatliche Unterstützung verringert werden können. Die Investitionskosten der ILS werden dabei bis zu einer Höhe von 92,5% vom Freistaat Bayern erstattet. Die notwendige Erstausstattung der Feuerwehren mit Endgeräten wird mit einem Fördersatz von 80 % zuzüglich des Zubehörs ohne Einbaukosten gefördert. Die konkrete Ausgestaltung der Förderrichtlinie z.B. hinsichtlich der zu Grunde liegenden Bezugspreise sowie des Förderumfangs wird derzeit im Rahmen gemeinsamer Gespräche mit den Betroffenen abschließend erörtert. Der Freistaat Bayern steht uneingeschränkt zu den im Rahmen der Kostenvereinbarung 2009 getroffenen Zusagen betreffend der Finanzierung des Digitalfunks. Darüber hinaus prüft die Staatsregierung eine zusätzliche Unterstützung bei den nutzerseitig anfallenden Betriebskosten. Ergebnisse werden im zweiten Halbjahr 2012 vorliegen

Gesundheitliche Aspekte

Kaum ein anderer Bereich wurde in den vergangenen Jahrzehnten so intensiv wissenschaftlich untersucht wie der etwaige Einfluss elektromagnetischer Felder auf Mensch und Natur. Nach allen anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen gilt das TETRA-System des Digitalfunks - wie andere digitalen Funksysteme auch – bei Einhaltung der Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutz-Verordnung als gesundheitlich unbedenklich. Diese Grenzwerte, bei denen es sich bereits um Vorsorgewerte handelt, werden beim digitalen Einsatzfunk regelmäßig nur zu ei- nem äußerst geringen Prozentsatz (etwa 3%) ausgeschöpft

Pressemitteilung Regierung Oberbayern

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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