Fall "Pitzlloch": So entschied die Gemeinde

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Grabenstätt - Der Eigentümer des Hof "Pitzlloch" will seine Maschinenhalle nicht abreißen. Daher musste der Bauausschuss am Montag über eine Duldung des Gebäudes entscheiden:

Der Bauausschuss beschäftigte sich am Montagabend mit der umstrittenen Maschinenhalle in Grabenstätt. Für viel Diskussion sorgte das landwirtschaftlich genutzte Gebäude, weil der Bau zahlreiche Änderungen zum eigentlichen Bebauungsplan aufweist. So ist beispielsweise der Dachfirst höher als geplant, die Dachüberstände wurden verändert und es gibt mehr Fenster als ursprünglich geplant. Insgesamt unterscheidet sich die Tektur in zwölf Punkten von der Baugenehmigung.

Aber nicht nur deswegen rumorte es in der Gemeinde. Eigentlicher Streitpunkt ist der Hof "Pitzlloch". Kritiker werfen den Eigentümern - die auch eine Duldung für ihre Maschinenhalle wollen - vor, dass sie aus dem ehemals landwirtschaftlichen Anwesen eine Art "Event-Location" gemacht hätten - dabei jedoch keinerlei gastronomische Auflagen erfüllen würden. Genehmigungen für die Feiern würden nur temporär eingeholt. Nach Ansicht des "Vereins zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur VEBWK e.V." und des "Bayerischen Hotel-und Gaststättenverband/ DEHOGA Kreisstelle Traunstein" werde durch die "Salami-Taktik beim Antragstellen von zweckentfremdenden Vorhaben" die Schwarzgastronomie gefördert.

Doch zurück zum eigentlichen Thema, der Maschinenhalle mit Getreidetrocknung. Hier hatte zuletzt das Landratsamt die Gemeinde um eine Stellungnahme gebeten, ob man das Gebäude, mit seinen vielen Änderungen zum Bebauungsplan, dulden könne. Sollte dies nicht der Fall sein, werde eine Beseitigung der Halle angeordnet. Es ging also um viel für den Eigentümer.

Andreas Danzer (FW) meinte gleich zu Beginn der Diskussion: "Eine Duldung betrifft nur soziale Härtefälle und gilt auch nur vorübergehend." Daher könne er der Duldung nicht zustimmen. Weiter führte Danzer aus, dass der Eigentümer die Halle lediglich an den Sohn überführen müsse, da dieser privilegierter Landwirt sei. "Dafür ist der privilegierte Landwirt zuständig und nicht sein unprivilegierter Vater. Der Zweck ist die Landwirtschaft und da gehört es auch hin." Dieser müsse dann nur einen Antrag beim Landratsamt stellen, um die Genehmigung zu erhalten. Dem schloss sich auch Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe) an: "Wenn er das Gebäude seinem Sohn zuführt, dann steht das Ganze auf gesunden Füßen."

Maximilian Wimmer (CSU) entgegnete allerdings, dass eine Anordnung auf Beseitigung die Folge wäre: "Ich habe auch mein Problem mit Schwarzbau. Aber mir fehlt hier die Verhältnismäßigkeit, wenn die Halle deswegen abgerissen wird."

Bei der anschließenden Abstimmung wurde die Duldung mit 2:5-Stimmen abgelehnt. Somit muss nun das Landratsamt entscheiden, ob die Halle stehen bleiben darf, oder abgerissen werden muss.

Quelle: chiemgau24.de

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