Bahnverkehr nimmt wieder Fahrt auf

Landkreis - Die Züge im Nah-, Regional- und Fernverkehr verkehren nach Ende des GDL-Warnstreiks wieder, allerdings kommt es weiterhin zu Behinderungen.

Im Nah- und Regionalverkehr werden die Züge in den meisten Regionen gegen Mittag wieder fahrplanmäßig verkehren. Im Fernverkehr müssen Reisende noch bis in den Abend mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen, da die betroffenen Züge und auch das Personal erst nach einigen Stunden wieder an den vorgesehenen Einsatzstellen zur Verfügung stehen.

Mehrere Hundert Mitarbeiter sind seit den Morgenstunden zusätzlich im Einsatz. Verstärkt wurde vor allem das Service-Personal im direkten Kundenkontakt an den Bahnhöfen und bei der telefonischen Reisendeninformation. Auch in den Betriebszentralen und Transportleitungen, wo die Disposition von Mitarbeitern und Fahrzeugen erfolgt, sind zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt.

Die Deutsche Bahn empfiehlt Reisenden, sich weiterhin vor der Fahrt über die konkreten Auswirkungen des Streiks zu informieren. Hierfür bleibt bis auf Weiteres unter 08000 99 66 33 eine kostenlose Servicenummer geschaltet. Kunden im Ausland erhalten Informationen unter +49 1805 334444 (Gebühren je nach Herkunftsland und Provider). Details sind auch unter www.bahn.de/aktuell oder für Nutzer von mobilen Endgeräten unter m.bahn.de/ris erhältlich.

DB AG

80 Prozent der Züge ausgefallen oder massiv verspätet

Bundesweit sind heute von 6 bis 8 Uhr rund 80 Prozent der Züge der Deutschen Bahn (DB) und der sechs großen Schienenpersonennahverkehrsunternehmen – G6 – (Abellio GmbH, Arriva Deutschland GmbH, BeNEX GmbH, Keolis Deutschland GmbH & Co. KG, Veolia Verkehr GmbH und die Unternehmen der Hessischen Landesbahnen) ausgefallen oder haben sich massiv verspätet. So hat beispielsweise die S-Bahn Stuttgart komplett stillgestanden. Auch in Dresden ging nichts mehr. Da es in Ostdeutschland keine Beamten gibt, hat der Arbeitskampf hier stärkere Auswirkungen als im Westen, wo noch etwa 40 Prozent der DB-Lokomotivführer verbeamtet sind.

„Unsere Mitglieder haben wieder einmal bewiesen, wie sehr sie hinter unseren Zielen stehen und wie sehr sie kämpfen können“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. Die GDL fordert einen Flächentarifvertrag für die Lokomotivführer in Deutschland. Damit soll ein einheitliches Mindesteinkommen auf dem Niveau des Marktführers DB erreicht werden. Zu den Kernforderungen im Flächentarifvertrag gehört auch eine Absicherung bei unverschuldetem Verlust der Fahrdiensttauglichkeit, beispielsweise nach Suiziden.

Jetzt ist es an DB und den G6, der GDL schnellstens ein verhandlungsfähiges Angebot zu unterbreiten und damit die weitere Arbeitskämpfe abzuwenden. Die GDL wird nun auch die Urabstimmung einleiten. Diese geheime Briefwahl wird zwei Wochen dauern, so dass Anfang März die Auszählung erfolgen kann. Auch während dieser Zeit ist mit Warnstreiks zu rechnen. „Ob wir mit dem heutigen Arbeitskampf unserem Ziel ein Stück näher gerückt sind, können allein die Arbeitgeber beantworten. Siebenmonatige Verhandlungen, ohne einen Flächentarifvertrag tatsächlich abzuschließen, sind Grund genug, den Druck mit weiteren Arbeitskämpfen zu erhöhen“, so Weselsky.

Für Zugausfälle gib es kulant Geld zurück

Fahrgästen, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht antreten können, bietet die Deutsche Bahn aus Kulanz die Möglichkeit, ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten zu lassen. Alternativ können Reisende den nächsten, gegebenenfalls auch höherwertigen Zug nutzen.

In diesem Fall wird bei Angeboten wie dem Sparpreis auch die Zugbindung aufgehoben. Für Zeitkarten gelten die tariflichen Umtausch- und Erstattungsbedingungen. Für Verbundfahrkarten gelten die Regelungen der jeweiligen Verkehrsverbünde.

GDL

Quelle: rosenheim24.de

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