Ausschreitungen, Schlägereien, Notrufe

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Landkreis - Ganz und gar nicht weihnachtlich verliefen am Freitagabend einige Krampus-Veranstaltungen in der Region. Es gab wiederholt Ausschreitungen und Schlägereien:

Viele Menschen und eine teils leider nicht mehr weihnachtliche Stimmung waren Erscheinung und Nebenwirkung einiger Krampuss-Veranstaltungen in der Region. Hauptsächlich Jugendliche hatte der Nikolaus-Anlass am Freitagabend zum Reichenhaller Christkindlmarkt am Rathausplatz gezogen. Auch die Polizei war mit mehreren zusätzlichen Streifen im Einsatz. Wie die Stimmung und die Vorfälle zeigten, war dies nicht umsonst.

Ungeniert vor den Augen der Polizei begannen Jugendgruppen in der Poststraße wegen nicht weihnachtlicher Anlässe zu streiten und handgreiflich zu werden. Die Beamten mussten wiederholt einschreiten und die Jugendlichen trennen und ermahnen. Auch Krampusse wurden mehrmals angewiesen die „Brauchtumsschläge“ mit der Rute nicht zu übertreiben. Mehrmals wählten Passanten den Notruf, da Schlägereien und Ausschreitungen stattfanden.

Handfeste Keilerei - zwei Täter entkommen

Um 19.30 Uhr wurde eine Krampusspass von drei Männern direkt vor dem Rathausplatz zwischen den Hunderten von Besuchern angegriffen und es entstand eine nicht brauchtumsgerechte Keilerei, wobei die Krampusse getreten und an den Masken gezogen wurden. Die Polizei traf aufgrund der Hinweise dann einen der drei Männer an, der natürlich stark betrunken war und in Anwesenheit der Polizei jetzt den Streit mit einem anderen Besucher fortsetzte.

Unvermittelt schlug der 40-jährige Freilassinger dem 45-jährigen Traunsteiner mit der flachen Hand eine schallende Ohrfeige ins Gesicht, die den anderen in die Knie zwang. Der Täter wurde von der Polizei kurzzeitig in Gewahrsam genommen und trat dann die Heimreise mit dem Taxi an. Die anderen beiden Männer, die der Beschreibung nach kräftig waren und angeblich gebrochenes Englisch sprachen, waren bereits unerkannt verschwunden.

Mit Sturmhaube auf Kopf Personen angegriffen

Um 21.00 Uhr mussten die Beamten einen weiteren aggressiven Mann hinterher eilen. Er hatte nach den Angaben der Mitteiler mit einer ebenfalls nicht brauchtumsgereichten Sturmhaube auf dem Kopf andere Personen angegriffen. Der Mann konnte auf der Flucht ergriffen werden und wurde für einige Zeit in Polizeigewahrsam genommen. Nach der Anzeigenbearbeitung wurde er wieder entlassen. Vier Anzeigen wegen Körperverletzungen wurden aufgenommen. Glücklicherweise wurde bei allen unverständlichen und meist alkoholbedingten Aggressionen niemand ernsthaft verletzt.

Außerdem berichtet die Presseagentur Aktivnews, dass ein Vater, der seine elfjährige Tochter vor den wildgewordenen Krampussen beschützen wollte, dabei erheblich verletzt wurde. Er erlitt eine blutende Wunde am Bein, nachdem ein Krampuss massiv mit der Rute zugeschlagen hatte. Der Täter entkam unerkannt. Laut Aktivnews folgt nun eine Strafanzeige.

Mann bei Krampuslauf verletzt

Notarzt muss Krampusse behandeln

Auch in Marzoll ging es rund. Dort fand bereits am Donnerstagabend die traditionelle Krampussweihnacht im Schloss Marzoll statt. Obwohl diese eigentlich friedlich verlief, mussten der Notarzt und die Polizei nachts um drei Uhr ausrücken. Zwei Krampusse mussten mit Augenverletzungen behandelt werden.

Wie sich herausstellte hatte, ein Krampuss-Kollege beim Aufräumen mit einem Feuerlöscher Schwedenfackeln gelöscht und dann offenbar aus Übermut einen kurzen Sprühstoß in die offene Schankhütte gegeben, wo sich die zwei anderen befanden. Was wohl ein Scherz sein sollte, hinterließ starke Wirkung. Die beiden wurden zur Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Ausschreitungen auch in Berchtesgaden

Wie die Presseagentur Aktivnews berichtet, soll es auch beim Krampuslauf in Berchtesgaden am Freitag zu Ausschreitungen gekommen sein. Am Schlossplatz seien einem Opfer, das von den Krampussen zuvor offenbar gezielt ausgewählt worden war, mit zwei Ruten mehr als 20 heftige Schläge verpasst worden, obwohl es sich bereits vor Schmerzen gekrümmt haben soll. Viele Menschen hätten entsetzt reagiert und die Polizei gerufen haben.

Traditioneller Krampuslauf in Berchtesgaden

Wie Aktivnews weiter berichtet, kam es bei der Post-Filiale wenig später offenbar zu einem weiteren Zwischenfall. Dort soll sich ein Passant äußerst aggressiv verhalten haben. Er soll bis zum Eintreffen der Polizeikräfte von Krampussen festgehalten worden sein.

Krampuslauf im BGL

Pressemeldungen Polizei Bad Reichenhall/Aktivnews/redbgl24/mw

Quelle: BGland24.de

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