A8-Planungsdialog "eine Farce"

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Landkreis - Die Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative „Ausbau A8 - Bürger setzen Grenzen“ stand ganz im Zeichen des Ergebnisses des Planungsdialoges zum Ausbau der A8.

"Bei dem Planungsdialog hätten offiziell angeblich alle Interessengruppen ihre Vorschläge zum Ausbau der Autobahn Rohrdorf-Freilassing einbringen können. Die Teilnehmer der Bürgerinitiative hatten dies jedoch ganz anders erlebt", wie sie nun der Versammlung berichteten.

So beklagte Josef Fortner aus Achenmühle, dass der von der Bürgerinitiative eingebrachte - viel kostengünstigere - Vorschlag bereits in der zweiten von neun Arbeitsgruppen-Sitzungen je Landkreis ausgeschlossen worden sei, obwohl bis dahin die Bewertungskriterien für die eingebrachten Varianten noch gar nicht verabschiedet gewesen wären.

Die Bürgerinitiative hatte gefordert, lediglich Standstreifen anstatt weiterer Fahrbahnen anzubauen, dazu ein streng überwachtes Tempolimit zu erlassen und das eingesparte Geld in einen besseren Lärmschutz, als den gesetzlich vorgeschriebenen Standard zu investieren. Das Tempolimit könne dabei die Verkehrskapazität weit genug anheben, verbessere den Lärmschutz, vor allem auch für höher gelegene Siedlungen, und erhöhe auch noch Verkehrssicherheit und Schadstoffschutz. Untermauert war dieser Vorschlag nicht zuletzt durch ein vom Bund Naturschutz erstelltes Gutachten, das eindeutig feststellt, dass das langfristig prognostizierte Verkehrsaufkommen im ganzen Bereich mit zwei Spuren abgedeckt werden kann.

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Für den landschaftlich besonders sensiblen Bereich am Chiemsee wies Sepp Genghammer aus Bernau auf die zerstörerische Wirkung eines Ausbaus wie jetzt geplant mit drei Fahrbahnen pro Richtung plus Standstreifen hin. Eine Verdopplung der Autobahnbreite und bis zu acht Meter hohe Lärmschutzbauwerke könnten durch den Vorschlag der Bürgerinitiative wenigstens teilweise vermieden und die einmalige Landschaft damit geschont werden. Auch das sei aufgrund der frühen Festlegung in den Planungsdialog überhaupt nicht mehr eingeflossen.

Das alles gelte auch für den Bereich im Landkreis Traunstein, ergänzte Hubert Reiter aus Vachendorf, der unter anderem dort am Planungsdialog teilnahm. Die ungeprüfte Ablehnung des Vorschlags der Bürgerinitiative habe den Plaungsdialog zur Farce gemacht, zu einem reinen Mittel der Bürgerberuhigung. Außerdem habe Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing und damit einer weiteren, insbesondere für den Ferngüterverkehr relevanten Parallelstrecke angekündigt, sodass die Kapazität der A8 mit je zwei Richtungsfahrbahnen erst recht langfristig ausreichen werde.

Ähnlich äußerten sich auch Bernhard Zimmer aus Piding und Bernhard Koch aus Anger zu ihren Erlebnissen im Planungsdialog Berchtesgadener Land. Gerade auch das Nutzen-Kosten-Verhältnis eines 6+2-Ausbaus werde Richtung Landesgrenze aufgrund der prognostizierten Verkehrszahlen immer schlechter. Sie stellten darüber hinaus fest, dass es entlang der ganzen Strecke unter den Anwohnern angesichts der geplanten Landschaftsverschandelung und des nun vorgesehenen, völlig unzureichenden Lärmschutzes brodele.

In der Diskussion über das weitere Vorgehen kündigte die 1. Vorsitzende der Bürgerinitiative, Marlis Neuhierl-Huber aus Siegsdorf, an, dass die Bürgerinitiative einerseits eine verstärkte Information der Öffentlichkeit und der beteiligten Politiker, gerade auch in der Kostenfrage plane und damit den Druck erhöhen werde. Andererseits werde man sich aber auch schon mal finanziell und juristisch auf die Planfeststellungsverfahren vorbereiten.

Sepp Genghammer rief zu besonderer Wachsamkeit im Bereich Rohrdorf bis Bernauer Berg auf. Auch wenn im übrigen Bereich bereits Brücken aufgrund der schlechten Bausubstanz erneuert würden, sei der Rosenheimer Abschnitt im vordringlichen Bedarf. Und damit werde es, wenn aufgrund der Mittelknappheit überhaupt möglich, als erstes hier ernst werden.

Pressemitteilung Bürgerinitiative Ausbau A8 - Bürger setzen Grenzen

Quelle: rosenheim24.de

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