Auch in Bayern fehlt's an Lebensrettern

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München - "In Sachen Organspende ist Deutschland ein Entwicklungsland“, sagte Thomas Breidenbach. Der Arzt weiß wovon er spricht - und klärt über das Lebensretter-Dasein auf.  

Unter dem Motto “In jedem steckt ein Lebensretter“ rufen die deutschen Apotheken zur Organspende auf. Zum “Tag der Apotheke“, am 9. Juni legen sie in Kooperation mit der deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Spenderausweise und Broschüren aus.

Einer Umfrage zufolge fühle sich jeder zweite Bürger über das Thema nicht genügend aufgeklärt. “In Sachen Organspende ist Deutschland ein Entwicklungsland“, sagte Thomas Breidenbach, Geschäftsführender Arzt der DSO am Dienstag in München. Während Patienten in anderen europäischen Ländern im Schnitt sechs Monate auf ein Organ warteten, seien es in Deutschland sechs bis sieben Jahre. Nach dem deutschen Transplantationsgesetz gilt nur der als potenzieller Spender, der einen entsprechenden Ausweis besitzt.

Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) sprach sich am Dienstag erneut für die Einführung der Widerspruchsregelung aus. Dann wäre jeder ein potenzieller Organspender, sofern er dem nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widerspricht. In anderen Ländern funktioniere diese Regelung sehr gut. Obwohl 80 Prozent der Deutschen nach Umfragen bereit seien, nach ihrem Tod Organe zu spenden, besäßen nur etwa 18 Prozent einen Ausweis. Mehr als 12.000 Menschen warten laut DSO auf ein neues Organ. Weil in vielen Fällen kein passendes gefunden werden kann, sterben hierzulande drei auf eine Transplantation Wartende täglich.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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