Prozessauftakt nach fragwürdigem Polizeieinsatz

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Ein Foto dokumentiert die Verletzungen im Gesicht, die der damals 52-Jährige aus Wasserburg davon getragen hatte.

Rosenheim - Hatte ein Polizist einen Mann misshandelt? Die Vorfälle in der Silvesternacht 2012 vor einer Wasserburger Bar gilt es nun für das Amtsgericht Rosenheim zu prüfen.

Am Amtsgericht in Rosenheim begann am Freitag der Prozess gegen einen 35-jährigen Polizisten aus Wasserburg. Er soll in der Silvesternacht 2012 gegen einen damals 52-Jährigen unverhältnismäßige körperliche Gewalt angewendet haben. Es könne zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass auch der Geschädigte handgreiflich geworden sei - für die Staatsanwaltschaft steht aber fest: Der Polizeibeamte hätte aufgrund seiner "ausbildungsmäßigen Überlegenheit" auf andere Verteidigungsmethoden zurückgreifen können. So berichtet das Oberbayerische Volksblatt in seiner heutigen Ausgabe.

Die Ereignisse der Silvesternacht 2012:

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Wie rosenheim24.de im Januar 2013 berichtete, war es in der Silvesternacht vor einer Wasserburger Bar zu einem Einsatz gekommen. Der 52-Jährige sei damals als Unbeteiligter dazu gestoßen und habe die Beamten auf ihren in seinen Augen zu groben Umgangston aufmerksam gemacht. Daraufhin sei der Mann überwältigt, zu Boden gebracht und gefesselt worden. Nach Darstellung des Geschädigten, folgten mehrere Faustschläge im Polizeiauto. Zudem habe der Beamte seinen Arm gegen den Hals des damals 52-Jährigen gedrückt, ihn beleidigt und seine Arme seien durch die Fixierung mehrfach stark überdehnt worden. Auch auf der Dienststelle hätten die Übergriffe nicht aufgehört: Der Mann sei mehrfach gegen die Wand gedrückt worden, er hätte sich dann bis auf die Unterhose ausziehen müssen und sei erneut zu Boden gebracht und fixiert worden.

Foltermethoden im Mittelalter

In der Verhandlung am Freitag schilderte der Geschädigte laut OVB Heimatzeitungen, dass ihn diese Vorgehensweise an "Foltermethoden im Mittelalter" erinnere. Er sei der Willkür der Beamten ausgeliefert gewesen. Ein später durchgeführter Alkoholtest ergab beim Mann einen Wert von 0,34 Promille.

Der Prozess wird am Dienstag am Amtsgericht fortgesetzt. Der beschuldigte Beamte wollte sich bislang nicht zu den Vorwürfen äußern.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf ovb-online.de oder in den OVB Heimatzeitungen.

Quelle: rosenheim24.de

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