Angeklagt: Frau ermordet Ehemann?

Mit Kopfschuss getötet - Ehefrau vor Gericht

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Susanne R. vor Gericht mit ihren Anwälten. Die Frau soll ihren Mann mit einem Kopfschuss getötet haben.

Amberg - Mit einer Schrotflinte soll eine Frau in Pfreimd ihren Mann heimtückisch erschossen haben. Seit Montag muss sie sich wegen Mordes vor Gericht verantworten.

Eine 35-Jährige, die ihren Mann ermordet haben soll, hat sich am Montag vor dem Landgericht Amberg in Schweigen gehüllt. Die Staatsanwaltschaft wirft der Realschullehrerin vor, den Fuhrunternehmer aus Habsucht mit einem Kopfschuss getötet zu haben. Der Mann hatte der Angeklagten kurz zuvor mitgeteilt, sich von ihr trennen zu wollen. Laut Anklage wollte sich die Frau aus Pfreimd (Landkreis Schwandorf) das Vermögen und den Betrieb ihres Ehemannes sichern.

Der 39-jährige Speditionsunternehmer war im April 2012 im Keller des gemeinsamen Hauses tot aufgefunden worden. Sein Schädel war von einem Schuss mit einer Jagd-Schrotflinte zertrümmert. Die Polizei war zunächst von einem Unfall oder Suizid ausgegangen. Nach umfangreichen Rekonstruktionen des Vorgangs im Keller und nach gerichtsmedizinischen Gutachten kamen die Ermittler aber auf die Spur der Ehefrau.

Die Lehrerin hatte sich kurz nach ihrer Verbeamtung berufsunfähig gemeldet und seit ihrer Heirat im April 2011 ein laut Anklage „angenehmes, finanziell abgesichertes Leben als Gattin eines Speditionsunternehmers“ geführt. Im Ehevertrag war sie als Alleinerbin des wirtschaftlich gesunden Speditionsunternehmens genannt worden. Zudem hatte ihr Mann zwei Lebensversicherungen im Wert von insgesamt 150 000 Euro. Begünstigte im Fall seines Todes: seine Ehefrau.

Schon ab Herbst 2011 begann es in der Ehe zu kriseln. Der Mann stellte seiner Frau ein Ultimatum: Bis zum 1. Mai 2012 solle sie ausziehen. Laut Staatsanwaltschaft plante die Angeklagte daraufhin, ihren Ehemann umzubringen. Ihr sei bewusst gewesen, dass sie im Falle der Scheidung keinerlei Ansprüche gegen ihren Ehemann mehr gehabt hätte und sie allein von ihrer Berufsunfähigkeitsrente nicht hätte leben können.

Die Frau wollte sich zu diesen Vorwürfen zum Prozessauftakt nicht äußern. Aus ihren früheren Angaben geht hervor, dass das Paar noch am Tag des Todes des Fuhrunternehmers gemeinsam auf der Jagd gewesen war. Gemeinsam fuhren sie demnach zurück zu ihrem Anwesen in Pfreimd. Dort habe die Frau noch die Hunde in den Zwinger gebracht, sich dann geduscht und im Wohnzimmer Fernsehen geschaut. Schließlich sei ihr aufgefallen, dass sie ihren Mann schon länger nicht mehr gesehen habe. Sie habe ihn im Kellerraum inmitten einer Blutlache gefunden und die Polizei alarmiert.

Die Angeklagte sitzt seit Oktober 2012 in Untersuchungshaft. Das Gericht hat 16 weitere Verhandlungstage bis zum 7. Oktober angesetzt.

dpa

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