Ainringerin kämpft am CSU-Parteitag gegen Frauenquote

Hannah Lotze: "Jede Frau, die was kann, wird was!"

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Hannah Lotze schaffte es mit ihrem Auftritt beim CSU Parteitag sogar in die 20 Uhr Nachrichten.
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Ainring - Seit sie 14 Jahre alt ist, engagiert sich Hannah Lotze in der Jungen Union, mit 16 Jahren dann auch in der CSU. Jetzt ist sie auf dem CSU-Parteitag mit ihren Äußerungen ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.

Heimat ist ihr wichtig. "Da haben die Leute noch vernünftige Ansichten, weil's Handwerker san, weil's Bauern san, weil's guade vernünftige Leid san, die mal Klartext reden", bekräftigt Hannah Lotze in einem Video der JU Oberbayern. Dort ist sie Schriftführerin, im JU-Kreisverband Berchtesgadener Land ist sie stellvertretende Vorsitzende. Seit 2011 engagiert sich die 22-Jährige in der JU, seit 2013 auch in der CSU.

Die Ainringerin engagiert sich, um Einfluss auf die Politik zu haben. "Junge Leute haben oft einen eigenen Blick auf die Dinge, die alteingesessene Abgeordnete vielleicht nicht mehr haben. Es lohnt sich, dass wir uns einbringen", ist sie überzeugt. Deshalb will sie sich bei der Kommunalwahl 2020 auch für die Liste der CSU Ainring für den Gemeinderat und für die Kreistagsliste der CSU Berchtesgadener Land aufstellen lassen.

Im Dirndl fühlt sich Hannah Lotze wohl, es ist Heimat für sie.

Dass Hannah Lotze nicht auf den Mund gefallen ist und sich nicht einschüchtern lässt, hat sie jetzt beim CSU-Parteitag in München bewiesen. Während der Debatte um die Frauenquote stellte sich für sie eine Frage, die die 22-Jährige einfach an den Parteivorstand weitergeben wollte. Bis sie allerdings mit ihrer Wortmeldung an der Reihe war, nahm die Diskussion so Fahrt auf, dass auch Hannah Lotze noch einige Argumente gegen die Frauenquote vorbringen wollte.

Drei Punkte sprechen aus ihrer Sicht für die Streichung der Frauenquote:

  • "Wir kriegen nicht mehr Frauen in die CSU nur weil mehr Frauen in den Kreisvorständen sind. Unsere Wählerinnen sind nicht der Typ Frau, der in eine Partei geht. Sie sind im vorpolitischen Raum aktiv, im Pfarrgemeinderat, im Elternbeirat, beim Roten Kreuz."
  • "Frauen zögern eher, wenn sie ein Amt angeboten bekommen. Schaff ich das mit Beruf, Kindern und Familie. Überspitzt formuliert, die Frau überlegt erst, ob sie es kann und sagt dann ja, der Mann sagt ja und überlegt dann, ob er es kann."
  • "Kein Ortsvorsitzender oder Kreisvorsitzender kann es sich leisten, eine Frau, die was kann, die was will und was auf dem Kasten hat, hinten anstehen zu lassen. Dieses Narrativ vom bösen Mann, der keine Frau hochkommen lassen will in die Vorstände, das stimmt einfach nicht. Jede Frau, die was kann, wird was in dieser Partei."

Genauso hat Hannah Lotze ihre Argumente beim CSU-Parteitag vorgebracht und tosenden Applaus geerntet. Sie schien selbst von der Begeisterung der Parteimitglieder überrascht. "Landtagsabgeordnete sind auf mich zugekommen, sogar Peter Ramsauer hat mir zu meinen Argumenten gratuliert." Völlig fremde Leute zeigten sich von Hannahs Aussagen begeistert und sagten ihr das auch. "Auch über Facebook und WhatsApp habe ich nur Zuspruch bekommen."

Ab Minute 26 kommt Hannah Lotze beim CSU Parteitag zu Wort:

Keine drei Minuten dauerte Lotzes Auftritt beim Parteitag und scheint doch etwas ausgelöst zu haben. Aus der Frauenquote ist ein Soll-Vorschlag geworden. Vielleicht erreicht die 22-Jährige selbst mal die Abschaffung auch dieser Variante. Vorerst will die Jura-Studentin aber in ihrer Heimat Ainring und dem Berchtesgadener Land was bewegen. Als mögliche Kandidatin für Gemeinderat und Kreistag will sie ihr Engagement ausdehnen. Ob es danach in die große Politik geht, weiß sie noch nicht.

"Mein Ziel ist erst einmal das erste Staatsexamen. Dann hoffe, ich, dass ich mein Referendariat daheim machen kann. Was dann kommt, wird man sehen.Auf alle Fälle will ich in der Region bleiben." Denn Heimat ist ihr wichtig, die Berge, die Bräuche, die Tracht.

cz

Quelle: BGland24.de

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