Föhn und andere Unannehmlichkeiten

Landkreis - Kopfschmerzen und Müdigkeit: Wenn das Wetter umschlägt, leiden viele Menschen gesundheitlich darunter. Eine neue Studie will dem auf den Grund gehen und sucht Teilnehmer.

Sie bekommen bei Föhn Kopfschmerzen, fühlen sich schlapp, wenn das Wetter umschlägt oder spüren bei bestimmten Wetterkonstellationen eine Operationsnarbe: Bei Umfragen geben regelmäßig fast 50 Prozent der Deutschen an, wetterfühlig zu sein. Doch obwohl das Phänomen weit verbreitet ist, gibt es nur wenige Langzeitstudien, die dem Problem auf den Grund gehen. Eine neue Studie will dem abhelfen und sucht dafür noch Teilnehmer.

Das Wetter hat es Christian König angetan. Schon von Kindesbeinen an ist er von dem Thema fasziniert, beschäftigte sich später als Forstwissenschaftler mit den Auswirkungen von Extremwetterlagen auf den Wald, bevor er auf Wetterexperte fürs Radio umsattelte. Heute versorgt er mit seiner Agentur Wetter-Klima-Umwelt in Erding Privatradiosender mit Wetterbeiträgen und Prognosen. Für den Forschungskreis Geobiologie Hartmann e.V. führt König nun ein Forschungsprojekt durch, das sich mit der Wetterfühligkeit beschäftigt.

"Viele Menschen machen die Erfahrung, dass sie auf bestimmte Wetterphänomene mit wiederkehrenden Symptomen reagieren", sagt König. Gerade solche Menschen sucht König und hofft auch auf Teilnehmer aus der Region. Denn aus Sicht eines Wetterforschers ist der Landkreis Rosenheim ein spannendes Gebiet, vor allem der Chiemgau und das Inntal. "Hier gibt es nicht nur Föhnlagen, sondern auch andere interessante Phänomene wie etwa den Erler Wind", erklärt König.

Das Problem von Wetterstudien: Es gibt viele Wettersituationen und jeder Mensch empfindet subjektiv. "Das macht solche Studien komplex und kompliziert", weiß König. Für seine Studie werden zunächst Wetterlagen beobachtet, in bestimmte Klassen eingeteilt und regional festgehalten. Diese Beobachtungen werden dann mit den anonymisierten Aufzeichnungen der Studienteilnehmer abgeglichen, um so zu belastbaren Aussagen zu kommen. König freut sich über jeden Teilnehmer, warnt aber auch, dass die Sache mit einem gewissen Aufwand verbunden ist, weil jeder Tag mit beeinträchtigter Befindlichkeit festgehalten werden muss. Die Studie läuft seit Anfang 2012 und wird bis in den Herbst 2013 durchgeführt.

Doch wie kann das Wetter überhaupt auf den menschlichen Organismus wirken? König verweist auf die Spherics-Theorie. Spherics sind unterschiedlich starke elektro-magnetische Entladungen in der Wetterschicht der Atmosphäre, meist ausgehend von Wolkenfronten, Schauern und Gewittern - in ihrer spektakulärsten Endform als Blitze. Doch schon vorher gibt es schwächere Vorentladungen, die Spherics. "Diese Vorentladungen haben Auswirkungen auf die Nervenenden", ist König überzeugt. So erklärt er auch, warum sich Narben bei manchen Wetterlagen bemerkbar machen oder sogar Phantomschmerzen entstehen: "Das sind Schwachpunkte am Körper, wo die Entladungen angreifen können."

Wer sich für eine Teilnahme an der Wetterstudie interessiert, kann Kontakt aufnehmen per E-Mail unter pool@wetterfuehligkeit.eu oder telefonisch unter der Nummer 0175 / 2407553.

ku/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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