Bund Naturschutz nicht von Plänen überzeugt

Widerstand gegen sechsspurigen A8-Ausbau bleibt

  • schließen

Landkreis - Vertreter des Bundes Naturschutz sind dabei gewesen, als im Frühjahr die Einwände gegen den geplanten A8-Ausbau erörtert worden sind. Deren Standpunkt, dass vier Spuren plus Standstreifen genügen, hat sich dadurch nur noch verstärkt.

LViele Meinungen gibt es zum geplanten A8-Ausbau zwischen Rosenheim und Salzburg. Manche halten den Ausbau auf sechs Spuren plus Standstreifen für längst überfällig. Andere hingegen meinen, dass vier Fahrbahnen plus zwei zusätzliche Pannenspuren genügen, wenn die Standstreifen im Fall hohen Verkehrs zugeschaltet werden können.Lkdna

Auch der Bund Naturschutz steht bei der Diskussion im Fokus, da die Gruppe sich für letztere Variante einsetzt. Zum Unverständnis vieler. Auch der Termin im Frühjahr, als die Einwände gegen das Projekt in Rohrdorf erörtert worden sind, hat nichts an der Meinung des Bundes Naturschutz geändert, wie Peter Kasperczyk erklärt, der Vorsitzender der Kreisgruppe Rosenheim ist.

Weitere Informationen

Die Kreisgruppe Rosenheim war durch den 1. Vorsitzenden und der Landesverband des Bundes Naturschutz durch den Regionalreferenten für Oberbayern bei dem Termin im März vertreten. "Die in der Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren genannten Einwendungen wurden mündlich vorgetragen und von der Autobahnverwaltung mit den bekannten Argumenten abgelehnt", erklärt Peter Kasperczyk. "Etwaige Unklarheiten und Missverständnisse konnten im Erörterungstermin ausgeräumt werden."

Widerstand gegen sechs Spuren bleibt

Im Fazit bedeutet das, dass die Vertreter des Bundes Naturschutz nicht erwarten, dass die Pläne der Autobahndirektion Südbayern sich noch wesentlich ändern. Erst wenn der Planfeststellungsbeschluss vorliegt, wird aber klar sein, welche von den Einwänden aufgenommen worden sind. "Dennoch halten wir den Erörterungstermin für sinnvoll, da die Regierung von Oberbayern als Genehmigungsbehörde den Termin leitet und bei unklaren, widersprüchlichen Aussagen entsprechend nachfasst", sagt Peter Kasperczyk.

Am Standpunkt der Kreisgruppe hat sich jedoch nichts geändert. Diese habe sich eher noch verstärkt. Die Vertreter des Bundes Naturschutz halten den Ausbau von vier auf sechs Fahrbahnen plus Standstreifen in jede Fahrtrichtung für unnötig. Und das auch ohne Bau des Brenner-Basistunnels und Ausbau des Brenner-Nordzulaufs.

Die Naturschützer plädieren nach wie vor für einen Ausbau der vier Spuren plus zwei Standstreifen. Diese sollen als Fahrbahnen mit genutzt werden, wenn es die Menge an Verkehr erfordert. "Damit kann das für 2025 prognostizierte Verkehrsaufkommen am mehr als 85 Prozent der Tage eines Jahres ohne Beeinträchtigung bewältigt werden", erklärt Peter Kasperczyk.

Außerdem müsse bedacht werden, dass sowohl Güter-, als auch Personenverkehr sich zunehmend auf die Schiene verlagern könnte. Dadurch würde es weniger Verkehr auf den Straßen geben und somit auch der A8 als Hauptverkehrsader durch die Region. "Der Bund Naturschutz hat deshalb bei der Erörterung einen Stopp des Planfeststellungsverfahrens und eine Überprüfung der Auswirkungen des Brenner-Nordzulaufes und des damals in der Diskussion befindlichen Ost-Korridors auf die A8 gefordert", sagt Peter Kasperczyk.

Wenn es keine andere Möglichkeit mehr geben sollte, hat der Bund Naturschutz bereits in der Vergangenheit mehrfach angekündigt gegen das Projekt zu klagen.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser