15-Kilometer-Radius, Kontakte, Schulen und Reisen

Diese knallharten Corona-Regeln gelten ab 11. Januar in Deutschland

Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Söder
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Kanzlerin Merkel (CDU, rechts) und Bayerns Ministerpräsident Söder.

Berlin/München - Am Dienstag, 5. Januar, haben sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder beim nächsten Bund-Länder-Gipfel auf eine Verlängerung des harten Lockdowns in Deutschland geeinigt. Welche knallharten Corona-Regeln jetzt noch gelten:

Im Vorfeld der Beratungen, die sich um mehrere Stunden verzögerten und am Ende stundenlang dauerten (News-Ticker Dienstag, 5. Januar), waren bereits erste Details durchgesickert. Größte Streitpunkte waren die sogenannte „Umgangsbeschränkung“ sowie das Vorgehen bei Schulen und/oder Kitas. Am Abend haben Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) die Entscheidungen dann der Öffentlichkeit vorgestellt. Laut Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) treten die Regelungen am 11. Januar, 0 Uhr, in Kraft.


rosenheim24.de hat die neuen Corona-Regeln im Überblick zusammengefasst!

Lockdown-Verlängerung:


Der harte Lockdown wird bis mindestens zum 31. Januar verlängert. Die bislang geltenden Maßnahmen (vom 13. Dezember 2020), wie Schließungen von Geschäften, Restaurants, Kinos etc. werden aufrechterhalten. Zudem gibt es weitere Verschärfungen und Konkretisierungen. Am 25. Januar wollen Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten dann erneut zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Kontaktbeschränkungen:

Die Kontaktbeschränkungen werden nochmals verschärft. Private Zusammenkünfte werden dahingehend beschränkt, dass man sich ab sofort nur noch mit einer haushaltsfremden Person treffen darf. Das ist die Rückkehr zu der Maßnahme, die bereits im März/April 2020 gegolten hatte. Betriebskantinen werden geschlossen, nur noch ein Verkauf „To Go“ wird erlaubt. Merkel appellierte an die Arbeitgeber, die Home-Office-Regelungen weiterhin großzügig zu handhaben.

Umgangsbeschränkung / 15-Kilometer-Regel:

In Hotspots - also in Städten/Landkreisen, in denen die 7-Tage-Inzidenz den Wert von 200 übersteigt - wird die Bewegungsfreiheit der Menschen auf einen Radius von 15 Kilometern um den eigenen Wohnort herum eingeschränkt (Umgangsbeschränkung). Merkel betonte ausdrücklich, dass dabei nach Wohnort und nicht nach Wohnadresse gerechnet werde. Der Radius darf nur bei Vorliegen eines triftigen Grundes überschritten werden. „Tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar“, betonten die Verantworten in diesem Zusammenhang. Zuletzt hatte es wiederholt Meldungen über Corona-Chaos an verschiedenen beliebten Ausflugszielen (zum Beispiel am Schliersee und Spitzingsee) in der Region gegeben.

Der 15-Kilometer-Radius um den eigenen Wohnort herum kann auf dieser Karte eingezeichnet werden: https://www.calcmaps.com/de/map-radius/

Schulen und Kitas:

Schulen und Kindertagesstätten bleiben - auch in Bayern - bis mindestens zum 31. Januar komplett geschlossen. Eine Not-Betreuung im Freistaat soll eingerichtet werden. Wenn es Eltern nicht gelingt, eine entsprechende Betreuung ihrer Kinder zu gewährleisten, kann ein zusätzliches Kinderkrankengeld in Anspruch genommen werden - und zwar jeweils 10 Tage pro Elternteil.

Impfungen:

Bis spätestens Mitte Februar sollen sich alle Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen impfen lassen können. Bis zum 1. Februar sollen etwa vier Millionen Impfdosen ausgeliefert worden sein.

Alten- und Pflegeheime:

Das Personal in stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen muss mehrmals pro Woche getestet werden. In Städten/Landkreisen mit erhöhten Fallzahlen müssen Besucher einen negativen Coronatest vorweisen.

Reisen / Einreisen:

Auch für Reiserückkehrer werden die Zügel deutlich angezogen. Es gilt jetzt eine doppelte Testpflicht. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, muss sich entweder sofort an der Grenze testen lassen oder einen negativen Test vorweisen, der maximal 48 Stunden alt sein darf. Darüber hinaus muss der Betroffene im Anschluss für mindestens fünf Tage verpflichtend in Quarantäne, ehe ein sogenanntes „Freitesten“, ähnlich der Regelung in Österreich, möglich wird. Die Situation an den Grenzen bereite ihm „große Sorgen“, betonte Söder in diesem Zusammenhang. Die Bundespolizei werde die entsprechenden Kontrollen ausweiten, hieß es von Seiten der Kanzlerin.

mw/mh

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