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Regeln beachten

Stau auf der Autobahn – nur in einem Fall ist Wenden bei Stillstand erlaubt

Ein Stau ist immer nervig – besonders bei Hitze und auf dem Weg in den Urlaub. Doch auch bei Stillstand gelten auf der Autobahn bestimmte Regeln.

Die Autofahrt in den Urlaub ist – vor allem mit Kindern – zumeist ein echter Kraftakt. Ein Stau kann dann so eine ohnehin anstrengende Reise endgültig zum Horrortrip machen. Wer die Möglichkeit hat, versucht natürlich der Blechlawine zu entkommen – und fährt beispielsweise nicht an den Hauptreisetagen oder er startet die Fahrt nachts. Allerdings hilft auch das nicht immer – und man landet am Ende dann doch im Stau. Doch darf man in Deutschland auf der Autobahn einfach aussteigen, wenn länger nichts mehr geht? Oder vielleicht sogar rückwärts bis zur nächsten Ausfahrt fahren?

Besonders zur Urlaubszeit drohen auf der Autobahn lange Staus. (Symbolbild)

Stau auf der Autobahn – Nur in einem Fall ist Wenden erlaubt

Ganz wichtig: Sobald der Verkehr stockt, eine Rettungsgasse bilden. Denn oft ist der Grund für den Stau ein Unfall – und für die Opfer zählt jede Sekunde. Die Rettungsgasse wird immer zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen gebildet. Verweigerer kann das teuer zu stehen kommen, die Strafen wurden drastisch erhöht: Mindestens 200 Euro Geldbuße werden fällig, dazu gibt es zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Wer die Rettungsgasse zum eigenen Vorankommen nutzt, muss mindestens 240 Euro zahlen.

Stau auf der Autobahn – Aussteigen ist verboten

Besonders nach langer Fahrt und bei großer Hitze hält man es im Auto im Stau oft kaum noch aus. Nur zu gerne möchte man sich ein wenig die Beine vertreten, wenn der Verkehr längere Zeit komplett zum Erliegen kommt. Doch Vorsicht: Laut Straßenverkehrsordnung (StVO §18 Abs. 9) ist Fußgängern das Betreten der Autobahn verboten – höchstens zur Sicherung einer Unfallstelle. Laut ADAC ist die Polizei jedoch bei längeren Störungen oft nachsichtig. Dennoch raten die Experten dringend von ausgiebigen Spaziergängen ab. Man sollte immer in der Nähe des Autos bleiben – und darf bei einem Unfall keinesfalls die Rettungskräfte behindern.

Stau auf der Autobahn – Der Standstreifen ist tabu

Wenn der Verkehr auf der Autobahn stockt, darf man unter bestimmten Voraussetzungen auch rechts überholen. Der Standstreifen der Autobahn ist für Pannenfahrzeuge reserviert. Nutzt man diesen, um dadurch schneller zur nächsten Ausfahrt oder zum nächsten Parkplatz zu kommen, drohen 75 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Auch in diesem Fall gibt es eine Ausnahme: Und zwar wenn Verkehrsschilder explizit die Nutzung des Standstreifens freigeben.

Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen

Streit um Tempolimit für Ortsdurchfahrt
Zum 9. November 2021 ist der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Wer innerorts 16 bis 20 Stundenkilometer zu schnell fährt und geblitzt wird, zahlt statt wie früher 35 nun 70 Euro. © Sebastian Gollnow/dpa
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder.
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder. © Uwe Anspach/dpa
 Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. M
Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläuterte.
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläutert hatte. Dies gelte dann, wenn Radfahrer vorschriftswidrig auf einem Gehweg fahren.  © Paul Zinken/dpa
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)  © Swen Pförtner/dpa
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen.
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen. (Archivbild/Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.
Wer keine Rettungsgasse bildet oder die sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.  © Patrick Seeger/dpa
Polizei-Kontrollaktion zu Drogen und Alkohol
Lkw-Fahrer, die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten. (Archivbild/Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa
Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.
Auto-Poser aufgepasst: Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.  © Patrick Pleul/dpa

Stau auf der Autobahn – Nur wenden, wenn die Polizei dazu auffordert

Nicht nur hochgefährlich, sondern auch verboten ist es, auf der Autobahn rückwärts zu fahren oder zu wenden. Es gibt nur eine Ausnahme: Und zwar wenn die Polizei Autofahrer konkret dazu auffordert, was beispielsweise bei längeren Vollsperrungen der Fall sein kann. Wer sich nicht daran hält, riskiert Geldbußen von bis zu 200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Wie es definitiv nicht geht, zeigt ein Video von einem Stau auf einer US-Autobahn.

Smartphone-Nutzung ist für den Fahrer bei laufendem Motor verboten

Übrigens ist auch im Stau für den Fahrer die Nutzung des Smartphones ohne Freisprechanlage verboten – solange der Motor läuft. Wer es trotzdem macht, dem drohen mindestens 100 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot. Und auch für Motorradfahrer ist ein Stau kein Freifahrtschein: Das Durchschlängeln zwischen den Fahrzeugen ist verboten. Erlaubt wäre lediglich, links zu überholen – doch aufgrund von Platzmangel (gerade bei einer gebildeten Rettungsgasse) ist das in der Praxis kaum möglich.

Rubriklistenbild: © Rolf Poss/Imago

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