Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Dank Tankrabatt

Spritpreis: E10 wieder auf Vorkriegsniveau – Diesel bleibt teuer 

Der Liter Super E10 kostet dank des Tankrabatts wieder so viel wie vor Kriegsbeginn. Diesel-Fahrer zahlen indes weiter mehr als noch im Februar.

Update vom 29. Juli, 10:30 Uhr: So mancher Autofahrer dürfte sich seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs das ein oder andere Mal schweren Herzens die Zapfsäule angesteuert haben. Doch seit einigen Wochen befinden sich die Spritpreise im Sinkflug. So hat Benzin der Sorte E10 wieder auf das Niveau vor Beginn des Konflikts erreicht, wie aus Zahlen des ADAC vom Mittwoch hervorgeht.

Demnach kostete der Liter im bundesweiten Durchschnitt des Dienstags 1,75 Euro. Das ist 3,9 Cent weniger als eine Woche zuvor und exakt der Wert des 23. Februars. Kurz danach schnellten die Preise in Deutschland wegen des russischen Einmarschs in der Ukraine in die Höhe und erreichten neue Rekordwerte.

Spritpreis: E10 wieder auf Vorkriegsniveau – Diesel bleibt teuer 

Auch beim Diesel mussten die deutschen Autofahrer weniger tief in die Tasche greifen. Der Preis sank um 3,5 Cent auf 1,928 Euro je Liter. Vom Vorkriegsniveau ist der Kraftstoff damit allerdings noch weit entfernt. Am 23. Februar hatte der Kraftstoff noch 1,663 Euro je Liter gekostet. Bei der folgenden Preisrallye überholtet der Diesel dann den bis dato teureren E10-Kraftstoff.

imago0160414591h.jpg

„Wir haben nur auf den ersten Blick eine Entspannung, sondern vielmehr ein dramatisch hohes Preisniveau, wenn man den Steuerrabatt herausrechnet“, sagt Kraftstoffmarkt-Experte Jürgen Albrecht der Deutschen Presse-Agentur. Dass die Spritpreise überhaupt wieder unter der 2-Euro-Marke liegen, sei dem Tankrabatt zu verdanken, der eigentlich schon als gescheitert galt. „Und man muss ja damit rechnen, dass sie planmäßig endet und es dann zu einer vollständigen Weitergabe der Preissteigerung kommt“, warnt er. 

Heißt im Klartext: Wenn der Tankrabatt Ende August ausläuft, müssen sich die Autofahrer wieder auf steigende Preise an den Zapfsäulen einstellen. Ob das sofort passiert oder wieder mit etwas Verzug wird sich zeigen. Albrecht hat jedoch eine klare Vorstellung, wie man den hohen Preisen entgegnen soll: „Was wir brauchen ist mehr Wettbewerb. Der scheint sich auf den vorgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette aber nicht einzustellen. Sonst wären die Margen in den Raffinerien nicht so beispiellos hoch wie derzeit und würden nicht noch weiter steigen.“ Die Hoffnungen des ADAC ruhen hier auf der laufenden Untersuchung des Marktes durch das Bundeskartellamt.

Erstmeldung vom 22. Juli, 17:30 Uhr: Fahrer von Fahrzeugen mit Dieselmotor verstehen schon seit Monaten die Welt nicht mehr: Jahrzehntelang war ihr Kraftstoff aufgrund geringerer Besteuerung preisgünstiger als Benzin. Dazu addierte sich der geringere Verbrauch, so dass gerade Vielfahrer schnell die Mehrkosten bei Kauf und Kfz-Steuer eingefahren und im Endeffekt günstiger unterwegs waren.

Spritpreis paradox: Benzin wird billiger, Diesel bleibt teuer

Die relativ niedrigen „Total Costs of Ownership“ (TOC) bescherten dem Diesel trotz Abgas-Skandal eine treue Kundschaft nicht nur bei SUV, sondern auch bei Kompaktwagen und Mittelklasse-Modellen. So sorgten mächtige Fuhrpark-Manager dafür, dass der nächste VW Passat nicht nur als Hybrid-Benziner, sondern nach wie vor auch mit Dieselmotoren in die Modellpalette kommt.

Und dann das: Seit dem Preisanstieg für Kraftstoff nach Russlands Einmarsch in die Ukraine haben sich die Vorzeichen verkehrt. Bis auf wenige Tage kurz vor der misslungenen Einführung des Tankrabatts war Diesel seitdem immer teurer als Super E10, und teilweise auch andere Benzin-Sorten.

Bei den aktuellen Spritpreisen an der Tankstelle kann es Autofahrern schon mal schwindlig werden. (Symbolbild)

Spritpreis paradox: Lohnt sich der Kauf eines Diesels noch?

Dieser Trend verfestigt sich nun offenbar: Die Tankstellenpreise für Diesel und Benzin entwickeln sich weiter auseinander. Benzin wird langsam, aber sicher günstiger, Diesel bleibt teuer. Laut ADAC sank der durchschnittliche Preis für den Liter Super E10 gegenüber der Vorwoche um 3,7 Cent auf 1,789 Euro, während Diesel unverändert 1,963 Euro kostet.

Angesichts der deutlich höheren Kfz-Steuer von 9,50 Euro pro 100 Kubikzentimeter Hubraum (statt 2 Euro für Benziner) und höherer Neuwagen-Preise (beim Audi A4 beispielsweise um 5.700 Euro) fragen sich immer mehr Diesel-Fahrer, die bald einen neuen konventionelles Auto ordern möchten: Lohnt sich der Aufpreis noch?

Die Antwort ist von der Autoklasse und der jährlichen Fahrleistung abhängig. Beispiel Audi: Der Diesel A4 30 TDI S tronic kostet 43.250 Euro und verbraucht laut Werksangabe bis 4,3 Liter auf 100 Kilometer. Der Benziner Audi A4 35 TFSI S tronic ist ab 39.100 Euro zu haben, und genehmigt sich bis zu 6,1 l/100 km.

Die Spritkosten pro 100 Kilometer (bei den vom ADAC festgestellten Preisen) liegen beim Diesel also bei 8,44 Euro. Der Benziner kommt auf 10,91 Euro.

Spritpreis paradox: Erst nach 75.000 Kilometern rechnet sich ein Diesel

Der Diesel fährt also nach wie vor günstiger, der Unterschied ist zu früheren Zeiten aber stark geschrumpft, zumal der Diesel mit 330 Euro jährlich mehr als doppelt soviel Kfz-Steuer kostet wie der Benziner.

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in dem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Legt man nun den Mehrpreis beim Kauf auf zwei Jahre um, ergibt sich ein ernüchterndes Ergebnis. Erst bei über 75.000 Kilometern pro Jahr hat der Diesel-Fahrer die Mehrkosten wieder hereingefahren. Hält er den Wagen allerdings acht Jahre, reichen ihm schon knapp 14.000 Kilometer.

Spritpreis paradox: Diesel noch für drei Autofahrer-Typen interessant

Natürlich enthält diese Rechnung viele unbekannte Variablen, etwa die weitere Entwicklung der Spritpreise, die tatsächliche Haltedauer und der Wiederverkaufswert. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass sich Diesel nur noch für drei Gruppen von Autofahrern lohnen:

  • Autofahrer mit sehr hoher jährlicher Kilometerleistung.
  • Autokäufer mit mittlerer Kilometerleistung, die ihr Auto aber viele Jahre behalten.
  • Käufer schwerer SUV, bei denen die Verbrauchs-Differenz zwischen Benziner und Diesel sehr hoch ist.

Diese drei Gruppen können einigermaßen sicher sein, dass sie mit einem Diesel unter dem Strich gegenüber einem Benzin-Modell günstiger fahren. Noch sparsamer unterwegs wären sie aber (wenn ein Elektroauto nicht in Frage kommt) mit einem Pkw, der LPG tankt: Das flüssige Autogas ist und bleibt die preisgünstigste Alternative.

Rubriklistenbild: © Sven Simon/Imago

Kommentare