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Mit 325 km/h gegen Verkehrssünder

Tschechische Polizei beschlagnahmt Ferrari und will damit künftig Raser jagen

In Tschechien hat die Polizei einen Ferrari von Kriminellen beschlagnahmt. Zum Streifenwagen umgerüstet, soll er nun bei der Jagd auf Verkehrssünder zum Einsatz kommen.

Stuttgart/Prag - Auch in Deutschland kommt es auf den Autobahnen immer wieder zu waghalsigen Rennen. Besonders beliebt sind bei solchen illegalen Wettkämpfen auf öffentlichen Straßen Hochleistungsmodelle von Porsche, Mercedes-AMG oder auch Ferrari oder Lamborghini. Ende Mai lieferten sich sechs Männer auf der B94 im Landkreis Emmendingen ein verbotenes Rennen mit Sportwagen. Wenn die Polizei solche Raser stoppt, müssen die Teilnehmer nicht nur ein Bußgeld bezahlen, auch die Fahrzeuge können beschlagnahmt werden.

Dasselbe gilt auch für den Fuhrpark von Kriminellen, wie beispielsweise Drogendealer. In Tschechien konfiszierte die Polizei einen Ferrari von Kriminellen. Statt den Luxussportwagen aus Italien öffentlichkeitswirksam zu verschrotten, wie es Behörden auf den Philippinen mit Luxusautos von Mercedes und Porsche machten, wollen die Tschechen das Hochleistungsfahrzeug dazu nutzen, künftig Verkehrssünder zu jagen. Dafür wurde der Ferrari kurzerhand zu einem Streifenwagen umgerüstet, wie in einem Video der tschechischen Polizeibehörde zu sehen ist.

Beschlagnahmter Ferrari soll als Streifenwagen gegen „aggressive Fahrer“ zum Einsatz kommen

Eben weil Verkehrssünder oftmals besonders schnelle Sportwagen bei den illegalen Rennen einsetzen, kommen die Behörden in ihren Fahrzeugen nicht immer hinterher. Ein Ferrari-Streifenwagen bietet allerdings ganz andere Möglichkeiten. Ferrari gilt als Inbegriff der leistungsstarken Verbrenner-Motoren, will ab 2025 aber bereit für das E-Auto-Zeitalter sein. Laut dem Video investierte die tschechische Polizei knapp 14.000 Euro in die Umrüstung des Ferrari 458 Italia. Der rund 325 Kilometer pro Stunde schnelle Sportwagen soll gegen besonders „aggressive Fahrer“ auf der Autobahn eingesetzt werden, teilte ein Sprecher laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Prag mit.

Die tschechische Polizei konfiszierte einen Ferrari und rüstete ihn zum Streifenwagen um. Er soll gegen Raser zum Einsatz kommen.

In dem besagten Video der tschechischen Behörden ist der zum Streifenwagen umgerüstete Ferrari eindrucksvoll in Szene gesetzt. In den Genuss des wohl schnellsten Polizeiautos in der Flotte kommen allerdings nur speziell ausgebildete Beamte. „Wir können das Potenzial des Sportwagens auch bei der Verfolgung von Autodieben nutzen, die unser Land auf der Flucht in Nachbarländer durchqueren“, erklärte der Chef der tschechischen Verkehrspolizei. In Deutschland muss bei der Rechtslage eine Unterscheidung zwischen eingezogenen und beschlagnahmten Fahrzeugen gemacht werden. Als Einziehungsgegenstand fallen sie ins Eigentum der Justiz und können, wie auch der Ferrari in Tschechien, von den Behörden auch zum eigenen Gebrauch eingesetzt werden.

Polizei-Ferrari trifft im Netz auf Kritik: „Für den Streifenwagen völlig unpraktisch“

Dass die Behörden auch in Europa immer wieder Sportwagen von Verkehrssündern oder anderen Gesetzesbrechern beschlagnahmen oder im schlimmsten Fall eben auch einziehen, verwundert wohl niemanden mehr. In Dresden schleppte die Polizei beispielsweise einen goldenen Porsche ab, weil der Lack illegal war. Ein ähnlicher Fall ereignete sich bereits 2019 in Hamburg.

Was im Netz allerdings mit deutlicher Kritik aufgenommen wird, ist, wenn sich die Behörden selbst an den beschlagnahmten Luxuswagen bedienen und, wie im Fall in Tschechien, auch noch Steuergeld investieren. „Alle müssen sparen, nur die Polizei nicht“, bemängelte ein Nutzer. „Für den Streifendienst völlig unpraktisch“, merkte ein weiterer an.

Rubriklistenbild: © Screenshot: Youtube/Policie ČR

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